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„Wichtige Infrastruktur“

„Wichtige Infrastruktur“

Othmar Michaeler gibt einen Überblick über die aktuellen Daten und Fakten zum Flughafen-Projekt und will Unwahrheiten zurecht rücken.

Einen Überblick über die aktuellen Themen rund um den Regionalflughafen Bozen mit Zahlen, Daten und Fakten zur Zukunftsentwicklung gab am Freitagvormittag der Präsident der Betreibergesellschaft ABD, Otmar Michaeler, auf einer Medienkonferenz.

Ein Anliegen ist es ihm, Unklarheiten sowie verbreitete Meinungen oder Unwahrheiten mit sachlich fundierter Information zurecht zu rücken: „Es geht um mehr Chancen für alle. Gerade in Zeiten, in denen am Boden neue Grenzen zu entstehen scheinen, gewinnt ein Regionalflughafen neue Bedeutung als Tor zur Welt. Die Infrastruktur ist ein Mehrwert für Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur. Zudem wird Bozen Ausgangspunkt für leistbare Flugreisen für Südtiroler Familien.“

Otmar Michaeler auf der Pressekonferenz

Otmar Michaeler auf der Pressekonferenz

 

Das Ziel: mindestens 170.000 Passagiere bis Ende 2021

Michaeler machte in den Ausführungen deutlich: „170.000 Passagiere bedeuten für das Land eine zusätzliche regionale Wertschöpfung von 14,5 Millionen Euro. Das sind zusätzliche Umsätze für Südtirols Wirtschaft und sichere Arbeitsplätze für Südtirols Erwerbstätige. Diese zusätzliche Wertschöpfung generiert zusätzliche Steuereinnahmen von rund 2,2 Millionen Euro,“ und weiter „ab 2022 geht die Rechnung fürs Land damit auf: maximal 1,5 Millionen Euro Zuschüsse an den Flughafen für 2,2 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen. Das bedeutet, der Flughafen funktioniert, er bringt mehr als er kostet.“

Kosten im Vergleich gering: 5 Euro pro Südtiroler pro Jahr

In den fünf Jahren von 2017 bis 2021 sieht das Entwicklungskonzept realistisch vor, dass 170.000 Passagiere erreicht werden können. Die finanzielle Unterstützung vom Land beträgt in diesen fünf Jahren 2,5 Millionen Euro pro Jahr. „Konkret sind das fünf Jahre lang 5 Euro pro Südtiroler, also 25 Euro dafür, dass wir nachher einen funktionierenden Südtiroler Flughafen in eigener Hand haben,“ so Präsident Michaeler.

„Südtirol gibt jährlich rund 160 Mio. Euro für die Mobilität im Land aus, für Bus- und Zugverbindungen, Schülertransporte, etc. – eine funktionierende Flugverbindung, die breiten Nutzen stiftet, sollte uns schon diese im Vergleich geringe Investition von künftig 2,5 Mio. Euro jährlich Wert sein“, betont Otmar Michaeler.

5 Starts und 5 Landungen pro Tag

Bei 170.000 Passagieren sieht das Entwicklungskonzept 5 Starts und 5 Landungen pro Tag vor. Dem liegt laut Betreibergesellschaft eine einfache Rechnung zu Grunde: „Gehen wir davon aus, dass in den ersten Jahren vor allem mit einer DashQ8-400 gelandet wird. Diese fasst ca. 80 Personen. Rechnen wir mit einer Auslastung von im Schnitt 70 %, dh. in jedem Flieger sitzen dann 56 Personen. 170.000 Personen / 56 Personen pro Flieger = 3.035 Flieger / Jahr / 365 Tage = 8,3 Flugbewegungen, dh. knapp 5 Starts und Landungen pro Tag. Je größer und besser ausgelastet die Flieger sind, desto mehr Leute können mit weniger Flugbewegungen kommen. Das ist unser Ziel. Ein effizienter Flughafen, der was bringt“, so Otmar Michaeler.

Das Gesetz 60/15, über welches am 12. Juni abgestimmt wird, legt klar fest, worum es geht:

  • um eine Finanzierung des Landes, gekoppelt an die Zielerreichung von 170.000 Passagieren pro Jahr innerhalb 2022;
  • um 2,5 Mio. Euro jährlich bis 2021, anschließend 1,5 Mio. Euro/Jahr;
  • die Kategorie 2C darf nicht überschritten werden;
  • die Betriebszeiten sind festgelegt von 06.00 bis 23.00 Uhr

UVP für 30 Meter Asphalt

Ein spezielles Thema stellt für die Verantwortlichen der Betreibergesellschaft ABD die von der UVP-Kommission geforderte erneute Überprüfung eines Teils der Pistenverlängerung dar. Es geht dabei um die letzten 30 Meter, wobei die Verlängerung auf 1.432 Metern bereits genehmigt ist.

„Wir haben alle geforderten Auflagen erfüllt und einen Umweltbericht eingereicht, der umfassender war als notwendig. Deshalb kommen diese Entscheidung und auch die Begründung dafür überraschend. Wir werden aber auch hier alle Auflagen erfüllen, auch wenn dafür mit Kosten von mehr als 100.000 Euro zu rechnen sein wird“, so Präsident Michaeler.

Experte Ing. Frederico Pasquali führte in Sachen Umweltbericht aus: „Daraus geht klar hervor, dass die Lärmbelastung aufgrund der Erweiterung der Landebahn unwesentlich höher sein wird, als mit der bereits vorhandenen. Was die Luftverschmutzung betrifft, sind die Emissionen des Flughafens im Vergleich zu den anderen Schadstoffquellen im Einzugsgebiet unbedeutend. Was Flora und Fauna sowie die Landwirtschaft angeht, sind Auswirkungen nur in unerheblichem Umfang zu erwarten. Zudem wird auch die Biodiversität nicht beeinflusst.“

Nein heißt wir suchen einen Käufer

Was die Volksbefragung am 12. Juni 2016 betrifft, sei deshalb ein klares Ja wichtig, damit der Regionalflughafen in der Hand des Landes Südtirol bleibt und Südtirol weiterhin Mitspracherecht habe: „Ein Ja bedeutet fünf Jahre Zeit, um zu beweisen, dass der Regionalflughafen funktioniert und breiten Nutzen für alle stiftet.“

Bei einem Nein habe das Land viel weniger Einfluss auf die künftige Entwicklung, da ein neuer privater Betreiber andere Prioritäten habe und die Entwicklungspläne sicher viel weiter ausnützen würde, um eine Gewinnmaximierung zu betreiben.

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