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Schütze im Rathaus

rabensteiner villandersHannes Rabensteiner ist Schützenhauptmann von Villanders – und jetzt stellt er sich als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung. Der 30-Jährige über seine Ambitionen.

TAGESZEITUNG Online: Herr Rabensteiner, warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Hannes Rabensteiner: Ich wurde von einigen Bürgern darauf angesprochen: Sie haben mich gebeten, mich zur Verfügung zu stellen. Dieses Wochenende finden die offenen SVP-Vorwahlen statt: Wenn die Bürger mir ihr Vertrauen schenken, dann stelle ich mich der Wahl. Aber ich fixiere mich nicht auf das Amt. Ich stelle mich jedoch zur Verfügung, wenn die Bevölkerung hinter mir steht

Ein Schützenhauptmann als Bürgermeisterkandidat. Mit welchen Reaktionen rechnen Sie?

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Schützenhauptmann Bürgermeister wird: Hans Winkler war auch Bürgermeister und zugleich Hauptmann der Schützen. Die Kompanie hat in den letzten Jahrzehnten sehr eng mit der Gemeindeverwaltung zusammengearbeitet. So konnte auch vieles umgesetzt werden. Gerade weil ich Schützenhauptmann bin, kennen mich die Bürger und sie wissen, wie ich bin und mit welchem Engagement ich mich einsetze. Wir haben mit dem Verein in Villanders vieles erreicht und bewegt. Die Bürger haben gesehen, dass ich zum Wohle aller und der Allgemeinheit und nicht nur zum Vorteil des Vereins gearbeitet habe. Beispiele dafür gibt es genug.

Vor fünf Jahren traten Sie für die Bürgerliste an…

Ja. Einige meiner Vorschläge sind gerade in Umsetzungsphase.

Nur Gemeinderat sein, wollen Sie nicht mehr…

Nein, dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung. Als einfaches Gemeinderatsmitglied kann man viel zu wenig Einfluss ausüben. Mir ist meine Zeit zu schade, um nur in der Ratsstube zu sitzen. Diese Zeit investiere ich dann lieber in den Verein. Dort kann ich mehr als im Gemeinderat bewegen.

Mit welcher Liste wollen Sie ins Rennen gehen? 

Das ist alles noch offen. Ich warte nun das Ergebnis der Vorwahlen ab. Die Bürger entscheiden: Sollte ich dort nicht ein eindeutiges Votum einfahren, trete ich einen Schritt zurück und überlasse dem anderen Kandidaten das Feld. Denn ich werde mich um den Bürgermeistersessel nicht reißen. Sollte ich jedoch großen Zuspruch erfahren, werden wir Gespräche führen und ich werde entscheiden, für welche Liste ich kandidiere. Eines möchte ich auch klarstellen: Ich will nicht in Konkurrenz zum amtierenden Bürgermeister Walter Baumgartner gehen. Ich sehe mich als Alternative.

Was wollen Sie in der Gemeinde erreichen? Wo besteht Handlungsbedarf?

Ich will keine leeren Versprechen machen. Mein großes Anliegen ist jedoch, alte Baustellen abzuschließen. Seit Jahren beschäftigen wir uns nun schon mit alten Streitfällen. Diese möchte ich endlich endgültig zu den Akten legen. Das wäre sicherlich auch der Wunsch von einem Großteil der Bevölkerung.

Sie wollen in einem verstrittenen Dorf Frieden hineinbringen?

Ja. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass in Villanders alle streiten. Aber es gibt alte Geschichten, die die Gemeinde sehr belasten. Diese Streitfälle müssen endgültig vom Tisch, damit man den Blick und die Energie auf Neues richten und neue Projekte angehen kann.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus, gewählt zu werden? 

Ich lasse alles auf mich zukommen: Viele Leute stehen hinter mir und trauen mir das Amt zu. Aber es gibt auch Bürger, die sehr skeptisch sind. Daher mache ich mir über meine Chancen keine Gedanken. Ich wünsche mir nur eines: Ich will einen Bürgermeister, der zum Wohle der Bevölkerung und für Villanders arbeitet. Ob das nun ich sein werde, oder ein anderer, ist dann zweitrangig.

Interview: Erna Egger

 

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