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Gefährliche Wanze

Die Marmorierte Baumwanze, ein aus Asien eingeschleppter Schädling, ist auch in Südtirol angekommen. Für die Obstwirtschaft stellt die invasive Wanzen-Art bei größerer Ausbreitung eine ernsthafte Bedrohung dar.

von Karin Gamper

Das Rundschreiben des Landesamtes für Obst- und Weinbau ging vor wenigen Tagen hinaus. Darin werden die Südtiroler Landwirte aufgefordert, ein wachsames Auge auf einen ungebetenen Gast zu haben: die Marmorierte Baumwanze, im Fachjargon auch Halyomorpha halys genannt.

Der Schädling stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, wurde über Warentransporte nach Italien eingeschleppt und breitet sich seit einigen Jahren von Süden nach Norden aus.

„Im Friaul hat die Marmorierte Baumwanze bereits große Schäden angerichtet“, weiß Andreas Kraus, Direktor im Amt für Obst- und Weinbau. Es handelt sich um einen Schädling invasiver Art: „Diese Wanze ist bei uns nicht heimisch und hat daher keinen natürlichen Gegenspieler“.

Fazit: der Schädling kann sich nahezu ungehindert ausbreiten.

In Südtirol werden seit dem Frühjahr 2016 Exemplare des Eindringlings festgestellt.

Der Schädling saugt an Kultur- und Wildpflanzen und kann v.a. an Obstfrüchten große Schäden verursachen.

Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr werden die Baumwanzen aktiv, suchen geeignete Pflanzen und ernähren sich von Pflanzensaft. Während der Sommermonate saugen die Wanzen und die Larven vor allem an Früchten, aber auch an den Blättern. Im Herbst suchen die Wanzen Häuser oder Wohnungen als Winterquartiere auf und fallen durch die Abgabe eines unangenehmen Geruches als Lästling auf.

„Nachdem in den nächsten Jahren mit einer massiven Ausbreitung zu rechnen ist, sollen verstärkt Kontrollen über das Auftreten der Marmorierten Baumwanze durchgeführt werden“, heißt es dazu im Rundschreiben des Landesamtes für Obst- und Weinbau.

„Noch haben wir glücklicherweise nur einzelne Exemplare entdeckt“, sagt Direktor Kraus, „wir handeln nach dem Prinzip: wehret den Anfängen“. Aufgrund des kalten Frühlings werde sich heuer erst im April oder Mai herausstellen, ob sich Populationen entwickelt haben. Doch was geschieht, wenn die Marmorierten Baumwanzen überhand nehmen? Kraus: „Dann haben die Landwirte drei Möglichkeiten: Pflanzenschutzmittel, Einnetzung oder das Abschließen einer Versicherung“.

Damit es nicht so weit kommt, sollten Landwirte, die auf Marmorierte Baumwanzen treffen, den Pflanzenschutzdienst benachrichtigen und den Schädling unverzüglich, z.B. durch Zerdrücken abtöten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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