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Kampf der Caterer

catering-markusDie Catering-Unternehmer im Pustertal liegen mit der Hotelfachschule Bruneck im Clinch. Der Grund: Selbst in der Zeit der Ferien übernimmt die Schule große Aufträge – und vermiest den privaten Anbietern so das Geschäft.

von Silke Hinterwaldner

Markus Patzleiner ist verärgert. Der Besitzer des Restaurants und Catering-Unternehmens Ruckzuck in Bruneck muss tatenlos zusehen, wie ihm die Aufträge davonschwimmen. Der Grund: Die Hotelfachschule Bruneck bietet auch Catering an und macht so den privaten Unternehmen Konkurrenz.

Jüngstes Beispiel: das Jongliertreffen in Bruneck (siehe nebenstehenden Bericht). „Hier kommen rund 5.000 Menschen nach Bruneck“, sagt Patzleiner, „und die Verköstigung übernimmt die Hotelfachschule. Wir werden gar nicht mehr gefragt.“ Das Jongliertreffen wird organisiert vom Tourismusverein Bruneck, der die Hotelfachschule mit dem Catering für die Veranstaltung beauftragt hat.

Der Trick dabei: Über die Hotelfachschule läuft eine Restaurantlizenz für die Mensa „Gsund“ in der Schulzone.

Das macht durchaus Sinn: So können die Hotelfachschüler während des Schuljahres kleinere Aufträge für Catering annehmen und so in der Praxis lernen – oder es werden Projekte für die Schüler organisiert, um sie näher an die Arbeitswelt heranzuführen. So weit, so klar.

Aber warum muss die Hotelfachschule in den Sommermonaten weitermachen? „Es gibt keine Schüler“, sagt Patzleiner Kopf schüttelnd, „hier geht es in meinen Augen nur darum, dass einige Lehrer einen Nebenjob haben. Und das ist unfair.“

Unfair deshalb, weil das Catering der Hotelfachschule freilich mit den Pfannen, Töpfen und Tellern in der Schule selbst vorbereitet wird. Alle Kosten wie Strom oder Ausrüstung, die private Catering-Unternehmen dem Kunden aufrechnen müssen, fallen für die Hotelfachschule weg. Deshalb sind die Preise entsprechend moderat.

Und die privaten Caterer wie Markus Patzleiner müssen sich damit begnügen, was an Aufträgen übrig bleibt.

Aber noch etwas ärgert den Unternehmer: Auch der Service und die Bedingung wird angeblich nicht von einem Südtiroler Unternehmen gestemmt. Patzleiner: „Hier kommen Kellner aus Deutschland zu uns, um diesen Job zu übernehmen.“

Das Jongliertreffen begann am Samstag in Bruneck.

Künstler und Gäste wurden dabei vom Catering-Unternehmen der Hotelfachschule Bruneck versorgt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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