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Ja zum Diesel-Verbot

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Ein Beschlussantrag gegen die Einführung von neuen Diesel-Fahrverboten wurde gestern im Landtag abgelehnt. Wer wie abgestimmt hat.

von Heinrich Schwarz

Andreas Pöder ist es wieder einmal gelungen, dass die SVP eine unpopuläre Entscheidung öffentlich verteidigen muss. Der Landtag befasste sich am Mittwoch und Donnerstag mit Diesel-Fahrverboten, die das Land schrittweise in Zonen mit zu hohen Stickoxid-Werten einführen will. Konkret betroffen wären Straßen in Bozen, Meran, Brixen und Leifers.

Pöder (BürgerUnion) brachte einen Beschlussantrag mit dem Titel „Nein zum Diesel-Fahrverbot“ ein. Der Landtag möge sich gegen den Erlass von weiteren Verboten für Diesel-Fahrzeuge aussprechen. In Bozen gilt bereits seit Jahren ein Fahrverbot bis Euro-2-Diesel. Als nächstes soll laut Plan des Landes Euro 3 drankommen, bei weiterer Nicht-Einhaltung der Schadstoff-Grenzwerte Euro 4 und danach eventuell Euro 5.

„Neben einer kalten Enteignung der Bürger stellt dieses Verbot einen Wortbruch der Politik dar“, meint Andreas Pöder. Er sagt: „Jahrelang wurden Anschaffungen von Diesel-Fahrzeugen durch die Politik gefördert. Unlängst wurden sogar 124 Diesel-Busse angekauft. Zusätzlich zum erlittenen Wertverlust kommen auf Arbeitnehmer, Handwerker und Dienstleister unvorhergesehene Anschaffungskosten für neue Autos zu, nachdem sie ihre Arbeitsplätze wohl nicht mehr erreichen dürfen. Das Diesel-Fahrverbot ist wenig durchdacht und wissenschaftlich höchst umstritten.“

Unter den Parteien gingen die Meinungen weit auseinander. Der Beschlussantrag wurde schließlich mit elf Ja- und 19 Nein-Stimmen abgelehnt.

DIE DETAILS UND DIE POSITIONEN DER PARTEIEN LESEN SIE IN DER FREITAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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Kommentare (19)

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  • einereiner

    In Shenzhen fahten bereits 16000 Elektrobusse und das Provinznestchen Bozen eiert mit Wasserstoffbussen herum. Wir sind nicht der Nabel sondern der A…. der Welt.

    • itler

      In Shenzhen ist der Strom auch so gut wie kostenlos!
      Und soweit mir bekannt ist geht durch Shenzhen auch nicht eine 250-spurige Autobahn welche für 80% der Abgase verantwortlich ist (hab die Spuren mal in Relation der Spuren bei uns mit der Stadt Bozen gestellt [1 Spur pro 50.000 Einwohnern]).

  • realist

    etwas verbieten ist immer das einfachste.
    wenn genügend anreize für E- bzw. Hybride geschaffen würden, bräuchte man das alles nicht.
    Vor allem beim Ankauf müsste das Land, wenn man die Sache wirklich ernst nimmt, zinslos u. gemeinsam die gewünschten Autos ankaufen.
    Zb. Akkus haben in der Rergel min. 8 Jahre Vollgarantie.
    1. Das Land stellt 8 Jahre mit fixen Raten das Kapital u. den Strom gratis zu Hause u. bei den öffentlichen Tankstellen zur Verfügung.
    2. E u. Hybriede sollten 8 Jahre steuerfrei sein
    3 Gratis Lademöglichkeiten bei allen öffentlichen Einrichtungen (Schulen/Sport u. Sozialeinrichtungen/Vereinseinrichtungen/Gemeinden u Arztabulatorien/ Krankenhäusern usw.
    Lademöglichkeiten u. Anschaffung sind die Knackpunkte bei Überlegungen für od. gegen E Autos, vor allem bei Frauen.

  • andreas

    @realist
    Warum soll das Land großartig in Elektroauto für die Bürger investieren, wenn wir nicht mal einen Automobilhersteller haben?

    Es ist Aufgabe der Franzosen, Deutschen und Chinesen die Preise der Elektroautos zu drücken und damit eine Alternative anzubieten.
    Die Europäer machen es aber nicht, da ihre Technologie dann nutzlos wäre.
    Deshalb gehe ich davon aus, dass ein großer Teil der Elektroautos in Zukunft aus China kommt.

    Hybride sehe ich nicht als Alternative, da es nicht unbedingt wirtschaftlich ist, 2 Antriebsarten einzubauen. Der Spritkonsum bei diesen ist durch das Mehrgewicht höher als bei einem Antrieb und der größere Teil des Autolebends wird mit Sprit gefahren.

    Die große Masse wird nicht so schnell auf Elektro wechseln, einerseits wegen der Kosten, andererseits, weil es einen Verbrenner noch nicht komplett ersetzen kann.
    Deshalb wird auch so gut wie keine Rückgang der Umweltbelastung messbar sein.
    Es gibt also so gut wie keinen Grund für Südtirol, private Elektroautos zu subventionieren.

    • kurt

      @andreas
      Gut erkannt Andreas, nur das den meisten das schon lange vor dir eingefallen ist!!!!!!!!!!!!!!.

    • realist

      Wenn Diesel verboten werden sollen u. Südtirol genug alternative (Strom) eigene Energie hat u. Südtirol das Klimaland N 1 in Europa des eigenen Energieverbrauchs werden will, müssten das genug Gründe sein.
      Immer nur sagen, das sollen die anderen machen nur weil wir keine Autos produzieren aber sehr wohl Zulieferer sind, ist billig u. unehrlich.
      Die letzte Generation der Hybride (VW/ Audi/BMW/ Volvo/Mercedes sind wirkliche Hybride u. fahren heute schon über 60% elektrisch u. wenn die Möglichkeit des ladens überall da ist , könnte der E Betrieb laut Statistik u. aktuellen Umfragen, auf bis zu 80% steigen.
      Der Hybrid ersetzt viele Zweitautos, denn 70%, die ein bezahlbares E Auto haben, brauchen für weite Fahrten ein zweites Auto.
      Der Spritkonsum zB Golf Hybrid u. Golf Fsi 1.4l laut Erhebungem von 2015 bis Heute ist 1 zu 3 zu Gunsten des Hybrit s.
      Desswegen, wie sie das einzige richtig feststellen, wenn man e- Mobilität wirklich will, muss man genau an den Punkten ansetzen: Anschaffungskosten u. bequem überall aufladen ,auch bei jeder Schukko-Steckdose.
      Für den Individualverkehr reicht das völlig, wenn man will?

      • andreas

        Toyota kann Hybrid, die Europäer nicht wirklich, da sie die Wagen nur benötigen, um den durchschnittlichen Schadstoffausstoß der Flotte zu senken.
        Es ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, überteuerte Karren von Betrügern wie VW finanzieren.

        • realist

          Toyota war zwar einer der ersten, hat aber nichts mehr entwickelt u. ist Heute nicht mehr auf dem neuesten Stand, auch was verbrauch anbelangt.
          Einzig der Preis ist noch gut, ist aber bei diesen E Reichweiten keine Kunst.
          Die öffentliche Hand sollte das verhältnissmäßig unterstützen, wofür sich der E od. Hybrit- Autokäufer entscheidet.
          Am Ende sollte die Abgasbelastung zählen.
          VW ist nur einer von vielen u. betrogen haben sie mehr od. weniger alle.
          Mazda will seine Dieselflotte mit Hybrid u. reine E Autos ersetzen.
          Das Land könnte das in Südtirol genau so unterstützen u.unseren Übeschuss-Strom besser Nutzen.
          Bitte nur über den aktuellsten Stand diskutieren.
          Heute ist Morgen schon Vor-vor-vor Gestern.

          • andreas

            Toyota mit seiner Premiummarke Lexus bauen immer noch die besten Hybridkarren, wissen aber, dass es nur eine Übergangstechnologie ist.

            Die Autoindustrie entwickelt sich unabhängig von Südtirol und genau so wie bei der Wasserstofftankstelle viel Geld für wenig verbrannt wurde, ist eine Subvention bei vermeidlich „sauberen“ Privatkarren falsch.
            Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum erzielbaren Ergebnis.

            Und wenn die Leitungen zum Endverbraucher nicht da sind, nützt auch der ganze überschüßige Strom nichts.

            Die Brennerautobahn soll Tankstellen für Wasserstoff, Elektro, Gas und jegliche Energiequelle zur Verfügung stellen, damit lässt sich vielleicht Geld verdienen, das Land soll aber erst aktiv werden, wenn die Richtung eindeutig ist.

            Den letzten Satz hättest du dir getrost sparen können, die Richtung ist noch nicht klar und blinder Aktionismus ist selten richtig, kostet nur unnötig Geld.

    • ahaa

      Intercabele,Gkn…poduzieren haubtsàchlich Autoteile.Kein Land in Europa macht sein Auto komplett selbst.VW . Teile werden nur in D zusammengebaut.Bausàtze!
      Intercable wird hier ein Mittelpunkt werden fùr die E-Mobilitàt.Ein Haubtzulieferer aller Marken.Sowie Zirozahn ein Imperium geschaffen hat ,und Sùdtirol gut Werbung macht Das sind Macher! .

  • franz

    Pöder hat vollkommen recht.
    Ein Dieselverbot ist eine Enteignung der Bürger und ein Wortbruch der Politik Jahrelang wurden Anschaffungen von Diesel-Fahrzeugen durch die Politik gefördert.[..]
    Abgesehen davon, dass Elektroautos Strom verbrauchen bzw. von wo dieser Strom herkommen soll, darüber haben sich Theiner und Co wohl noch nie keine Gedanken gemacht, wo der Strom her soll. bzw. dass bei der Stromerzeugung durch Kohlekraftwerken auch die Umwelt in Mittleidenschaft gezogen wird.
    Nach dem Motto Strom kommt aus der Steckdose- Ende.
    Abgesehen davon , dass Elektroautos noch zu teuer sind bzw. eine geringe Reichweite haben und Ladestationen fehlen, würde der Umstieg auf Elektroautos zu einen exponenziellen Anstieg von .Stromverbrauch. führen.
    Stromverbrauch der nicht ohne zusätzliche Stromproduktion Mittels Atomkraftwerken Kohlekraftwerken und Umweltbelastung abgedeckt werden kann.
    Alternativ-Energie Windparks, Biogas usw iwäre die Lösung.
    https://aiomag.de/stromverbrauch-und-elektromobilitaet-haben-wir-genug-strom-9286
    Was vom Bozner Unternehmen Gostner FRI-EL & Gostner – Alerion Partner von Eon und RWE, bereits effizient und im Gegensatz zu Alperia Gewinnbringend betrieben wird
    So gesehen müssten solche Unternehmen mehr gefördert werden.
    Leider fehlen in Deutschland ( auf Grund der Politik Merkel ) vom Norden ausreichende Stromleitungen zu den Verbrauchszentren in Süddeutschland. Windstrom Onshore und Offshore.
    https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/wirtschaft/stromleitungen-fuer-tausende-megawatt-fehlen-id5087.html

  • rota

    Aber wir haben den Strom heimgeholt, und investieren unser Geld über teure Energiepreise in Steueroasen.

  • thefirestarter

    Irgendwie müssen doch die Millionen für Wasserstoffbusse und die Wasserstoffproduktion gerechtfertigt werden.
    Im Zweifelsfall mit dem Zwang der benutzung der Öffis.

    Im ernst ich finde es gut so… hoffe nur die Regelung gilt für alle Diesel sei es PKW wie LKW. Der Mensch ist ein Faultier.. ohne Zwang würde die Verschmutzung einfach weiter gehen.

  • franz

    @rota
    Den Strom haben nur zum Teil zu uns gebracht,bzw. nur die Konzessionen bis 2022. wie ich bereits zum Thema: “plus-fuenf-Grad“ geschrieben habe.
    http://www.tageszeitung.it/2018/04/18/plus-fuenf-grad/
    @thefirestarter
    Bevorzugst Du etwa Strom aus Braunkohlekraftwerke oder Strom aus Atomkraft ? Braunkohlenkraftwerke sind Dreckschleudern oder würdest auf Strom überhaupt zu verzichten wie die Grünen, auf Bäumen leben ja , aber mit Warmdusche und Licht )
    Allein die vier großen RWE-Braunkohlenkraftwerke im Rheinland emittieren jährlich etwa 1.473 Tonnen der gesundheitsschädlichen Feinstaub-Partikel. Dazu kommen etwa 1.500 Kilogramm des Nervengifts Quecksilber und ein Mix aus Cadmium, Arsen, Blei, Zink, Schwefeldioxid, Stickoxiden und anderen Schadstoffen. Und das trotz vermeintlich bester Filtertechnik.
    https://www.bund-nrw.de/themen/mensch-umwelt/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohlenkraftwerke/dreckschleuder-braunkohlekraftwerk/

  • robby

    Alle in Südtirol blicken nach Deutschland und die E Mobilität. Dabei hat Italien längst einen ganz anderen Weg eingeschlagen und zählt auf Methangas als Treibstoff – wovon Italien jede Menge hat. IVECO baut bereits entsprechende LKW’s. Die Produktion von Biomethan wird gewaltig gefördert ( decreto Biometano vom März 2018). Die Umweltbilanz von Methan darf jeder gerne selbst im Internet nachlesen. Und es fallen keine Batterien an, weder beim Bau noch beim Verschrotten.

    • ahaa

      Dann kann der Bauer zuhause vom Mist tanken.Oha 😉

    • realist

      Trotz Förderung sind in Italien 0,0 irgendwas Gasbetriebene Fahrzeuge zugelassen.
      Auch Italien importiert Gas.
      Methan wäre nur für etwa 3% aller Fahrzeuge ausreichend.
      Dass Italien in der Mobilität schon irgend was gut gemacht hat, ist mir unbekannt. (Siehe Bahn/Alitalia/Fiat neue Technologien usw.
      Wenn wir auf Italien zählen, werden wir höchstens unter den letzten 5 in Europa eine Rolle spielen.
      Verbrenner sind Verbrenner, schon alleine der Wirkungsgrad eines Verbrenners ist die ärgste Energieverschwändung.
      Man kann s kaum glauben, was Heute ohne Verbrenner schon möglich wäre.

  • hubi

    Mich erstaunt, was hier für ein Quatsch dahergeredet wird. Andreas Pöder hat mit seiner Meinung Recht. Dass es der Kompatscher Landesregierung nicht wirklich um Umweltschutz geht liegt auf der Hand. Die meisten Gesetze und Regelungen werden nicht zum Wohle der Bürger erlassen, sondern nur um Lobbisten zufrieden zu stellen und den Bürger zu gängeln. Um nicht nur zu nörgeln, mache ich der Landesregierung mal einen Vorschlag, das Abgasproblem der Stadt Bozen effizient zu senken: Installation einer Oberleitung welche für Elektrobusse genutzt werden kann.

  • goggile

    ganz einfach. schadenersatzklage der Verbraucher an die Politiker die dies aufzwingen wollen, und wetten es wird alles zurueckgezogen? dies würde bedeuten dass camperbesitzer plötzlich finanziell enorme schäden ausgesetz sind. zudem wuede ja kein campertourist mehr anreisen. apropo, dann könnten wir im Fremdenverkehr zusperren wenn dies auch fuer Touristen gildet. klagt endlich diese Politiker die solch Sachen durchboxen wollen und man kann sich wieder auf grundlegenede Sachen konzentrieren. ich denke der Fremdenverkehr lässt sich sowas nicht bieten. wollen wir auch den Bauern dann alle verbieten zu arbeiten mit den Traktoren? die Autoindustrie ist durch solche ankuendigungen alleine schon genug geschädigt. klagt. sonst ändert sichnichts.

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