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Pass oder Auto?

Pass oder Auto?

„Südtirol Pass“-Nutzer müssen jetzt 80 Euro mehr zahlen, wenn sie nur 2.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen. Nun besteht die Sorge, dass Pendler auf kurzen Strecken aufs Auto umsteigen.

von Heinrich Schwarz

Viele Nutzer von Bus und Bahn werden verwundert darüber sein, wie schnell sich das Guthaben auf dem Südtirol Pass plötzlich dem Ende zuneigt. Seit dem 1. September zahlt man für die ersten 1.000 Kilometer nicht mehr acht Cent, sondern zwölf Cent pro Kilometer. Zwischen Kilometer 1.001 und 2.000 sind es nicht mehr vier Cent, sondern acht.

Bei einer längeren Fahrt fällt dies sofort ins Gewicht – und der Sprung von der 10-Euro-Warnschwelle ins Minus ist schnell erreicht.

Mobilitäts-Landesrat Florian Mussner hat die Tarif-Änderung auf den Weg gebracht, um einen höheren Anteil der Betriebskosten im öffentlichen Nahverkehr zu decken und somit die entsprechenden EU-Vorgaben einzuhalten.

Die neuen Tarife gehen zu Lasten jener, die innerhalb eines Jahres nur relativ wenige Kilometer ansammeln. Denn ab Kilometer 2.001 zahlt man jetzt sogar weniger als vorher: Drei anstatt vier Cent bis Kilometer 10.000. Dies wurde so konzipiert, dass für all jene, die mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen, keine Mehrkosten anfallen. Es bleibt auch beim Maximalbetrag von 640 Euro.

Einer Person aber, die 1.000 Kilometer in einem Jahr zurücklegt, werden jetzt auf dem Südtirol Pass anstatt 80 gleich 120 Euro abgezogen. Wer 2.000 Kilometer fährt, muss mit einem erheblichen Kostenanstieg von 120 auf 200 Euro Vorlieb nehmen. Bis Kilometer 10.000 sinkt diese Differenz wieder.

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Den Grünen bereitet das neue Tarifsystem Sorgen. Der Grund: Besonders die Pendler auf kürzeren und mittleren Strecken würden benachteiligt. „Die Statistiken zeigen, dass genau diese Strecken von der Mehrzahl der Südtiroler Pendler zurückgelegt werden. Unselbstständige Arbeitnehmer, die ohnehin von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wurden“, meinen die Landtagsabgeordneten Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa und Hans Heiss.

Sie befürchten, dass diese Personen auf das Auto umsteigen, um zur Arbeit zu gelangen. „Damit würde das Gegenteil von dem erzielt, was das neue System beabsichtigt und von der Landespolitik in den letzten Jahren verfolgt wurde – nämlich die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs“, so die Grünen.

Sie möchten nun, dass ein reduzierter Sondertarif für Pendler für die Strecke zwischen Wohnort und Arbeitsplatz eingeführt wird. Zudem soll die Fahrt mit einem Stadtbus vom Zugbahnhof zum Arbeitsplatz und zurück kostenlos sein. Der entsprechende Beschlussantrag der Grünen wird demnächst im Landtag behandelt.

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