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Geht jetzt die Post ab?

Die Post aus und nach Südtirol macht künftig keinen Umweg über Verona mehr, sondern wird direkt in Bozen sortiert und verteilt.

Auf den Sendungen wird nicht mehr der Poststempel Verona, sondern ein dreisprachiger Poststempel Bolzano/Bozen/Bulsan aufscheinen.

Nachdem es sich bei einem Großteil der Postsendungen um lokale Post handelt, also um Post, die von Südtirol nach Südtirol gesendet wird, kommt dies in erster Linie den Südtirolerinnen und Südtirolern zugute, da sich – besonders sprachlich bedingte – Fehlzustellungen drastisch verringern dürften, hofft LH Arno Kompatscher.

Dank kürzerer Transportwege wird auch die Umwelt Gewinn daraus ziehen. Nach zweimonatigen Vorbereitungen hat das Südtiroler Verteilungszentrum in der Reschenstraße in Bozen offiziell seinen Betrieb wiederaufgenommen.

Es war 2003 endgültig geschlossen worden, nachdem bereits seit 1992 die Verteilung der Südtiroler Post nach Verona verlagert und der Südtiroler Poststempel durch jenen von Verona ersetzt worden war.

„Am 5. April vergangenen Jahres habe ich in Rom das Abkommen mit der Post unterzeichnet. In der Zwischenzeit ist es uns gelungen – trotz Führungswechsel bei der italienischen Postgesellschaft –  vier wesentliche Inhalte des Abkommens umzusetzen und damit die Voraussetzungen für bessere Postdienste in Südtirol zu schaffen“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch bei seinem Besuch im wiedereröffneten Verteilungszentrum und sprach von einem „autonomiepolitischen Erfolg für die gesamte Südtiroler Bevölkerung“.

Er verwies auch auf die Bedeutung der Post, die auch im digitalen Zeitalter dank ihrer kapillaren Struktur nicht an Bedeutung verliere, sondern ihre Tätigkeitsbereiche verändere. Derzeit sei die Paketzustellung des Online-Verkaufs in starkem Aufwind. Zudem seien die Postämter in den Dörfern weiterhin ein Ort der Begegnung.

Das Abkommen zwischen Land Südtirol und dem größten italienischen Dienstleister, der Gesellschaft Poste Italiane, aus dem vergangenen Jahr war das Ergebnis intensiver Verhandlungen. Die heutige Wiederinbetriebnahme Verteilungszentrums in Bozen ist nur einer der Punkte dieses Abkommens. Das Abkommen beinhaltet zudem die Beibehaltung aller Postämter samt Personal, die Postverteilung an sechs Wochentagen sowie die Beauftragung eines eigenen lokalen Personaldirektors, dem alle Postangestellten in Südtirol unterstellt sind. Das Land Südtirol trägt über das Mailänder Abkommen von Ende 2009, das unter anderem Südtirols Beteiligung an der Abdeckung der Staatsschulden regelt, zur Finanzierung dieser Qualitätsverbesserungen der Postdienste in Südtirol bei.

Nicht nur alle 129 Postämter seien beibehalten worden, vielmehr sei die Anzahl der Postämter mit der Wiedereröffnung der Poststelle in Steinmannwald auf 130 angestiegen, betonte der Landeshauptmann. Die Postzustellung an sechs Tagen in der Woche sei garantiert, auch nach der italienweiten Einschränkung der Postzustellung im November vergangenen Jahres.

Die Einstellung neuen Personals und die Beauftragung eines eigenen Postpersonaldirektors für Südtirol seien weitere Schritte zu mehr Qualität der Postdienste in Südtirol, sagte Landeshauptmann Kompatscher.

Was das Personal angeht, so seien die 503 Stellen als Postboten und die 370 Angestelltenstellen beibehalten und mit Luca Passero und Ester Demetz die Stellen als Landesdirektor und jene als Personaldirektorin besetzt worden.

Woran man weiter intensiv arbeite, sei die Verbesserung der Personalsituation, waren sich Landeshauptmann Kompatscher und die Spitzenvertreter der Post einig. Zwar seien 15 neue Mitarbeitende angestellt worden, dies reiche jedoch nicht aus, um die angestrebte Qualität zu erzielen.

Der Landeshauptmann kündigte an, sich für ein eigenes Südtiroler Personalaufnahmeverfahren einsetzen zu wollen. Dies solle im Rahmen der paritätischen Kommission geschehen, in der Post und Land zusammenarbeiten. Da in Südtirol Vollbeschäftigung herrsche, seien prekäre Beschäftigunsverhältnisse oder eine kurze Vertragsdauer von sechs Monaten nicht attraktiv.

„Die Umsetzung von vier wesentlichen Punkten des Post-Abkomens zeigt, dass mit Einsatz und in guter Zusammenarbeit auch schwierige Aufgaben gelöst werden können“, zeigte sich Landeshauptmann Kompatscher auch im Hinblick auf die Personalfrage zuversichtlich.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (14)

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  • besserwisser

    der oanzige der eppes zu lochn hot ist der lh …

  • einereiner

    @besserwisser
    wahrscheinlich weil er als einziger der Meinung ist, dass er einen guten Deal gemacht hat.
    Wir zahlen, haben aber wenig zu melden.
    Besser wäre es gewesen alles von der Post zu übernehmen und auch ein Prozent der gesamtstaatlichen Einnahmen zu bekommen.

  • huggy

    da bin ich ja mal neugierig, ob die Weihnachtspost jetzt zu Weihnachten oder immer noch so um Drei Könige oder später eintrifft

    • tff

      Gibt es noch Menschen die Weihachtspost schreiben ? Auch noch Ostergrüße ?
      Und das bei Handy und e-mail. Unglaublich. Fahren die auch noch mit der Postkutsche?

      • markp.

        @tff
        Gott sei Dank gibt es noch Menschen mit richtigen Werten, die gerne Ihre persönlichen Wünsche auch persönlich und liebevoll mit Hand schreiben und ihre kostbare Zeit investieren, anstatt mit diesem billigen, unpersönlichen, künstlichen Getippse. Gott sei Dank. Haben Sie, werte/r Herr/Frau tff, in Ihrer virtuellen Welt überhaupt noch den Überblick oder sind sie auch schon so gefühlsmäßig so kalt und abgestumpft, daß Sie über andere lästern? Und haben Sie auch daran gedacht, daß es noch ältere Leute gibt, die mit Smartphone und PC nicht so geübt sind. Aber hauptsache Ihnen geht es gut.

        • tff

          Gibt es wirklich Menschen die die moderne Welt so hassen, dass sie von „getipse“ reden, das 90% der Leute täglich und stündlich machen. Die wohl bewusst ohne Telefon leben, und so nicht den schönsten Gruss, ein persönliches Gespräch, machen können. Wieviel Frust und Hass staut sich bei solchen Menschen auf, die gegen jegliche Errungenschaft zu Felde ziehen, im Wahn die „gute“ alte Zeit erhalten zu müssen. Oder ist es nur Wichtigtuerei um partout dagegen zu sein.

          • markp.

            Wo habe ich geschrieben oder dass ich die moderne Welt hasse? Ich habe von den schnell getippten Grüßen geschrieben und daß es da auch persönlichere Formen gibt.
            Mir geht es darum, daß man nicht immer so arrogant auf dem hohen Ross daherkommen soll und über andere lästern, nur weil man meint etwas Besseres zu sein, weil man mit der modernen Welt mitschwimmt und immer up to date ist. Das hat weder was mit Hassen, Wichtigtuerei (daß trifft eher auf Sie zu!!) oder sonst was zu tun.

            Ihnen scheint auf jeden Fall menschlich und moralisch die gute,neue,moderne, kurzlebige Zeit nicht gut bekommen zu haben. Amen.

  • franz02

    Wie schön und gut das alles ist! Aber: „Der Landeshauptmann kündigte an, sich für ein eigenes Südtiroler Personalaufnahmeverfahren einsetzen zu wollen.“ Ja, wenn das nur nicht wieder das übliche südtiroler Stellenbesetzungssystem ist, wonach es gut ist, eines Freundes Freund zu sein, um ohne Wettbewerb in die Stellen berufen zu werden, die attraktiv sind.

  • pingoballino1955

    Die Vetternwirtschaft und der Postenschacher wird in Südtirol nie aufhören,solange die SVP hintenrum alles nach Sympatie und Parteikartl vergibt,deshalb die Herbstwahlen nützen und die SVP in die Schranken weisen-höchste Zeit!!!!

  • franz

    Grundsätzlich ist es ja ein gute Sache und daher wäre auch nichts einzuwenden.
    Zumindest den Beigeschmack der Wahlpropaganda hat es schon.
    Vor allem nicht ganz nachzuvollziehen ist die Tatsache,dass das Land für die Verwaltung der Post jährlich 10 Millionen € ausgibt, für eine Verwaltung die kein Personal zur Verfügung stellt bzw. 15 Posten mit prekären Zeitverträgen besetzt hat.
    Auf “Rai – Alto Adige 16:01.2018 19:35 ( Video ab 9:31 ) heißt es.
    Für die Übernahme der Post bezahlt das Land Südtirol 10 Millionen / Jahr.“ “Rai – Alto Adige 16:01.2018 19:35 ( Video ab 9:31 ) heißt es.
    Und wie die Postgewerkschaftvertreterin Monika Messino erklärt 50-60 Mitarbeiter für die Postzustellung fehlen.. zum Teil werden Personen die in Rente gehen nicht mehr ersetzt usw.
    LH Kompatscher hat wohl vergessen sich bei diesen Kuhandel die Personalbetzung als Bedingung einzuhandeln, und hat sich ähnlich wie der Übernahme der Enel-Großkraftwasserwerke über den Tisch ziehen lassen.
    Was dazu führt, dass die Zustellung nicht funktioniert. Und so gesehen dieses Verteilungszentrum nicht viel bringt.
    Ein Hotel ohne Personal funktioniert auch nicht.
    Ein Skandal ist, dass das Land der Staat Millionen für illegale- Immigranten ausgibt ( 20-30 Millionen € / Jahr auf Landesebene – ( 5 Milliarden € Jahr auf Staatsebene ) und kein Geld Menschen mit unbefristeten Verträgen mit einen menschenwürdigen Gehalt einzustellen um diesen Menschen eine Perspektive zu geben.
    Stattdessen werden sie mit befristeten prekären Zeitverträgen ausgenutzt und mit Überstunden massakriert.
    Kein Wunder wenn es wenig Interesse bezüglich Bewerbungen gibt. wie bereits zum Thema: Wiedereröffnung – Postamt in der Leiferer Fraktion Steinmannwald geschrieben. http://www.tageszeitung.it/2018/01/16/die-wiedereroeffnung/#comment-362178

  • erich

    Da ist jeder Euro verworfen, die Post wird ja zunehmend durch digitale Kommunikationsmittel und Pec Email abgelöst.

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