Du befindest dich hier: Home » Südtirol » „Brauchen keine Lehrmeister“

„Brauchen keine Lehrmeister“

Der österreichische Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter war auf der 68. Landesversammlung des Südtiroler Bauernbundes zu Gast.

Die Landwirtschaft produziert Lebensmittel, erhält die Kulturlandschaft und ist ein wesentlicher Teil des sozialen Lebens, kurz: Die Landwirtschaft ist für die Lebensgrundlage der Menschen verantwortlich. Darauf wies der österreichische Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter auf der 68. Landesversammlung des Südtiroler Bauernbundes hin. Die Bedeutung der Landwirtschaft müsse wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, forderte auch Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Mit knapp 54.000 familieneigenen Beschäftigten und etwa 30.000 weiteren Arbeitskräften ist die Landwirtschaft ein wichtiger wirtschaftlicher Sektor, der etwa zehn Prozent der Arbeitsplätze in Südtirol schafft und für eine Wertschöpfung von 700 Millionen Euro verantwortlich ist.

„Wesentlich wichtiger als solche Zahlen sind aber die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft: Die Produktion von Qualitäts-Lebensmittel und die Pflege der Kulturlandschaft“, erklärte Obmann Tiefenthaler.

Er wünschte sich, dass die Gesellschaft diese Leistungen noch mehr anerkennen würde. Die Landwirtschaft sei ein ganz besonderer Wirtschaftssektor, der anderen Spielregeln und anderen Märkten folgen würde. „Die besondere Rolle der Landwirtschaft muss anerkannt werden“, forderte deshalb auch SBB-Direktor Siegfried Rinner.

Minister Andrä Rupprechter hob vor allem die Pflege der Kulturlandschaft hervor. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren, die Landwirtschaft ist die Grundlage dafür. Mit knapp 80 Millionen Nächtigungen sind Nord- und Südtirol die beliebteste Region in den Alpen. Das kommt nicht von ungefähr, sondern ist auch den vielen Bauern zu verdanken, die die Landschaft gestalten.“

Dennoch werden die Landwirtschaft und besonders die landwirtschaftliche Produktion immer wieder kritisiert. „Besonders der Pflanzenschutz, Almerschließungen, die Almbewirtschaftung usw. standen im letzten Jahr in der Kritik. Und das, obwohl wir in puncto Qualität und Nachhaltigkeit in Europa ganz vorne stehen“, sagte Tiefenthaler.

Vielfach hätten Menschen ein Bild von der Landwirtschaft und eine Erwartungshaltung, die mit der Realität nichts zu tun hat. „Wir brauchen keine Lehrmeister, die uns sagen, wie wir unsere Tiere und Pflanzen zu pflegen haben“, stellte Rupprechter klar. Die Landwirtschaft brauche Produktionsmittel, wie z. B. Pflanzenschutzmittel. Die Diskussion über den Einsatz müsse daher sachlich geführt werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen