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    „Verlust für Schenna“

    Der Schenner Hotelier, Tourismusreferent und HGV-Bezirksobmann Hansi Pichler über die wegen Personalmangels erfolgte Schließung des Traditionsgasthauses „Thurnerhof“.

    Tageszeitung: Herr Pichler, die bisherige Pächterin des Thurnerhofs, die Landtagsabgeordnete Myram Atz-Tammerle, hat offenbar aus Mangel an qualifizierten Köchen und Servicekräften das Handtuch geworfen. Ist es in Schenna wirklich derart schwierig, gut ausgebildetes Personal zu finden?

    Hansi Pichler: Das kann ich bestätigen. Es ist tatsächlich seit etwa zwei Jahren sehr schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Vor allem in der Restauration. Aber zuletzt betraf dieses Problem in massiver Form auch die Hotellerie.

    Also besteht generell ein Engpass?

    Ja, vor allem in der gehobenen Gastronomie. Das Wirthaus „Thurnerhof“ wurde von der Pächterfamilie Atz – Tammerle sehr gut geführt und erfreute sich sowohl bei den Einheimischen wie bei den Gästen großen Zuspruchs. Der „Thurnerhof“ ist auch im Verbund „Südtiroler Gasthaus“ dabei, der gewisse Qualitätsstandards überprüft. Da zählen motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter umso mehr.

    Warum ist es so schwer, Mitarbeiter zu finden?

    Viele ausländische Mitarbeiter, die teilweise über viele Jahre in ein- und demselben Betrieb gearbeitet haben, kommen nicht mehr. Das kann man seit etwa zwei Jahren beobachten. Viele von ihnen haben sich in ihrer Heimat selbstständig gemacht.

    Und Südtiroler?

    Es herrscht Vollbeschäftigung. In nahezu allen Arbeitsbereichen ist es derzeit schwierig, fähige junge Leute zu finden. Viele Jugendliche werden durch die Arbeitszeiten abgeschreckt. Deshalb ist es essentiell, dass wir die Arbeitszeiten flexibler gestalten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Ich muss hier auch Selbstkritik üben. Wir müssen bessere Rahmenbedingungen schaffen.

    Der „Thurnerhof“ ist ein historisches Gasthaus und steht im Eigentum der Grafenfamilie Meran-Spiegelfeld. Ist die vorübergehende Schließung ein Verlust für Schenna?

    Der „Thurnerhof“ ist ein Aushängeschild für Schenna und weit darüber hinaus. Wir hier in Schenna hoffen sehr, dass es den Grafen Meran-Spiegelfeld baldmöglichst gelingt neue Pächter zu finden und diesen Traditionsbetrieb wieder zu öffnen.

    Interview: Karin Gamper

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (5)

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    • holzmichl

      Herr Pichler,

      es ist bereits 5 Minuten nach 12, in keinen Gewerbe herrschen Zustände wie im Gastbetrieben.
      Jeder Handwerker wird die Überstunden ausbezahlen und Vieles Mehr. Ich bin seit über 40 Jahren im Gastbewerbe tätig, muss weitere 10 Jahre arbeiten um endlich die Altersrente zu beziehen.Kein Gastwirt tut mir leid, aus folgenden Gründen. Das Personal wird behandelt um vorsichtig auszudrücken II: Klasse, die Chefleute essen das Beste,für uns blieben immer die Reste übrig,wurden diese nicht heute ausgebraucht also morgen wieder das Selbe.Die Festtage heisst es Arbeiten auch manchmal 14 Stunden, einige von Euch werden denken “ Warum wechselt dieser Typ nicht Beruf“ weil ich nichts gelernt habe, kann auch nur im Hotel die Arbeit als Abspüler machen und das für einen Nettolohn von 1240,00 Euro. In keinen Sektor wird man nach Hause geschickt sollte es mal weniger Arbeit geben,der letzte Gast reist ab und auch der Angestellte. Lieber Herr Pichler machen Sie sich mal Gedanken 8 Monate gibt es für uns Arbeit und 4 Monate dürfen wir stempeln,nur das Eigenartige,dass wir in 8 Moaten mehr Stunden arbeiten müssen wie ein “ Normaler in 12 Monaten …..

    • carlotta

      Mein Mitleid hält sich in Grenzen! Die Hotelier haben immer etwas zum Jammern! Bauen aber , komischerweise, immer aus, um, zu.
      Warum wohl sind nicht mehr viele Ungarn und Polen im Gastgewerbe? Weil die auch verstanden haben, dass in Südtirol weniger Gehalt bezahlt wird wie im benachbarten Ausland. Deshalb gibt’s jetzt vermehrt Albaner, Kosovo und weiss der Geier wen und die Hoteliere reiben sich die Hände, weil sie noch billigeres Personal gefunden haben!
      Ja und dann wieder Jammern!!! Das Zauberwort und Lösungswort heißt : ZAHLEN! Dann kommen auch Einheimische und Junge!

    • ahaa

      Unsere Gastwirte sind zum Teil der das Letzte.
      Eigentlich logisch.Die Eltern haben es aufgebaut die jungen in der Schule nichts gelernt.die Papiere macht der Verwalter und Steuerberater,Bestellungen macht der Koch,mehr wie das Personal zu dirigieren brauchen sie nicht.Und auch dort scheitert es dann.Zahlen tun sie sowieso alle schwarz,und den Arbeitern nur das mindeste versichern.
      Auslànder werden manchmal fast wie Sklaven gehalten.Ausgenutzt weil sie kein Auto haben,nicht weit kommen und somit sowieso 7 Tage eingespannt werden kònnen,ohne Bezahlung meisten.Die Bràuche kenne ich.

    • josef.t

      Jetzt hat Frau Tammerle die richtigen Arbeiter gefunden,
      die „Steuerzahler“ !

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