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Der Mobilitäts-Gipfel

Beim EUSALP-Jahresforum der EU-Alpenstrategie hat sich Landeshauptmann Kompatscher für ein gemeinsames Vorgehen in der Verkehrsfrage ausgesprochen.

In der BMW Welt am Olympiapark in München wurde am Donnerstagvormittag das Erste Jahresforum der EU-Alpenstrategie unter bayrischem Vorsitz durch die Ministerin für Europa, Beate Merk, eröffnet. Zusammen mit EU-Regionalkommissarin Corina Creţu und rund 50 politischen Vertretern aller Staaten und Regionen des Alpenraums stellten die beiden Ministerinnen die Aktivitäten zur Umsetzung der Strategie vor.

Am EUSALP-Jahresforum und der dritten EUSALP-Generalversammlung nahmen auch Landeshauptmann und Euregio-Präsident Arno Kompatscher, ebenso wie sein Tiroler Amtskollege Günther Platter, dessen Land im kommenden Jahr den Vorsitz von Bayern übernehmen wird, und der Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi teil.

Landeshauptmann Kompatscher plädierte  in München für ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen der Alpenländer, wenn es um die Weichenstellung in wichtigen Anliegen wie der nachhaltigen Mobilität und den Schutz der Umwelt geht.

„Nur gemeinsam können wir für alle tragbare Lösungen finden“, sagte Landeshauptmann Kompatscher, „dies gilt besonders für eine der größten grenzüberschreitenden Herausforderungen, jene des Verkehrs und in erster Linie des grenzübergreifenden Güterverkehrs.“ Unabgestimmte Maßnahmen würden das Verkehrsproblem nur verlagern und keinesfalls lösen, ist Südtirols Landeshauptmann überzeugt. „EUSALP und Europaregion sind ideale Plattformen, um diese Themen zu diskutieren und zu Lösungen zu finden“, betonte Kompatscher, der für kommenden Januar einen Euregio-Verkehrsgipfel in Bozen ankündigte.

Zur Debatte stand unter anderem die Vorsitzfrage für die Jahre 2019 und 2020. Die EUSALP-Generalversammlung, so liest man in der gemeinsamen Erklärung, hat die Bereitschaft der Länder Italien und Frankreich zur Kenntnis genommen, den Vorsitz in einem der beiden Jahre zu führen. Die Entscheidung darüber soll aber erst im kommenden Jahr fallen.

In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sich die EUSALP-Partnerländer für eine nachhaltige Implementierung der Strategie aus. Zu diesem Zweck sei die Einbindung der Unternehmen, der Zivilgesellschaft und insbesondere der Jugendlichen notwendig, ebenso die Vernetzung mit Einrichtungen und Initiativen, die im Alpenraum tätig sind, wie beispielsweise die Alpenkonvention. Zudem forderten die EUSALP-Länder die Berücksichtigung der makroregionalen Strategien im Rahmen der europäischen Kohäsionspolitik ab dem Jahr 2020.

Das Jahresforum und die Generalversammlung setzen den Schlusspunkt der Bayerischen Präsidentschaft, während der zum Beispiel der Grundstein für ein alpenraumweites 3D-Landschaftsmodell zur Unterstützung von Infrastrukturplanungen, Rettungsdiensten und der Naturkatastrophenprävention gelegt, ein Städtenetzwerk im Alpenraum für Grüne Infrastrukturen geschaffen und ein Dialog mit jungen Bäuerinnen und Bauern über die Zukunft der Berglandwirtschaft initiiert wurden.

Highlights des EUSALP-Jahresforums in München sind ein großes Bürgerforum mit einem Bürgerdialog der Europäischen Kommission, eine Jugendkonferenz und einer umfangreichen Begleitausstellung. Am Abend findet die Preisverleihung des Fotowettbewerbs „usandthealps“ statt. Das Forum wird am Freitag abgeschlossen.

In der 2016 offiziell gestarteten EU-Alpenstrategie haben sich sieben Staaten und 48 Regionen des Alpenraums zusammengeschlossen. Unter europäischem Dach und mit Unterstützung der EU werden grenzüberschreitende Vorhaben in den Bereichen Wirtschaft und Bildung, Verkehr und Digitalisierung, Energie sowie Umwelt-, Kultur- und Ressourcenschutz auf den Weg gebracht. Insgesamt neun Arbeitsgruppen arbeiten an den Zielen der Alpenstrategie. In der AG4 Mobilität führt die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino den Vorsitz, während das Land Südtirol – vertreten durch Umwelt- und KlimaHaus-Agentur – in der mit der Energieeffizienz befassten AG9 federführend ist.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (4)

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  • drago

    Gemeinsam vorgehen=nur reden und nichts tun. Spezialität Kompatscher

    • rota

      @drago
      nur abwertend schreiben, weder Begründung noch Fallbeispiel – deine Spezialität.

      • drago

        Was hat Südtirol jemals getan gegen den ausufernden Schwerverkehr auf der Autobahn, außer zu jammern, dass man nichts tun könne? Auch jetzt kommen nur Worte über das gemeinsame Vorgehen. Konkrete Vorschläge? Nada de nada. Handelskammer: ja nicht den Schwerverkehr behindern, unsere Erreichbarkeit/Wirtschaft (beliebiges Wort einsetzen) ist in Gefahr. Warten auf Basistunnel. Deutschland/Bayern noch schlimmer. Grenzkontrollen mit Rückstaukolonnen auf Österreichischer Seite. Keine Zulaufstrecken für Basistunnel.
        Kompatscher: man braucht nur seine Wahlversprechungen mit der Realität vergleichen (naja, nicht ganz fair, welcher Politiker hat seine Versprechungen schon jemals gehalten).

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