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124 neue Dieselbusse

Bei Nicht-Verbesserung der Luftwerte soll es Diesel-Fahrverbote geben. Warum hat die Landesregierung dann 124 neue Diesel-Busse angekauft?

von Heinrich Schwarz

Ab 2019 Euro 3, zwei Jahre später Euro 4 und noch zwei Jahre später Euro 5: Die mögliche schrittweise Einführung von Diesel-Fahrverboten in Südtiroler Städten, wo die Stickstoffdioxid-Grenzwerte mit anderen Maßnahmen nicht eingehalten werden können, sorgen weiterhin für landesweite Diskussionen. Immerhin gibt es in Südtirol noch über 33.000 Euro-3-Diesel-Fahrzeuge und jeweils über 55.000 mit den Abgasnormen Euro 4 und 5, die laut einer Studie großteils noch mehr Stickstoffdioxid ausstoßen.

Auf die Frage, ob sich betroffene Diesel-Fahrer lieber ein neues Auto kaufen sollten, antwortete Umweltlandesrat Richard Theiner neulich: „Ich würde mir jedenfalls keinen neuen Diesel kaufen.“ Immer öfter heißt es, dass der Diesel keine Zukunft habe.

Umso fragwürdiger ist dabei die Tatsache, dass die Landesregierung im November 2016 beschlossen hatte, für die Nahverkehrsbetriebe SAD und SASA insgesamt 124 neue Diesel-Busse um rund 38 Millionen Euro anzukaufen – 86 für die SAD und 38 für die SASA.

Damit werden zwar jene Busse ersetzt, die mehr als zwölf Jahre alt sind, allerdings ist man dem Diesel treu geblieben. Die auffallenden neuen SAD-Busse sind seit kurzem auf Südtirols Straßen unterwegs.

Im öffentlichen Nahverkehr sind aktuell fast 700 Busse im Einsatz. Dabei handelt es sich fast ausnahmslos – in Bozen sind ein paar Wasserstoff- und bald auch Elektro-Busse unterwegs – um Diesel-Fahrzeuge. Die Busse können bis zu zwölf Jahre lang eingesetzt werden.

WIE DAS LAND DEN WEITEREN EINSATZ VON DIESEL-BUSSEN RECHTFERTIGT, LESEN SIE IN DER SAMSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (31)

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  • zusagen

    Selbstfahrende Taxis und Kleinbusse könnten auf ausgewählten Ruten diese Busse überflüssig machen.
    Südtirol wird aber wohl alles verschlafen.
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Daimler-und-Bosch-wollen-selbstfahrende-Taxis-testen-3960263.html

  • andreas

    @zusagen
    Du kennst den Unterschied zwischen testen und praxistauglich?
    Autonome Busse kannst, außer bei gutem Wetter in der Ebene, die nächsten 20 Jahre vergessen.
    Bis jetzt können sie mit Eis oder schneebedeckter Fahrbahn nichts anfangen und Ketten können sie auch keine montieren. Bei starkem Regen, Schnee oder dichterem Nebel können sie auch nicht fahren.
    Kein autonomer Bus kommt z.B. die Mendel hinauf.

    Wobei autonomes Fahren nichts mit dem Antrieb zu tun hat.
    Diesel wird aber auch dort in den nächsten 10 Jahren immer noch die effizienteste Antriebsart sein.

    • zusagen

      ich habe ausdrücklich von ausgewählten Routen gesprochen. Ich spreche nicht dass morgen schon alles passiert ist, aber heute hat schon mal begonnen. Auch beim Testen werden Personen befördert, oder denkst du dass diese Taxis leer fahren? Auch hat jemand mal erzählt, die Welt werde ohne Bleibenzin stehen bleiben. Vielleicht dreht sie sich jetzt langsamer, dafür erleben wir sie ohne Bleibenzin schöner und länger. Autonomes Fahren hat nicht unbedingt mit der Antriebsart zu tun, es ergänzt sich nur scheinbar sehr gut

  • erich

    Mit der Weiterentwicklung der Batterientechnik wird die Wasserstoffproduktion immer uninteressanter. Sie hat allein Berechtigung wo überschüssiger Windstrom verwendet werden kann. Ich brauche 3 kw Strom um 1 kw Wasserstoff zu produzieren, so versteht jeder, dass es billiger ist den Strom direkt zu verwenden. Wasserstoffbusse war ein sehr teures Experiment! Es ist kein Problem mehr, die Städte und ländlichen Gebiete mit E-Buse zu bedienen. Man frägt sich, wer führt in der heutigen Landesregierung Regie, selber 124 Dieselbusse bestellen und dem Wähler sein Dienstfahrzeug verbieten wollen. Und bitte kommt nicht mit der Ausrede, dass man das 2016 nicht wissen konnte. Hinter den SAD und SASA Busen wurde es immer schon finster.

    • leser

      den fuhrpark zu erneuern ist eine wichtige sache , damit gatterer sein geld nicht investieren muss , wenn man ihm die sad übergeben muss
      das macht wohl sinn oder
      sonst geht er auch noch unter die unverschuldet verschuldeten

  • realist

    In Südtirol sind im Öffentlichem Verkehr (Ikl. Privatunternehmen) fast 1000 Busse unterwegs.
    In den nächsten 10 Jahren können max 50 -70% ( je nach Entwicklung) mit elkt. Busse ersetzt werden.
    Somit bleiben noch genug übrig, für die angekauften Diesel-Busse, welche übrigens nur mehr 30-40% der Stickoxyde, im Vergleich der noch betriebenen ältesten Busse ausstoßen.
    Als Schnellmaßnahme die einzig machbare, bis die E-Maßnahmen im großem Umfang durchstarten können.
    Es wird schon was getan, wenn man alle Maßnahmen anschaut.
    Bin ein Verfechter der E-Mobilität u. fahre selber mit selbst produtzierten Strom, es muß aber alles passen: Lademodalitäten/Reichweite/Bergfahrten, Anschaffungspreis usw.
    Mit einem schlechtem Timing dieser Voraussetzungen wird man mehr abwendig von der E Mobilität machen, als begeistern.
    Das will bestimmt niemand.

  • ostern

    Kaum zu glauben!!!
    Dem normalsterblichen Bürger wollen sie verbieten die Dieselfahrzeuge zu
    fahren und im Land Suedtirol kauft man heute noch Diesel-Busse.Das zeigt wieder einmal das Niveau der Südtirol-Politiker.

    • leser

      hast du noch nicht verstanden, dass man euro 2, 3 usw ausrangiert, wenn du das politische geplänkel mal ausblendest, verstehst du von selber, dass die alten euronormen von alleine aussterben beispiel euro 3 ist schon mindestens 15 jahre alt
      abgastechnisch ist ein benziner immer kritischer
      es geht einfach um das technische verständnis , das dem grossteil der leute fehlt und daher diese wortklauberei

    • zusagen

      wäre für jede Fahrt eine Mindestanzahl von auch nur zwei Insassen pro Auto vorgeschrieben, so könnte auf die Busse verzichtet werden und du deinen Diesel in Ruhe aufbrauchen.

  • ostern

    … oder ist das ein APRIL-SCHERZ?

  • goggile

    ich habe schon darauf hingeweisen und wurde von den übliechen Neandertalern im Forum massiv angegriffen.

  • yannis

    Von der Möglichkeit Erdgas betriebene Busse einzusetzen scheint noch niemand etwas gehört zu haben.

  • stefan28

    Der Kauf der Dieselbusse wurde schon damals kritisiert. Jetzt wo man uns den Diesel verbieten will haben die damaligen Kritiker Recht bekommen. Zumindest die Stadtbusse hätte man auf Gas, Wasserstoff oder auf Elektro umstellen sollen und zwar alle. Man sollte der SASA jetzt verbieten diese Busse einzusetzen so wie man den Bürgern die Dieselfahrzeuge verbieten will. Beim Einkauf der Busse werden halt mal wieder andere Hintergründe den Ausschlag gegeben haben. Die schlechte Politik wird auch dafür die verdiente Abrechnung bekommen.

  • hubi

    Liebe Leute, die Ihr da so schön schreibt, denkt daran, Fahrverbote treffen nur immer den einfachen Bürger, die anderen haben die Mittel den Strumpfsinn zu umgehen.

  • hubi

    Und was ist mit den LNG Bussen? Holland und Polen sind schon mehr als 1500 Lkw und Busse mit LNG-Betankung unterwegs, aber Südtirol muss in die Wasserstofftechnik investieren. Dafür sind für die selben Kosten gerade mal 5 Busse unterwegs. Aber den Bürger ständig mit Fahrverboten drangsalieren……

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