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Lady Bird

Gerwigs Film passt nicht in Schubladen, war zwar für vier Oscars nominiert, abgeräumt hat aber der plattere Del Toro.

von Renate Mumelter

Ich hätte mir sehr gewünscht, dass für Greta Gerwig und ihre Hauptdarstellerin Saoirse Ronan ein Oscar herausschaut, weil beide etwas können, das viel zu rar geworden ist: das Leichtsein ohne oberflächlich zu werden, das zum Lachen Bringen ohne lächerlich zu sein und das Erzählen von komplexen menschlichen Beziehungen, ohne im Tränental zu versinken.

Was in „Lady Bird“ erzählt wird, ist gar nicht so easy wie es daherkommt. Da geht es um eine Maturantin aus bescheidenen Verhältnissen, die sich selbst und den besten Weg ins Leben sucht, es geht um einen arbeitslosen und depressiven Vater und eine überlastete Mutter, die versucht, die geliebte Familie durchzubringen und das Beste für ihre Kinder zu tun, auch wenn es nicht immer so aussieht. Kein Wunder, dass sie es nicht schafft, immer einfühlsam und gelassen zu reagieren. Es geht auch um die erste Liebe, um Klosterfrauen und  Sacramento, einen Ort, an dem nicht alle bleiben wollen.

„Lady Bird“ versetzt in eine ganz spezielle, positive Stimmung. Wer Linklaters Meisterwerk „Boyhood“ mochte, dürfte auch den Film von Greta Gerwig mögen.

Lady Bird (USA 2017), 95 Min., Regie Greta Gerwig, mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf. Bewertung: Leicht ohne oberflächlich zu werden

Was es sonst noch gibt: „Vor der Morgenröte“ (FR, 15.30 Uhr), „Das Land der Erleuchteten“ (MI, Meran Kulturzentrum)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • guyfawkes

    Sehr geehrte Frau Mumelter,
    ich würde mich selbst nicht als Filmkenner sondern eher als Filmfan bezeichnen. Ihre Filmkritik zu Lady Bird kann ich so nicht stehen lassen:
    1) Sowohl Lady Bird als auch Shape of Water sind beides hervorragende Filme. Selbstverständlich steht es Ihnen frei Lady Bird besser zu finden und dies auch in Ihrer Kritik zum Ausdruck zu bringen. Wenn Ihnen für die Präferenz für Lady Bird aber kein besseres Adjektiv einfällt als Shape of Water als „platter“ zu bezeichnen (wird dem Werk Del Toro’s sicher nicht gerecht), sollten Sie besser keine Filmkritiken mehr schreiben (was schade wäre) oder mehr Zeit für die Verfassung des Textes investieren. Um herauszufinden für wieviele Oscars Lady Bird nominiert war (es sind nicht vier) hätten zehn Sekunden gereicht.
    2) Ich verstehe schon dass die Versuchung groß ist einen Text durch die Verwendung von Floskeln („passt nicht in Schubladen“) professioneller wirken zu lassen. Man sollte dann aber auch Floskeln verwenden die auf den konkreten Fall zutreffen, was hier offensichtlich nicht gegeben ist: es handelt sich ganz klar um eine Coming-of-Age-Story.
    Abschliessend möchte ich noch anmerken, dass – wie Sie vermutlich selbst besser wissen als ich – die Anzahl der gewonnen Oscars nicht viel aussagt und dass – wäre der Oscar für den besten Film nicht an Shape of Water gegangen – dieser dann höchstwahrscheinlich an „Three Billboards..“ und nicht unbedingt an „Lady Bird“ gegangen wäre.

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