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Kriminelle Hocke

flash-hockeUnglaublicher Vorfall im Skigebiet Alpe Cermis: Drei Südtiroler Skifahrer wurden gefilzt, weil sie die letzten 500 Meter einer flachen Piste in der Abfahrtshocke verblieben sind – und weil sie gut carven können.

Alles sah nach einem perfekten Skitag aus.

Patrik Rosanelli, 30, war mit seinem Bruder und Freunden am vergangenen Sonntag in Cermis. Strahlend blauer Himmel. Hervorragende Schneebedingungen. „Wir dachen nur: Skifahrerherz, was willst du mehr“, so erzählt der Eppaner.

Bereits kurz nach 08.00 Uhr standen die jungen Männer aus Südtirol beim Skipass-Schalter.

Den Ausflug ins Skigebiet Alpe Cermis im Fleimstal werden Patrik Rosanelli so schnell nicht vergessen. Nicht wegen des azurblauen Himmels. Auch nicht wegen des Super-Schnees. Sondern wegen einiger sehr, sehr eifriger Pistenpolizisten.

Auf der Grundlage der Aussagen der jungen Männer aus Eppan und der Übertretungsprotokolle, die der TAGESZEITUNG vorliegen, lässt sich ein fast unglaublicher Fall rekonstruieren, der in die Rubik: Schilda auf der Piste passt.

Die Fakten:

Ausriss aus dem Strafprotokoll der Pistenpolizei Cermis

Ausriss aus dem Strafprotokoll der Pistenpolizei Cermis

Patrik Rosanelli & Co. hatten um 11.00 Uhr bereits einige Abfahrten hinter sich und befanden sich gerade an der Talstation, als ein Pistenpolizist auf die jungen Männer aus Südtirol zukam und diese aufforderte, sie möchten sich, bitteschön, ausweisen.

Er und seine Begleiter seien völlig verdutzt gewesen, schildert Patrik Rosanelli.

Er habe den uniformierten Mann gefragt, warum er sich denn ausweisen müsse. „Auch mein Bruder hat den Pistenpolizisten nach dem Grund für diese Kontrolle gefragt, und zwar etwas resoluter als ich, aber ohne den Polizisten zu nahe zu treten oder gar zu beleidigen“, erzählt Patrik Rosanelli.

Der Pistenpolizist habe lediglich gesagt: „Das werde ich euch sagen, wenn wir in unserem Büro sind.“

Der Pistenpolizist forderte die Südtiroler Skifahrer auf, ihm in das Büro, das sich an der Bergstation befindet, zu folgen.

Um zur Polizeistation zu gelangen, mussten die Südtiroler und der Polizist mit dem Lift zur Bergstation hochfahren, über eine Verbindungspiste gelangten sie dann zum Amtssitz der Pistenpolizei auf der Alpe Cermis. Da Patrik Rosanelli wusste, wo sich das Polizeibüro befand, fuhren er und sein Bruder voraus, ein Kollege der Rosanelli-Brüder, der kein exzellenter Skifahrer ist, fuhr hinter dem Polizisten her.

In der Polizeistation angekommen, wurde zuerst Patrik Rosanellis Bruder ins Büro gerufen.

Als der nach ungefähr einer Stunde aus dem Büro kam, entging Patrik Rosanelli das gekünstelte Lächeln seines Bruders nicht. Der sagte zu ihm: „Mach dich gefasst, wir bekommen zwei Strafzettel, und zwar einen, weil wir die letzten 500 Meter der flachen Piste in der Hocke-Position gefahren sind, und den zweiten, weil wir, als wir vor dem Polizisten hergefahren sind, gefährliche Carving-Schwünge gezogen haben sollen.“

Patrik Rosanelli traute seinen Ohren nicht. „Was!? Bitte?“

Er hakte nach und sagte in Richtung Bruder: „Du machst einen Witz, oder?! Du nimmsch mi bei die Eier, gell?!“

LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE AM MITTWOCH:

* Was Patrik Rosanelli im Amtszimmer der Pistenpolizei von Cermis erlebt hat 

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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