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Kuhn als Plagiator?

Der Osttiroler Blogger Markus Wilhelm legt in der Causa Gustav Kuhn einen Scheit nach. Der Maestro soll im Jahr 1969 seine Dissertation über weite Strecken von einem deutschen Philosophen abgeschrieben haben. Die Hintergründe.

von Artur Oberhofer

Zuerst zitiert Markus Wilhelm aus dem Lukas-Evangelium:

 „… denn wenn man das am grünen Holze tut, was wird da erst am dürren geschehen?“

Und dann wird er frech zweideutig:

Es ist Hochstapelei. Von Anfang an.

Alle Dokumente: Markus Wilhelm

Es ist Missbrauch. Es sind Übergriffe. Missbrauch anderer. Übergriffe auf deren geistiges Eigentum. Grapschen. Grenzüberschreiten. Rücksichtslos.

Es ist Gustav Kuhn. Der Charakter zeigt sich schon in jungen Jahren. Und wächst sich aus zum Ungetüm. Gustav Kuhn hatte, wie hier vorerst an einem kleinen Beispiel gezeigt wird, seine Finger allüberall. Seine Klauen.“

Nach seinen Enthüllungen über angebliche Fälle von Lohndumping, Probenterror und sexuelle Gewalt gegen den künstlerischen Leiter der Tiroler Festspiele Erl, Gustav Kuhn, legt der Osttiroler Blogger Markus Wilhelm jetzt noch einen Scheit nach.

Er bezichtigt den Maestro Gustav Kuhn des Plagiats!

Im Jahr 1969 habe Gustav Kuhn seine Dissertation „Wert und Sinn im musikalischen Kunstwerk“, die er an der Universität Salzburg eingereicht hatte, „über weite Strecken“ abgeschrieben, und zwar von Fritz Heinemann (1889 – 1970), einem jüdisch-stämmigen deutschen Philosophen, der unter anderem an der Sorbonne und am Manchester College der University of Oxford gelehrt hat.

Markus Wilhelm schreibt:

„1969 schreibt Gustav Kuhn seine Dissertation. Ab. Über weite Strecken. Das ist der Befund nach der Auswertung einer einzigen Quelle, eines knappen lexikalischen Eintrags, der sich gleich in über zwanzig Plagiatsfragmenten in Kuhns Arbeit, Kuhns Abschreibarbeit niederschlägt. Die Vorlage, bei der er sich so übergriffig bedient, zum größeren Teil wortwörtlich, zum kleineren Teil leicht umformulierend, wird von ihm nirgendwo erwähnt, der Name des Autors findet sich weder irgendwo beiläufig im Text Kuhns, noch in einer Fußnote, noch unter den Literaturangaben.“

Gustav Kuhn hat nach den Recherchen des Osttiroler Bloggers von Fritz Heinemanns Artikel „Ästhetik“, der zehn Jahre zuvor, im Jahr 1959, im Sammelband „Die Philosophie im XX. Jahrhundert“ (auch herausgegeben von Heinemann) erschienen ist, abgeschrieben. Teilweise habe Kuhn sogar Kapitelüberschriften wörtlich übernommen, schreibt Markus Wilhelm und listet zahlreiche Beispiel auf (siehe dazu auch die Screenshots auf dieser Seite). Heinemanns Werk war elektronisch nicht erfasst – und aus diesem Grund auch mit moderner Plagiatssoftware nicht als Quelle auszumachen.

Markus Wilhelm fragt sich nun:

„Wenn Gustav Kuhn hier schon so dreist abgeschrieben hat, von wo hat er dann noch überall abgeschrieben? Und wie viel? Das bedarf einer viel eingehenderen Untersuchung, als ich sie hier zu leisten vermag. Mein kleiner Textvergleich kann nur ein Anstoß sein. Es steht ja die Eigenautorschaft der gesamten Doktorarbeit und damit Kuhns Doktortitel in Frage.“

 

 

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