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„Völlig korrekt gehandelt“

Nach dem Fall eines Rasers, der von Carlo Costa „aus dem Verkehr gezogen“ wurde: Der Technische Direktor der Brennerautobahn sei befugt, in den Straßenverkehr einzugreifen – bestätigt jetzt der Präsident der Region, Arno Kompatscher.

von Artur Oberhofer

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt: Im Oktober vergangenen Jahres berichtete die TAGESZEITUNG über einen Zwischenfall auf der Brennerautobahn. Die Protagonisten: Der Technische Direktor der Brennerautobahn AG, Carlo Costa, und ein Südtiroler Unternehmer, Patrick R.

Patrick R. behauptete unter anderem, er sei am 6. Oktober 2017 von Carlo Costa mit einer Haltekelle dazu genötigt worden, auf die Notspur auszuweichen und anzuhalten.

Die Freiheitlichen hatten daraufhin eine Anfrage im Regionalrat eingebracht. Die Antwort des Präsidenten der Regionalregierung, Arno Kompatscher, liegt jetzt vor.

Arno Kompatscher stellt den Fall so dar:

„Der Technische Generaldirektor war am 6. Oktober 2017 auf der Überholspur in Richtung Süden ungefähr auf der Höhe von km 180 in einer Rechtskurve fahrend in den Rückspiegeln seines Wagens auf einen Pkw aufmerksam wurde, der mit extrem hoher Geschwindigkeit ebenso auf der Überholspur unterwegs war, auf die rechte Fahrspur wechselte, um nicht das Auto zu rammen, in dem der Ingenieur selbst fuhr, und dabei ins Schleudern geriet. Nachdem er wieder die Kontrolle über seinen Pkw erlangt hatte, fuhr er erneut mit überhöhtem Tempo los, wechselte unablässig von der rechten auf die linke Fahrspur und umgekehrt, um quer über die Autobahnspuren sehr gefährliche Überholmanöver durchzuführen.

Aufgrund der von diesem Fahrverhalten ausgehenden offensichtlich großen Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der anderen Verkehrsteilnehmer sowie von Ing. Costa selbst und dank einer vorübergehenden Staubildung gelang es ihm, sich dem auf diese Weise fahrenden Fahrzeug – einem weißen 3er Touring BMW – seitlich zu nähern und mit einem Handzeichen dem Fahrer anzuzeigen, er solle auf der Notspur anhalten.

Ing. Costa stieg von seinem Fahrzeug aus, informierte den BMW-Fahrer, dass er ein Bediensteter der Brennerautobahn AG sei, ohne dabei seine Position zu nennen oder die anderen im besagten Zeitungsbericht veröffentlichen Aussagen zu machen, verständigte die für die Autobahn zuständige Verkehrsleitzentrale der Straßenpolizei sowie die Verkehrspolizei und forderte den Einsatz eines Streifenwagens sowie der Autobahnfachkräfte an, um die Fahrtauglichkeit des vorgenannten Lenkers überprüfen zu lassen.

Daraufhin setzte Ing. Costa seine Fahrt fort. Nach wenigen Kilometern erblickte er erneut besagten BMW-Lenker im Rückspiegel, welcher ihn einholte und von seinem Pkw aus mit der Handykamera fotografierte.“

Arno Kompatscher erklärt außerdem, dass Carlo Costa als Technischer Generaldirektors der Brennerautobahn AG befugt sei, im Straßenverkehr einzugreifen. Costa sei nämlich – Zitat – „dafür zuständig, die Sicherheitsbedingungen für den Verkehr auf der gesamten Stecke der Brennerautobahn und für sämtliche Fahrzeuge zu gewährleisten“.

Im konkreten Fall sei Carlo Costa „Zeuge des Fahrverhaltens von Herrn Patrick R. gewesen, das offensichtlich eine Verletzung der in der Straßenverkehrsordnung für Fahrzeuglenker festgelegten Bestimmungen und eine konkrete Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der anderen Verkehrsteilnehmer darstellte“.

Costa selbst habe sich, „angesichts der Notwendigkeit, diese Risikosituation umgehend zu entschärfen, ohne Anwendung von Zwangsmaßnahmen, um den Halt des Fahrzeugs von Herrn Patrick R. zu forcieren“, lediglich darauf beschränkt, diesen durch Handzeichen auf der Notspur anzuhalten, um anschließend sofort die zuständigen Polizeiorgane über den Vorfall zu informieren.

In der Antwort des Präsidenten der Region wird also die Aussage, die Patrick R. in der TAGESZEITUNG gemacht hatte, Carlo Costa habe eine Handkelle benutzt, dementiert.

Laut Kompatscher habe sich der Technische Generaldirektor „in einer Notsituation“ befunden, die nicht anders hätte bewältigt werden können. „Unter diesen Umständen hat er die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet, sondern völlig korrekt zum Schutz derselben gehandelt.“, so nimmt Kompatscher Costa in Schutz. Costa habe „im Einklang mit der Straßenverkehrsordnung und pflichtgemäß gehandelt“. Der Technische Direktor habe „keine polizeiliche Gewalt ausgeübt“. Er habe den Lenker des 3er BMWs in keiner Weise gezwungen, sein Fahrzeug anzuhalten, den Führerschein vorzuweisen bzw. sich auszuweisen.

Bezug nehmend auf die Anzahl der Personen, denen eine Haltekelle zur Verfügung steht, um in den Verkehr eingreifen zu können, präzisiert Arno Kompatscher, dass „kein einziger Bediensteter der Brennerautobahn AG über eine solche verfügt“.

Allerdings seien nachstehende Personen dazu ermächtigt, in den Verkehr einzugreifen, um die angemessene Verwaltung der Autobahn sowie die Ausübung der diesbezüglichen Tätigkeiten zu gewährleisten: der Geschäftsführer, der Technische Generaldirektor aufgrund einer schriftlichen Ermächtigung, der Dienstleiter der Verkehrssicherheitszentren sowie die Autobahnfachkräfte.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (19)

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  • goggile

    was erlaubt sich kompatscher eine Stellungnahme abzugeben? ist er Ermittler? ist er dabei gewesen? seit wann darf ein lh Ermittler spielen. er darf die regeln herunterleiern aber sicher nicht sagen wie es gewesen ist. dies ist Kompetenz von Ermittlern fals es ihre gibt.

    • markusgufler

      Was genau beim Satz „Die Freiheitlichen hatten daraufhin eine Anfrage im Regionalrat eingebracht. Die Antwort des Präsidenten der Regionalregierung, Arno Kompatscher, liegt jetzt vor“ ist unverständlich?

  • kurt

    Dieser Patrick R. gehört ins Loch für eine Weile das ist auch sicher,und in diesem Fall hat Herr Costa von mir aus richtig gehandelt,ob der Landeshauptmann auch seinen Senf dazu geben muss ist eine andere Sache.

    • goggile

      hallo kurt. tschuldigung aber wenn Patrick ins loch gehört, dann müsste ganz Südtirol schon im loch gesessen sein, zumindest die die die patente haben. drängler gibte es zu genüge. man sieht oft auf den Charakter eines menschen wie jemand den Sicherheitsabstand einhaltet. ich schätze nicht mehr als 2 Personen pro 10 Personen liegen da im richtigen Bereich. es ist auch eine respektsache. un die die nicht wegen dieser Sache ins loch wandern wandern wegen anderen Sachen ins loch bei der aktuellen verbotsgesellschaft. jeder ist ein potentieller lochgänger! sofern richtig kontrolliert würde im jeweiligen Bereich. das loch, die ultimative prämie der Diktatur. leider gibt es keine Demokratie auf dieser welt, wo ma frei ist.

      • kurt

        @goggile
        Man darf nicht alle in einen Topf werfen,aber wenn es stimmt was Herr Costa geschildert hat ,dann ist Führerschein Entzug und Loch die logische Folge denn das sollte ja auch als Abschreckung dienen, nur heute ist „svuota -Carceri“ wichtiger also was soll das ganze Theater.

  • huwe

    Wen ein Herr Kompatscher oder Strasseningeniere oder sonst ein Bedisteter der Strasse als Polizei fongieren kann, warumm haben wir eine Polizei?, um ende des Monats den Lohn zu kassiern?
    wens so wäre möchte ich auch polizist sein
    ich glaube wir leben schon lange in einen Bannanenstaat wo Südtirol auch dazu gehört.

  • unglaublich

    Also wenn mich der Landeshauptmann mit überhöhter Geschwindigkeit überholt, dann werde ich ihn mit einer Kelle aus dem Verkehr (ist ja eine Notsituation) ziehen und die Straßenpolizei holen. Und ich meinte immer, dass dies nur Polizeiorgane tun dürfen. Man lernt ja nie aus.

  • rota

    Laut obiger Auslegung darf auch der LH, er ist oberster Chef des Zivilschutzes.
    Und die Feuerwehr und andere Rettungs- Zivilschutzkräfte, ich glaube da wäre Aufklärung nötig.
    Andererseits darf ich einen ungebetenen Eindringling in mein Eigentum auch als Hausherr nicht unsanft berühren.

  • silverdarkline

    „Im konkreten Fall sei er Zeuge gewesen..“ Also reicht es mittlerweile wenn einer von den Bonzen jemanden anschwärzt…In welchem Land leben wir denn mittlerweile? Und die Russen sind die Bösen..laut Dorfmann. Bravo

  • zusagen

    Raser wie Patrick R. gehören tatsächlich ins Loch und bis zur Einsicht nicht wieder rausgelassen. Lächerlich aber die Stellungnahme von Herrn Kompatscher. Er sollte sich besser dafür einsetzen dass tatsächlich gegen das rücksichtslose Fahren und Rasen was unternommen wird. Von mir aus mit Herrn Costa zusammen. Was sich der aber geleistet hat war willkürliches Eingreifen und hat die Situation schlussendlich nur noch verschärft. Sowas darf nicht vorkommen und keinesfalls gutgeheißen werden

  • tiroler

    Jaja, wer sagt dass die version von renzi kumpel svpd costa der wahrheit entspricht??

  • goggile

    ES WÄRE BESSER WENN VERBRAUCHERSCHÜTZER MAL KLAGEN FÜR DIE HORRENDEN AUTOBAHNGEBÜHREN: KEIN STEUERBUGGLER KANN SICH BOZEN BRIXEN BOZEN KLAUSEN BOZEN STERZING NEUMARKT USW LEISTEN ! VERGOGNA! MIR STEHEN DIE HAARE ZU BERGE WENN ICH NUR DRAN DENKE! NACH GARDASEE WIRD MAN AUCH SCHON ARM DA IST ES SCHON BESSER MAN FÄHRT GEMÜTLICH LANDSTRASSE: AUSERDEM IST ES EINE ZUMUTUNG MIT DEN STAUS DEN RADARKONTROLLEN DEN ABZOCKEN MIT DEN ROBOTERN BEI DEN AUTOBAHNAUSFAHRTEN

  • robby

    Ist unser LH und Dauergrinser unterbeschäftigt? Aber ja, als Autobahnpolizisten sähe ich ihn gut. Vielleicht sogar besser als in seiner derzeitigen Funktion

  • criticus

    Eigentlich nicht zu beneiden dieser Herr Costa, wo er überall anpacken muss. Sparkasse, Autobahn, PD-Südtirol, und und…..
    Ach ja, die Autobahnpolizei muss er auch noch ersetzen. Ein Unikum eben, oder armer Teufel?
    Hat man da überhaupt die Zeit etwas ordentlich zu Stande zu bringen?

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