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„Wollte ein Statement setzen“

„Wollte ein Statement setzen“

Die Organisatoren der Facebook-Gruppe „Wir wollen kein Pegida in Südtirol“  wünschen sich, dass die Pegida-Befürworter klare Forderungen stellen und ein Gesicht zeigen, damit man im Dialog etwas erreichen kann.

Tageszeitung Online: Frau Brugger, warum kommt man auf die Idee einen Gegengruppe zu Pegida zu gründen?

Andrea Brugger*: Die Idee zur Gruppe hatte ich ganz spontan als ich sah, dass einige meiner Facebook-Freunde der Gruppe „Pegida Südtirol“ beigetreten sind. Ich wollte ein Statement setzen, für mich, meine Freunde und auch für die Gesellschaft. Ich wollte zeigen, dass nicht alle einverstanden sind. Probleme müssen angesprochen und ernst genommen werden, dies sollte aber nicht pauschal auf dem Rücken einer Religionsgemeinschaft oder der Einwanderer geschehen.

 Ist Pegida eine Gefahr für Südtirol?

Jede Bewegung die nationalistisches und fremdenfeindliches Denken fördert, kann gefährlich werden.

 Pegida ist nicht gleich Pegida – in Südtirol gibt es andere Ideen hinter der Gruppe als in Deutschland…

Dass bei den Südtiroler Sympathisanten für Pegida andere Ideen stehen ist uns nicht bekannt. Die Gruppe selbst hat sich nicht differenziert geäußert. Der wohl größte Unterschied bei Pegida und Sügida (Südtiroler gegen die Islamisierung des Abendlandes) ist, dass bei den „Ideologien“ die in der Mülltonne geschmissen werden, das Hakenkreuz entfernt wurde. Es wäre wünschenswert, das konkrete Forderungen und Kritik folgen, da man erst im Dialog etwas erreichen kann.

Es gibt keinen offiziellen Pegida Sprecher in Südtirol. Weil man sich nicht traut, dazu zu stehen?

Nein, das würden wir nicht sagen. Wir denken, es fehlt vor allem an konkreten Forderungen.

Viele Teilnehmer bei den Demos kommen aus dem Mittelstand und haben eine relativ hohe Ausbildung… Warum sind sie dann bei Pegida?

Es wurden einige Studien über die Teilnehmer von Pegida gemacht. Darunter die Studie der TU Dresden. Dabei wurden 1.200 Personen angesprochen, von denen 400 Personen an der Studie teilnahmen. Die Studie ist jedoch nicht repräsentativ, da 65 Prozent der Befragten gar nicht geantwortet haben. Die Studie zeigt jedoch, dass Pegida nicht eine homogene Gruppe ist.

 

*Namen von der Redaktion geändert

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