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Die laute Kanone

nordic_arena_toblach_b_31_1_2014_patrick_bocherStreit um lärmende Schneekonen bei der Nordic Arena in Toblach: Weil ein Grundbesitzer nachts nicht schlafen kann, wenn an den Loipen gearbeitet wird, stehen die Langlaufrennen auf der Kippe.

von Silke Hinterwaldner

Am Samstag sollen 500 junge Sportler nach Toblach kommen, um sich bei einem Langlaufrennen messen zu können. Aber kann das Rennen auch tatsächlich stattfinden?

Nur wenige Tage vor dem Termin bleibt diese Frage unbeantwortet. Gleichzeitig aber werden sämtliche Wintersportveranstaltungen in der Nordic Arena in Toblach in Frage gestellt. Der Grund: Einer der Grundeigentümer stellt sich quer.

Hermann Schwingshackl hat genug. Er will die Lärmbelästigung durch die Schneekanonen nicht länger einfach hinnehmen und droht mit einem Durchfahrtsverbot für die Loipen in unmittelbarer Nähe zum Langlaufstadion.

Weil sein Grundstück zentraler Teil des Areals ist, kann es auch nicht einfach umfahren werden. Die Sportveranstalter und der Tourismusverein sind angewiesen auf das Einverständnis des Grundbesitzers, wenn sie auch in Zukunft große und kleine Langlaufevents organisieren wollen.

„Die Kinder müssen zur Schule, wir müssen zur Arbeit. Da muss man ausgeschlafen sein“, sagt Hermann Schwingshackl.

Das Problem: Um die Loipen für die Rennen betriebsfertig zu machen, muss zumindest für einige Tage, wenn Temperaturen und Luftfeuchtigkeit stimmen, auf Hochdruck gearbeitet werden.

Dann laufen die Schneekanonen auch schon Mal nachts, dann werden auch nach 19.00 Uhr noch Loipen präpariert.

Die Loipe aber führt in nur zehn Meter Entfernung hinter dem Haus der Schwingshackls vorbei. Mit einem Vertrag versucht man nun schon seit über einem Jahr die Situation zu regeln, aber bisher haben sich die Fronten nur immer weiter verhärtet. Schwingshackl verlangt, dass die Schneekanonen nur zu bestimmten Zeiten laufen und an genau definierten Standorten aufgestellt werden.

Wenn die Regeln nicht befolgt werden, dann setzt es saftige Strafen. Im Winter vergangenen Jahres kam ein solcher Vertrag mit arger Verspätung im Februar zustande. Weil er sich nicht an die Auflagen hielt, beziehungsweise halten konnte, musste der Tourismusverein schlussendlich einige tausend Euro an Strafgeldern bezahlen. Das möchte man heuer vermeiden.

Aber wie?

Der Streit zwischen dem Grundbesitzer Schwingshackl und dem Tourismusverein, der für die Loipen verantwortlich zeichnet, schwelt bereits seit fast drei Jahren.

In dieser Woche aber hat er sich zugespitzt. Am Sonntag hat Schwingshackl einen Vertrag vorgelegt, den die Organisatoren nicht unterzeichnen wollen und können, weil die Auflagen zu strikt und die Forderungen zu groß sind.

LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

  • Was Vizebürgermeister Martin Rienzer sagt
  • Und: Warum sich Hermann Schwingshackl nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen will.

 

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