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Die ZH-Bombe

gericht zh hobagDer Masseverwalter des ZH-Konkurses erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verwalter und den Aufsichtsrat. Er fordert von ihnen nun die Zahlung von 3,3 Millionen Euro. Und der Staatsanwalt beantragt den Konkurs für die Hobag.

von Thomas Vikoler

Danilo Galletti ist höflich im Ton aber entschieden in der Sache.

Der Rechtsprofessor aus Bologna, einer der drei Masseverwalter im Konkursfall ZH Construction Company, hat am 1. Dezember 2014 eine Art Zwischenbericht zu laufenden Verfahren erstellt. Auf elf Seiten listet er alle Fehler auf, die zum Bankrott der Baufirma geführt haben, die 2007 aus einer Zusammenarbeit der Firmen Zimmerhofer und Hobag hervorgegangen ist.

Gegen ZH wurde am 27. Dezember 2013 am Bozner Landesgericht der Konkurs eröffnet.

Viel zu spät, findet Masseverwalter Galletti: „Die Analyse der Bilanzen zeigt, dass ZH bereits Ende 2009 so stark defizitär war, dass damit das gesamte Gesellschaftskapital aufgefressen war. Es bestanden keine Voraussetzungen mehr, das Unternehmen weiterzuführen“.

Die wirtschaftliche Talfahrt sei aber bereits, so schreibt der Masseverwalter, im („juristisch fehlerhaften“) Zusammenschluss von Zimmerhofer und Hobag angelegt gewesen. Ein Durcheinander von Zuständigkeiten, Guthaben und Leistungen, das durch die Gründung von Sub-Firmen verstärkt worden sei.

Einige Beispiele: Für Verwaltungsdienstleistungen wurden der ZH in den letzten Jahren der Firmenaktivität (nicht begründete) Kosten in der Höhe von 1,15 Millionen Euro verrechnet. Oder Leistungen Dritter, die eigentlich Hobag zugute kamen, im Wert von 479.000 Euro. Oder vermeintliche Wertsteigerungen von Bauprojekten, wie etwa jenes in Jesolo, die sich als rein fiktiv herausstellten. Schaden: Zwei Millionen Euro. Masseverwalter Galletti spricht auch von „erheblichen persönlichen und individuellen Vorteilen zugunsten von Hobag und den damit verbundenen Akteuren“.

Er liefert damit der Staatsanwaltschaft, die bereits Ermittlungen zum ZH-Konkurs aufgenommen hat, eine detaillierte Analyse potentieller Verfehlungen.

Der Masseverwalter gibt sich allerdings nicht mit der Auflistung der betriebswirtschaftlichen Fehler zufrieden. Er fordert Geld.

In einer Mitteilung an Alfred Zimmerhofer verlangt er die Zahlung von 3,3 Millionen Euro zugunsten der Konkursmasse. Durch die Weiterführung der Firma ZH ab dem Jahr 2010 und der Veruntreuung zugunsten verbundener Firmen sei ein Vermögensschaden in dieser Höhe entstanden, schreibt Galletti. Und: „Dafür muss der Verwaltungsrat und der Aufsichtsrat geradestehen“.

Der Aufsichtsrat, dem der Bozner Wirtschaftsberater Heinz Peter Hager (Präsident), Armin Toll und Hartmann Aichner als effektive Mitglieder angehörten, kommt im Bericht ebenfalls nicht gut weg. Die Rede ist von „spektakulären Pflicht-Unterlassungen“.

LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

EXKLUSIV: Der Fall Hobag – jetzt beantragt der Staatsanwalt formell den Konkurs.

 

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