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Innichner Konter

Die Geburtshilfe im Krankenhaus von Innichen ist geschlossen, aber die Diskussion geht weiter: Wie sich die Gemeinde Innichen gegen die Angriffe aus der Nachbargemeinde Sexten verteidigt.

von Silke Hinterwaldner

Aus Sexten wehte vergangene Woche ein kalter Wind gen Innichen.

Erst hatte Oppositions-Gemeinderat Hans Peter Stauder angemahnt, dass die Gemeindeverwaltung von Innichen die Schließung der Geburtshilfe im Krankenhaus völlig in Eigenregie durchgezogen habe. Dann war auch noch HGV-Chef und SVP-Gemeinderat Peter Karader von all seinen Ämtern zurückgetreten, weil er bei der Kundgebung vor dem Krankenhaus nicht das Wort ergreifen durfte.

Nun sehen sich die Gemeindeverwalter von Innichen bemüßigt, sich gegen diese Angriffe zu wehren. In einer Stellungnahme schreibt Gemeindereferent Willi Feichter:

Diese Anschuldigungen sind völlig haltlos und entziehen sich jeder Grundlage. Der Schließung der Geburtenstation am Krankenhaus von Innichen liegen mehrere Gründe zu Füßen, die bereits vor gar einigen Jahren ihren Lauf genommen haben dürften. Letzthin wurde den Vertretern der Gemeinde Innichen im Rahmen einer Sitzung des Sanitätsbetriebes mitgeteilt, dass aus diversen Gründen die Weiterführung der Geburtenstation absolut nicht mehr gewährleistet werden kann. Beispielsweise waren die Kündigung des Vertragsarztes auf der Gynäkologie, die Abgabe von Verantwortlichkeiten seitens der ärztlichen Kompetenzträger, der akute Ärztemangel und die daraus resultierende Unmöglichkeit einer kompetenten Nachbesetzung für den Kreissaal zu finden, dafür ausschlaggebend, die unausweichliche Entscheidung zu treffen.“

Bei besagtem Treffen am 9. März sei Bürgermeister Werner Tschurtschenthaler und Sozialreferentin Simone Wasserer mitgeteilt worden, dass die Aufrechterhaltung des Dienstes nicht mehr möglich sei. Im Vorfeld zu dieser Sitzung habe es keine Informationen über die bevorstehende Schließung gegeben. Auch deshalb hätten die Gemeindevertreter von Innichen keine Absprachen mit den Nachbargemeinden treffen können.

Grundsätzlich gelte: Die Gemeinde Innichen habe weder Verwaltungs- noch Entscheidungskompetenz, aber sich trotzdem stets für die Zukunft des Krankenhauses stark gemacht. Zitat: „Die Marktgemeinde Innichen hat sich, auch aus geschichtlichen Gründen, stets für den Erhalt der Sanitäts-Struktur verantwortlich gesehen und in allen Bereichen auch gezeigt. Zahlreich waren die geführten Gespräche mit Orts-, Landes- und Staatspolitikern und vielseitig die unternommenen Schritte für „unser“ Krankenhaus.“

Als Gründe für die Schließung der Geburtenabteilung führt Willi Feichter auch den jahrelangen Zermürbungsprozess an, der schlussendlich keinen anderen Weg offen ließ.

Zeitgleich habe man sich bereits Gedanken über die Zukunft des Krankenhauses machen müssen.

Nur so, meint Feichter, „konnte die Abstufung des Krankenhauses Innichen in eine Tagesklinik verhindert und die Neuausrichtung im Frauengesundheitszentrum erreicht werden“.

* LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

* Warum die Gemeindeverwaltung von Innichen rechtliche Schritt gegen die TAGESZEITUNG erwägt.

 

 

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