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„Jetzt machen wir Ernst“

„Jetzt machen wir Ernst“

Die Transportgewerkschaften kündigen eine Welle an Streiks der SAD-Angestellten an. Am Dienstag geht es los. „Wir werden alle Maßnahmen am Rande der Legalität ergreifen“, so heißt es.

von Heinrich Schwarz

Richard Goller hat genug: „Wenn die Firma auf stur schaltet, tun wir das auch.“ Mit Firma meint der Transportgewerkschafter des ASGB den Bus- und Zug-Konzessionär SAD. Seit Jahren gibt es einen Streit über die Arbeitssituation der Angestellten.

Für die Öffentlichkeit wird der Streit nun wieder brisant, da für Dienstag ein vierstündiger Streik angekündigt ist. Die Gewerkschaften ASGB, Orsa und UGL haben ihn ausgerufen. Die Benutzer von Bus und Bahn müssen landesweit mit Ausfällen rechnen (siehe Infokasten).

„Der Grund ist einfach: Wir haben Vorschläge zur Erneuerung des Zusatzvertrages an die SAD gebracht. Denn seit dem Jahr 1988 wurde der Vertrag nicht mehr erneuert. Doch die Firma ist aus verschiedenen Gründen nicht bereit, darüber zu verhandeln“, erklärt Richard Goller.

Unter anderem fordert man laut Goller, dass die Turnusse frühzeitig an den Betriebsrat oder die Gewerkschaften übermittelt werden, damit sie einer Prüfung unterzogen werden können. Zudem soll es eine Voraberhöhung des Lohnes geben, nachdem der nationale Kollektivvertrag seit 2007 verfallen ist. Essensgutscheine soll es für alle Angestellten geben, da bestimmte Kategorien derzeit ausgeschlossen seien.

„Andere brisante Themen haben wir nicht einmal niedergeschrieben – geschweige denn diskutiert“, sagt Goller. So etwa der Umstand, dass die langen Standzeiten zwischen den Arbeitszeiten nicht bezahlt werden und die Dienstspanne somit deutlich länger ist als die effektive Arbeitszeit. Ein anderer Punkt betrifft die Urlaube in den Sommermonaten.

Der Streik am Dienstag wurde nicht von allen Transportgewerkschaften ausgerufen. Doch Goller kündigt bereits an: „Den nächsten rufen wir sicherlich gemeinschaftlich aus. Es ist eine Reihe von Streiks vorhersehbar. Denn es ist wirklich beschämend, einen Zusatzvertrag aus dem Jahr 1988 anzuwenden.“

Der Gewerkschafter betont: „Wir werden harte Maßnahmen am Rande der Legalität ergreifen und alle Möglichkeiten ausnützen, die uns zur Verfügung stehen.“

Was die Streiks betrifft, so ist dieses Mal eine vierstündige Arbeitsniederlegung möglich. Beim zweiten Mal können es acht Stunden sein und anschließend 24 Stunden, wobei die Mindestdienste jeweils gewährleistet werden müssen.

„Leider Gottes gehen die Streiks auf Kosten der Benutzer. Aber ein Streik ist immer das letzte Druckmittel, das eine Gewerkschaft ergreifen kann“, so Richard Goller.

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Streik: Das müssen Sie wissen

Am Dienstag kann es zu streikbedingten Unzulänglichkeiten bei den SAD-Diensten kommen. Die Bahndienste können von 13.45 bis 17.45 Uhr auf den Linien Bozen-Meran, Franzensfeste-Innichen und Meran-Mals ausfallen. Für die Busdienste der SAD ist die vierstündige Arbeitsniederlegung von 17.45 bis 21.45 Uhr vorgesehen. Bei den fixen Anlagen (Standseilbahn Mendel, Seilbahn Jenesien, Seil- und Trambahn Ritten) kann es von 19.30 bis 23.30 Uhr zu Ausfällen kommen. In den SAD-Fahrkartenschalter wird von 15.30 bis 19.30 Uhr gestreikt. Für die Werkstätten und die Verwaltung ist der Streik von 13.30 bis 17.30 Uhr vorgesehen.

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