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Renzlers Ultimatum

SVP-Arbeitnehmerchef Helmuth Renzler wurde von der Entscheidung des LH, Heiner Schweigkofler zum neuen WoBi-Chef zu machen, überrumpelt. Und er droht mit politischen Konsequenzen.

TAGESZEITUNG Online: Herr Renzler, wie enttäuscht sind Sie, dass Ihr Dreiervorschlag nicht berücksichtigt wurde?

Helmuth Renzler: Ich bin schon etwas enttäuscht. Der LH hat mir die Entscheidung heute früh mitgeteilt. Uns wäre natürlich einer von unseren drei Vorschlägen lieber gewesen. Dagegen hat sich aber der PD vehement gesträubt. Heiner Schweigkofler ist dennoch nicht die schlechteste Wahl. Er ist sozial eingestellt und hat Managementqualitäten. Schlechter wäre es gewesen, wenn der neue Präsident nachweislich keine soziale Ader hätte. Schweigkoflers Wahl ist also kein Drama und wir können damit leben.

Sie wurden aber vom LH überrumpelt?

Ja, überrumpelt fühle ich mich schon. Klar ist, dass es neben dem Präsidenten einen richtig starken Generaldirektor braucht, um den Betrieb wieder in Schwung zu bringen. Hier wollen wir auf jeden Fall ein Wort mitreden. Und ich erwarte mir für die Zukunft, dass unsere Vorschläge auch akzeptiert werden.

Waren dem LH Ihre Vorschläge nicht gut genug?

Ich denke, dass unsere Vorschläge schon akzeptiert worden wären. Nur war es so, dass die Namen sehr früh lanciert wurden – allerdings nicht von unserer Seite. Bestimmte Kreise wollten unbedingt verhindern, dass es einer unserer Kandidaten wird.

Was für Kreise meinen Sie?

Da gibt es verschiedene Interessensgruppen. Zum einen hat der PD nicht akzeptiert, dass eine Gruppierung Vorschläge macht. Zum anderen gab es parteiinterne Strömungen, die sich gegen einen Präsidenten der Arbeitnehmer ausgesprochen haben.

Zum Beispiel Ihre Landtagskollegin Veronika Stirner …

Sie wäre da das kleinste Problem gewesen. Die Zuständigkeit liegt hier aber nun einmal beim LH.

Sie sagen: Es war das letzte Mal, dass die Arbeitnehmer bei einer Entscheidung hintergangen wurden?

Sage niemals nie in der Politik. Wir haben aber aus der Erfahrung gelernt. Und für die Zukunft wünschen wir uns eine andere Umgangsform. Denn sonst weiß ich nicht, wie wir die positive Zusammenarbeit mit der Landesregierung und dem Landtag weiterführen können. Bis jetzt waren wir immer sehr konstruktiv, aber dieses Verhalten muss uns auch von der anderen Seite entgegengebracht werden. Wir wollen den gleichen Stellenwert haben wie die anderen Gruppierungen in Südtirol.

Interview: Matthias Kofler

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