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„Ungleichheit nimmt zu“

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Die Gewerkschaft AGB/CGIL will sich in diesem Jahr auf die Erneuerung der Kollektivverträge sowie auf die Reform des Renten- und Sozialwesens konzentrieren. Die Details.

Erneuerung der Kollektivverträge, Reform des Renten und das Sozialwesen: Dies sind die Hauptthemen, auf die sich der AGB/CGIL im Jahr 2018 konzentrieren wird. Bei der traditionellen Pressekonferenz zu Jahresbeginn hat die Gewerkschaft, die über 35.000 Mitglieder zählt, Bilanz gezogen und einen Ausblick auf das Jahr 2018 gegeben.

Im Hinblick auf 2017 hat die Gewerkschaft die Referendumskampagne zu den Themen Voucher und Arbeitsvergabe unterstützt, um damit den Gesetzesentwurf für ein neues Arbeiterstatut zu unterstützen. Was die Rentenreform betrifft, so hat die CGIL eine Großkundgebung durchgeführt, um auf die unzureichenden Ergebnisse der Verhandlungen aufmerksam zu machen und um das Thema im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu halten.

Zielsetzungen 2018

Für den AGB/CGIL ist das Jahr 2018 ein Kongressjahr. Dies ist ein wichtiger Termin für die Organisation, um die kollektive Vertretung in der Arbeitswelt zu konsolidieren und auszubauen. Angesichts des Wirtschafsaufschwungs auf nationaler Ebene und der noch besseren Ergebnisse der lokalen Wirtschaft, ist es Ziel der Gewerkschaft, die positiven Errungenschaften der vergangen Jahre beizubehalten und wo möglich auszuweiten.

„Soziale Leistungen müssen immer gezielter vergeben werden und den tatsächlichen Bedürfnissen Rechnung tragen“, so der AGB/CGIL. In diesem Sinne setze man sich für eine Vereinfachung des Beitragssystems ein, um dieses überschaubarer und somit bürgerfreundlicher zu gestalten.

Der Einsatz des AGB/CGIL für Verbesserungen im Sanitätsbereich werde weitergehen, besonders in Hinblick auf die langen Wartezeiten und die Situation in den Erste-Hilfe-Abteilungen.

Die Gewerkschaft erklärt in einer Aussendung weiters:

„Auch wenn sich die Beschäftigungslage verbessert hat, müssen weiterhin Investitionen in die Bereiche Innovation und Forschung getätigt werden, durch die stabile Arbeitsplätze geschaffen werden können. Die Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern dabei neue und gezielte Ausbildungsstrategien.

Ein besonderes Augenmerk muss den Einkommen gelten. Auch in Südtirol nimmt die Ungleichheit zu. Die Gewerkschaft setzt sich weiterhin dafür ein, dass Vertragsverhandlungen sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene geführt werden. Verschiedene Verträge sind noch immer nicht erneuert worden, darunter: Großhandel, Tourismus, lokaler öffentlicher Transport, Multiservice, Baubereich und RAI.

Auf lokaler Ebene sind zudem die Verhandlungen in den Bereichen Landesangestellte und Sanität noch offen. Der AGB/CGIL setzt stark auf die Verhandlungen auf Lokalebene und auf Betriebsebene. Dank des aktuellen positiven Wirtschaftsverlaufs sind hier noch ungenutzte Spielräume vorhanden, wie etwa die Umsetzung der Abkommen aus dem Jahr 2016 bezüglich der Steuerbefreiung der Produktivität.

Die Miet- bzw. Wohnkosten wirken sich in Südtirol sehr stark auf die Einkommen der Familien aus. Es ist dies ein komplexes Thema, wobei hier sowohl im Bereich des Wohnungsangebots als auch bei der Nachfrage nach Wohnungen interveniert werden muss. Die Landesbeiträge spielen hierbei eine wichtige Rolle und müssen eventuell auch überdacht werden.

Im Rentenbereich sind ein funktionierendes künftiges Rentensystem für die Jugend sowie die Angleichung der Renten an die Inflation, auch in Hinblick auf die hohen Lebenskosten in Südtirol, die zwei Hauptthemen. Generell sind die Renten ein wichtiges gesellschaftliches Thema, für das auch die Südtiroler Gesellschaft eine hohe Sensibilität zeigt.

Mitgliederwerbung und Dienste

Der AGB/CGIL ist mit den Mitgliederzahlen des Jahres 2017 sehr zufrieden, das Jahr konnte mit über 35.000 Mitgliedern abgeschlossen werden (Im Jahr 2016 betrugen die Mitglieder 34.000), 60 Prozent davon sind aktive Beschäftigte. Der Anteil der Geschlechter ist dabei sehr ausgeglichen mit 51 Prozent Frauen und 49 Prozent Männern.

Hervorragende Ergebnisse konnte der AGB/CGIL im Bereich der Dienste erreichen. Der Steuerdienst CAAF des AGB/CGIL ist mit über 32.000 Einkommenserklärungen mittels Modell 730 Südtirols führender Steuerdienst. Zudem wurden 34.000 EEVE/DURP-Erklärungen (+ 3,98 Prozent im Vergleich zu 2016), über 5.000 ISEE-Erklärungen (+ 29 Prozent im Vergleich zu 2016) und ca. 2.500 RED-Modelle für Rentner ausgearbeitet. Der Steuerdienst CAAF hat dabei im November die Zertifizierung 9001/2015 bestätigt.

Das INCA-Patronat hat über 45.000 Gesuch ausgearbeitet, mit starken Zuwächsen vor allem bei den Altersrenten (+ 40,94 Prozent) und dem vorgezogenen Ruhestand (+ 28,19 Prozent). Die Gesuche um Arbeitslosengeld haben um 6,74 Prozent zugenommen und waren insgesamt über 7.000. Was den Bereich der Einwanderung betrifft, so haben die Erneuerungen der Aufenthaltsgenehmigungen im Bereich zum Vorjahr um vier Prozent zugenommen. Die Gesuche im Bereich der lokalen Sozialleistungen machen rund 40 Prozent der Aktivitäten des INCA-Patronats aus.

Das Rechtsschutzbüro des AGB/CGIL hat im Jahr 2017 rund 1.300 Fälle bearbeitet, dabei konnten für die Beschäftigten insgesamt rund zwei Millionen Euro eingefordert werden.

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Kommentare (1)

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  • franz

    “Was die Rentenreform betrifft, so hat die CGIL eine Großkundgebung durchgeführt, um auf die unzureichenden Ergebnisse der Verhandlungen aufmerksam zu machen und um das Thema im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu hal“[..]
    Eine Großkundgebung durchzuführen nachdem die Gewerkschaften vorher sämtliche Gesetzen der Regierung Renzi Gentiloni zugestimmt haben inklusive VOUCHER. ist reine Augenauswischerei.
    “Ziel der Gewerkschaft, die positiven Errungenschaften der vergangen Jahre beizubehalten und wo möglich auszuweiten“ [..].positive Errungenschaften vielleicht Der JOBS ACT & die VOUCHER mit den junge Menschen zu Sklave degradiert und ausgenutzt werden und ohne Perspektive sind ( sprich ohne unbefristete Arbeitsverträge bzw. und wenn dann bringt das auch keine Sicherheit durch die Streichung des Art 18 )
    „Auch wenn sich die Beschäftigungslage verbessert hat, müssen weiterhin Investitionen in die Bereiche Innovation und Forschung getätigt werden, durch die stabile Arbeitsplätze geschaffen werden können. Die Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern dabei neue und gezielte Ausbildungsstrategien.[…]
    Das ist reiner Hohn in den letzen 5 Jahren Regierung PD hat sich die Beschäftigungslage sowie die Lage der Rentner deutlich verschlechtert.
    stabile Arbeitsplätze kann es nur geben wenn der Skandalöse Reform “Fornero Gesetz“ wieder abgeschafft wird und somit Junge Menschen wieder eine Perspektive sprich sichere unbefristete Arbeitsverträge bekommen bzw. Rentner wieder deren Renten angepasst und das zurückbezahlt wird was ihnen von der Ex Ministerin Fornero blockiert wurde und von Renzi per Dekret 65/2015 ebenfalls aberkannt wurde. Ich frage mich wo waren da die Gewerkschaften.
    “Hauptthemen. Generell sind die Renten ein wichtiges gesellschaftliches Thema, für das auch die Südtiroler Gesellschaft eine hohe Sensibilität zeigt.“[..]
    In der Tat wo wahren die Gewerkschaften al Gentiloni die Renten auf Renten auf 67 ab 2019 anhob, abgesehen davon , dass junge Menschen mit diesen Rentensystem ( Fornero ) mit JOBS ACT & VOUCHER eine Rente vielleicht mit 70 bekommen.
    Während die Leibrentenunangetastet für Politiker mit Unterstützung von SVP unangetastet bleiben

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