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Die Umwelt-Millionen

Die Landesregierung hat den Umweltplan 2018-2020 des Kraftwerks Bruneck für die Gemeinden Bruneck, Olang, Percha, Rasen-Antholz und Welsberg-Taisten genehmigt.

Das Kraftwerk Bruneck wird von Alperia Greenpower betrieben, die es bis zur Neuausschreibung der 2014 verfallenen Konzession weiterführt.

Dieses Kraftwerk ist eine jener Anlagen, bei der der scheidende Konzessionär bis zur Erneuerung der Konzession Umweltgelder für die Umsetzung von Umweltmaßnahmen zu Gunsten der Ufergemeinden entrichten muss. Der jetzt genehmigte Dreijahresplan ist bereits der zweite für diese Anlage. Er sieht vor, dass für den Zeitraum 2018-2020 jährlich 937.000 Euro für Umweltausgleichsmaßnahmen in den fünf Ufergemeinden Bruneck, Percha, Olang, Rasen-Antholz und Welsberg-Taisten zur Verfügung stehen – insgesamt also 2,8 Millionen Euro.

Die Verwendung der Umweltgelder wird im E-Werksbeirat vorgeschlagen, in dem alle betroffenen Gemeinden sowie der Konzessionär und das Land vertreten sind.

Das entsprechende Einvernehmensprotokoll hat die Landesregierung am Dienstag auf Vorschlag von Energielandesrat Richard Theiner gutgeheißen. „Umweltgelder sind für den Ausgleich von Belastungen vorgesehen, die den Ufergemeinden durch die E-Werke entstehen“, erklärt der Landesrat, der darauf hinweist, dass Südtirol die einzige Region in Italien ist, in der Kraftwerksbetreiber Umweltgelder bezahlen. Insgesamt dürften es laut Landesamt für Gewässerschutz jährlich an die zehn Millionen Euro sein, die landesweit von den Kraftwerksbetreibern zur Verfügung gestellt werden.

Dabei sehen die Richtlinien vor, dass die Ufergemeinden zwei Drittel der Umweltgelder bekommen und das Land ein Drittel. „Allerdings werden die Umweltgelder, die das Land vom Konzessionär erhält, ausschließlich für umweltbezogene Maßnahmen in den Ufergemeinden verwendet“, stellt Landesrat Theiner klar.

Demnach zahlt Alperia Greenpower im Dreijahreszeitraum 2018-20 1,754 Millionen Euro an die Ufergemeinden für Investitionen in die Aufwertung und nachhaltige Gestaltung des Gemeindegebietes, während das Land 877.000 Euro für Umweltmaßnahmen erhält; für eigene Maßnahmen sieht die Konzessionsgesellschaft hingegen 180.000 Euro vor.

Die geplanten Umweltmaßnahmen

Das Land will mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln in der Höhe von 877.000 Euro rund 20 Maßnahmen realisieren. Der Löwenanteil der Gelder wird in gewässerökologische Maßnahmen investiert, darunter die Wiederherstellung der Fischpassierbarkeit im Antholzer Bach ab Camping Corones sowie jene in der der Ahr bei St. Georgen. Weitere Maßnahmen betreffen Untersuchungen zur Mindestrestwassermenge, die Erhebung der Vogelfauna in den Talsohlen von Olang und Bruneck, die Verbesserung der Auerwildhabitate und die Renaturierung der Feuchtbiotope Reipertinger Moos, Auenbachl, Georgener Möser und Moaberger Weiher.

Die Gemeinde Bruneck wird die ihr zustehenden 368.000 Euro in die Errichtung der Naherholungszone „Stegener Marktplatz“ im Bereich des Zusammenflusses Rienz/Ahr investieren.

Die Gemeinde Olang beabsichtigt, ihre 482.000 Euro für die energetische Sanierung der Turnhalle der Mittelschule zu verwenden. Weiters soll die Verlegung des Glasfaser-Breitbandnetzes und die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf energiesparende Leuchtmittel finanziert werden.

Die Gemeinde Percha, die 245.000 Euro an Umweltgeldern erhält, hat zehn Maßnahmen vorgeschlagen. Die wichtigsten davon betreffen die Errichtung des Hauptsammlers von Aschbach und des Regenwassersammlers im Oberdorf, die Sanierung des Trinkwasserbeckens Percha und die energetische Sanierung des Gemeinde- und Vereinshauses.

Die Gemeinde Rasen-Antholz verwendet ihren Anteil von 482.000 Euro für die Sanierung der Trinkwasserinfrastruktur mit dem Speicher „Schwörz“ und der Leitung Niederrasen, sowie in die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf energiesparende Leuchtmittel.

Die Gemeinde Welsberg-Taisten plant, die ihr zustehenden 175.000 Euro in die Erweiterung des Gemeinderecyclinghofes fließen zu lassen.

Der Konzessionär Alperia Greenpower, der 180.000 Euro direkt verwenden kann, wird damit die Mittelspannungs- und Niederspannungsleitung, die den Olanger Stausee mit der Kraftwerkszentrale verbindet, abbauen und die Projektierung der Fischwanderhilfe bei der Fassung am Antholzer Bach übernehmen.

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