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Mähboot ohne Kapitän

irene-algenDer Kalterer See zeigt sich momentan nicht gerade von einer schönen Seite: Das Nixkraut verdeckt große Teile des Sees – jetzt scheint allerdings eine Besserung in Sicht.

von Lisi Lang

„Es braucht dringend Maßnahmen“, fordert Irene Hell von der Dorfliste Kaltern.

In den letzten Wochen zeigte sich der Kalterer See von einer eher unsympathischen Seite:

Erst hatte man mit Zerkarien zu kämpfen, in den letzten Wochen mit Grashalmen, die in Schaaren an der Wasseroberfläche treiben und aus dem See eine Grünlandschaften machten.

Dieses Problem hat man nun unter Kontrolle bekommen, berichtet Arthur Rainer, der zuständige Gemeindereferent, der sich über den Gemeindebauhof zurzeit um den See kümmert. „Täglich fährt das Mähboot, sobald es hell wird, 14 bis 15 Stunden, um die Seeoberfläche zu reinigen“, erklärt Arthur Rainer. Zudem helfen verschiedene Vereine und Organisationen mit, um das Ufer des Sees vom Gras zu befreien.

In Kaltern ist man momentan auch auf der Suche nach einem zweiten Kapitän für das Mähboot, da momentan nur eine Person das Schiff steuern darf und man diese Situation auf Dauer nicht so belassen kann.

Das Problem ist das sogenannte Nixkraut, das am Grund des Sees wächst und durch die Sonneneinstrahlung, die aufgrund der geringen Tiefe des Sees, bis zum Boden reicht, abbricht. Dadurch schwimmt das Nixkraut an der Oberfläche und erzeugt dieses schmutzige Bild. „Bis zu 100 Kubikmeter Gras holen wir jeden Tag aus dem See“, sagt Arthur Rainer, der mittlerweile eine Verbesserung der Situation erkennt. „Für Menschen ist dieses Gras allerdings nicht schädlich – es ist nur ein optisches Problem“, betont der zuständige Referent.

Das Wachstum des Nixkrautes wird von den warmen Wassertemperaturen und der klaren Wasserbeschaffenheit gefördert. 2003 hatte man das erste Mal Probleme mit diesem Kraut, welches nur wächst, wenn keine Algen im See sind, weil sich die beiden Pflanzen nicht vertragen. Nach 2003 hatte man in den heißen Jahren – 2007 und 2011 –wieder Probleme, aber nie in einem Ausmaß wie heuer. „Heuer ist der Wasserstand zudem um 40 Zentimeter gesunken und das Wasser ist einfach viel zu warm“, bestätigt Rainer.

Kritischer als die Touristen sind allerdings die Einheimischen mit dem See und seinem Zustand.

Auch Irene Hell wirft der Gemeindeverwaltung vor, „Vogelstrauß-Politik“ zu betreiben und abzuwarten bis sich die Situation von alleine löst: „Der See bräuchte ein Gesamtkonzept, weil das ökologische Gleichgewicht einfach nicht mehr intakt ist und man endlich etwas unternehmen muss, um den See wieder herzurichten“, so Irene Hell, die betont, dass alle in Kaltern vom See leben.

Ein „Erholungskonzept“ für den See wird bereits angedacht, erklärt Arthur Rainer.

Im Winter will man den Graben wieder aufbaggern, um den Abfluss des Gewässers zu optimieren. „Es wäre auch wichtig, den südlichen Teil des Sees zu entschlammen“, erklärt Rainer. Die Gemeindeverwaltung hofft zudem, dass Landesrat Richard Theiner zu einem Lokalaugenschein nach Kaltern kommt, damit man mit dem Land über eine Kostenaufteilung sprechen kann, weil eine Rundum-Sanierung des Sees sicher viel Geld kostet.

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