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Vermisster Renzler

Maria Kuenzer übernimmt in Vertretung des verletzten Albert Wurzer provisorisch den Vorsitz des Landwirtschaftsausschusses. Doch wo steckt Helmuth Renzler?

Von Matthias Kofler

Die 2. Gesetzgebungskommission des Landtags hat ein neues Präsidium gewählt. Anlass ist der Ausfall des Vorsitzenden Albert Wurzer, der sich nach einer Arm-Operation in Folge eines schweren Sturzes im Krankenstand befindet. Sein Stellvertreter, der Grüne Riccardo Dello Sbarba, legte sein Amt am Dienstag nieder. Er begründete seinen Schritt damit, dass er als amtsführender Kommissionspräsident außerstande sei, gleichzeitig auch seiner Oppositionsfunktion im Ausschuss nachzukommen. Der Grüne hatte neben den SVP-Bauern die meisten Abänderungsanträge zum Theiner-Gesetz Raum und Landschaft eingereicht, das in dieser Woche im Landwirtschaftsausschuss behandelt wird.

Die Wahl eines neuen Präsidenten des 2. Gesetzgebungsausschusses gestaltete sich schwerer als gedacht. Der Grund: Riccardo Dello Sbarba beharrte darauf, wieder in seine Funktion als Stellvertreter zurückkehren zu dürfen, sobald Albert Wurzer aus dem Krankenstand entlassen wird. Es brauchte also eine Interims-Lösung, sprich einen Abgeordneten, der als Notnagel für die beiden eigentlichen Chefs – Albert Wurzer und Riccardo Dello Sbarba – einspringt.

Oswald Schiefer und Sepp Noggler, die beide der Kommission angehören, lehnten dankend ab. Stattdessen wurde der SVP-Arbeitnehmerchef Helmuth Renzler lanciert. Allerdings stellte sich heraus, dass der Vorschlag, Renzler zum neuen Präsidenten zu küren, nicht weiter ernst zu nehmen war, sondern nur als kleiner Seitenhieb seiner Parteikollegen dienen sollte. „Wir haben den Renzler hier seit Montag schmerzlich vermisst“, sagt ein SVP-Abgeordneter. In der Edelweißfraktion ging man nämlich davon aus, dass Renzler den verletzten Albert Wurzer in der Kommission vertreten würde. Wenn nicht als Präsident, dann zumindest als einfaches Mitglied. Doch Renzler ließ sich an den bisherigen drei Arbeitstagen nicht blicken. „Zum Glück sind Magdalena Amhof und Christian Tschurtschenthaler eingesprungen“, heißt es aus der Fraktion.

Doch zurück zur Wahl des neuen Präsidenten.

Am Ende erbarmte sich Maria Hochgruber Kuenzer. Die SVP-Bäuerin erklärte sich bereit, provisorisch die Amtsführung in der 2. Gesetzgebungskommission zu übernehmen. „Wir mussten bei der Maria fest betteln, doch sie macht ihre Arbeit bis jetzt ganz gut“, freut sich Oswald Schiefer.

+++ Helmuth Renzler kontert auf die Stänkereien seiner Kollegen: „Ich wäre gerne Präsident geworden.“+++

Tageszeitung: Herr Renzler, Sie wurden in der Kommissionssitzung schmerzlich vermisst …

Helmuth Renzler: Das überrascht mich! Ich war gerade mit meinen Kollegen beim Mittagessen – und da hat man mir nichts dergleichen gesagt.

Sie haben Ihre Kollegen also nicht im Stich gelassen?

Nein, überhaupt nicht. Ich war von Montag bis Mittwoch in meinem Büro im Landtag. Wenn man mich gebraucht hätte, dann wäre ich sofort eingesprungen. Man hat mich aber nicht gefragt. Wir haben am Freitag mit Fraktionssprecher Dieter Steger vereinbart, dass die Mehrheit in der Kommission ständig gewährleistet werden muss. Am Montag sprang Christian Tschurtschenthaler ein, seit Dienstag sitzt Magdalena Amhof in der Kommission, die das gerne macht. Weil Amhof am Abend einen Termin wahrnehmen muss, werde ich sie ab 16 Uhr vertreten. Ich könnte aber auch schon früher kommen, wenn sie will.

Sie wurden von den Kollegen scherzhalber für den Kommissionsvorsitz ins Spiel gebracht. Was sagen Sie dazu?

Das sind halt die ersten Wahlkampf-Spielchen. Mir hätte nichts Besseres passieren können, als Vorsitzender einer Kommission zu werden, in der nur Bauern sitzen (lacht). Mit mir würde die Behandlung des Urbanistik-Gesetzes aber sicher etwas langsamer voranschreiten.

Weil Sie kritischer sind?

Ein paar Fragen hätte ich schon, zum Beispiel beim Wertausgleich und bei den Enteignungen. Mit dem Kompromiss beim Wertausgleich, der nun bei 30 Prozent bleibt, kann ich aber leben, auch wenn mir 50 oder 70 Prozent lieber gewesen wären. Wichtig ist, dass wir die 60-40-Regelung bei der Grundausweisung für den geförderten Wohnbau erreichen konnten.

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