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Die Gutachten

schwazer3Zwei anerkannte Experten, Giuseppe Pieraccini und Douwe de Boer, schließen willentliches Doping im Fall Schwazer aus.

von Artur Oberhofer

Die beiden Gutachten liegen dem Rekurs bei, den die Anwälte Gerhard Brandstätter und Tommaso Marchese am Montag am Antidoping-Tribunal in Rom hinterlegt haben. Giuseppe Pieraccini, der am renommierten CISM-Institut der Uni Florenz arbeitet, und der europaweit bekannte niederländische Dopingexperte Douw de Boer gehen in ihren Expertisen zum Fall Schwazer von einer „nicht vorsätzlichen Einnahme von Testosteron“ aus.

Warum?

Alex Schwazer war im vergangenen Jahr einer der meistgetesteten Athleten weltweit.

Der Geher aus Kalch ist am 19. Oktober, am 29. Oktober, am 10. Dezember, am 1. Jänner, am 24. Jänner, am 2. Februar, am 13. März, am 22. März, am 8. Mai (es war dies die einzige Kontrolle bei einem Wettkampf) und am 31. Mai offiziellen Tests unterzogen worden. Ein weiterer Test wurde am 22. Juni durchgeführt, die Ergebnisse dieses Tests liegen noch nicht vor.

Das Gutachten

Das de Boer-Gutachten

Alex Schwazer ist in den vergangenen neun Monaten nicht weniger als 19 offiziellen Tests unterzogen worden, dazu kommen noch die privaten Tests. Gutachter Giuseppe Pieraccini schreibt, es sei auszuschließen, dass Alex Schwazer Testosteron zu Dopingzwecken verwendet habe. Dagegen spräche Schwazers Blutpass. Die einmalige Einnahme einer (geringen) Dosis Testosteron wirke sich nicht leistungsfördernd noch und entbehre jeder Logik.

Schwazers Blutpass

Schwazers Blutpass

Für Pieraccini gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die minimalen Mengen an Testosteron könnten entweder über Nahrungsergänzungsmittel und unbeabsichtigt in den Körper des Athleten gelangt sein – oder es gab eine Manipulation, um die Glaubwürdigkeit Schwazers und seines Trainer Alessandro Donati in Frage zu stellen.

Zu ganz ähnlichen Schlüssen kommt der Niederländer Douwe de Boer, der bereits spektakuläre Dopingfälle analysiert hat (Evia Sachenbacher-Stehle, Alejando Valverde und Floyd Landis).

Auch de Boer geht im Fall Schwazer von einer „nicht beabsichtigten Verabreichung“ von Testosteron aus.

 

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