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Die Agrar-Millionen

apfel geld agrarDer Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften hat im Vorjahr 16,9 Millionen Euro an EU-Agrargeldern erhalten – und ist damit der zweitgrößte Zahlungsempfänger in Italien. EXKLUSIV: Die Liste der Top-Empfänger in Südtirol.

von Heinrich Schwarz

Die Agrarpolitik ist ohne Zweifel der wichtigste Politikbereich der Europäischen Union. Dementsprechend wird ein großer Teil des EU-Haushaltes für den Agrarsektor verwendet. Allein Italien erhält in der Förderperiode 2014-2020 insgesamt 37,5 Milliarden Euro an Finanzierungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Die Transparenz-Bestimmungen der EU sehen vor, dass die Empfänger von GAP-Zahlungen jährlich veröffentlicht werden müssen. Berücksichtigt werden dabei beide Fonds der Gemeinsamen Agrarpolitik: Der Europäische Garantiefonds für die Landwirtschaft EGFL und der Europäische Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ELER (die Details lesen Sie im untenstehenden Artikel).

Die TAGESZEITUNG hat die italienischen Zahlungsempfänger unter die Lupe genommen – und ist dabei sofort auf einige Top-Empfänger aus Südtirol gestoßen:

So hat etwa die VOG – der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften – im Haushaltsjahr 2014 insgesamt 16.900.831,75 Euro an EU-Agrargeldern erhalten. Der Verband ist damit der zweigrößte Zahlungsempfänger in ganz Italien. Nur der Riese F.In.A.F. – First International Association Fruit – hat mit über 57 Millionen Euro mehr erhalten.

tab ag2Nationalweit auf Platz sechs findet sich die VI.P – der Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse. Im Jahr 2014 summierten sich die Zahlungen der EU auf insgesamt 9.368.160,71 Euro.

VOG und VI.P stechen mit ihren Beträgen besonders hervor. Zum drittgrößten Zahlungsempfänger aus Südtirol gibt es eine beträchtliche Lücke: Das Unternehmen VOG Products, das in der Verarbeitung und Vermarktung von Früchten tätig ist, scheint in der Liste mit einer Gesamtzahlung von knapp 1,6 Millionen Euro auf.

Im Haushaltsjahr 2013 spielte noch die Alimco AG mit Sitz in Bozen eine große Rolle. Das international tätige Handelsunternehmen im Lebensmittelbereich erhielt damals Zahlungen von 18,4 Millionen Euro. In den Tabellen des Jahres 2014 ist die Alimco AG nicht mehr im vorderen Feld zu finden. Die Höhe der Gesamtzahlungen hängt nämlich davon ab, ob Ausschreibungen gewonnen werden oder nicht.

„Im Jahr 2013 etwa hatten wir eine Ausschreibung gewonnen, Grundnahrungsmittel an Minderbemittelte zu liefern. Für die Lieferung erhielten wir die entsprechenden Zahlungen“, heißt es aus dem Unternehmen.

Bei VOG und VI.P blieb die Höhe der Zahlungen gegenüber 2013 übrigens ungefähr gleich.

Weitere große Zahlungsempfänger aus Südtirol im Jahr 2014: Der Weinproduzent und –händler Schenk Italia mit 901.000 Euro, die Genossenschaft Bergmilch Südtirol mit 696.000 Euro, das Land Südtirol mit 574.000 Euro, die Genossenschaft Bio Südtirol mit 381.000 Euro, das Konsortium Stilfser Käse mit 290.000 Euro und die Baumschule Nischler in Schlanders mit 207.000 Euro.

Hinzu kommen noch 14 weitere Südtiroler Konsortien, Unternehmen usw. mit Beträgen von mehr als 100.000 Euro (siehe Grafik).

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