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    Verwahrlosung am Bauernhof

    Foto: 123RF.com

    Auf einem Bauernhof im Vinschgau lebten eine betagte Frau und ihr schwer behinderter Sohn im Dreck und völlig sich selbst überlassen. Bis die Carabinieri anrückten und ein schockierendes Video drehten. Nun müssen sechs Verwandte vor Gericht.

    von Thomas Vikoler

    Das Prinzip der Familiensolidarität: Kinder haben laut Gesetz die Verpflichtung, für ihre Eltern bzw. Geschwister zu sorgen. Auch dann, wenn sie dafür kein öffentliches Pfleggeld kassieren. Auch dann, wenn sie nicht von einem Richter als Vormund eingesetzt worden sind.

    In einem erschreckenden Fall, der am Freitag am Landesgericht Bozen verhandelt wurde, wurde diese gesetzliche Verpflichtung offenbar gänzlich missachtet. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als kein Pflegegeld mehr floss. Von da an wurden eine betagte Frau und ihr schwer behinderter Sohn mehr oder weniger sich selbst überlassen.

    Juristisch ausgedrückt: Das Verlassen von wehrlosen Personen nach Strafrechtsartikel 591.

    Auf den Fall aufmerksam wurde der Hausarzt im Mai dieses Jahres: Bei einem Krankenbesuch auf einem Bauernhof in einem Seitental des Vinschgaus traf er auf eine Situation der völligen Verwahrlosung. Er erstattete Anzeige, wenige Tage darauf rückten die örtlichen Carabinieri an.

    Sie drehten ein Video, das nun das Haupt-Beweismittel in einem Strafverfahren gegen sechs Personen. Es handelt sich dabei um die Kinder der betagten Frau bzw. den Geschwistern des schwer behinderten Sohnes. Einer der Beschuldigten war zudem als Vormund eingesetzt.

    Das Carabinieri-Video enthält Horror-Bilder: Ein völlig verdreckte Wohnung im Bauernhaus, überall Müll und Fäkalien, die betagte Mutter in einem hygienisch prekären Zustand, der Sohn völlig sich selbst überlassen.

    LESEN SIE MEHR ÜBER DIESEN ERSCHRECKENDEN FALL IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (16)

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    • zusagen

      Es ist nicht immer leicht zu helfen, selbst wenn man es gerne tun würde. Selbst Leute die damit Erfahrung haben und darin geschult sind stoßen dann auch mit bestem Willen bald mal an ihre Grenzen.

      • yannis

        Hast schon recht, nur wenn es die Zustände der Betroffenen es gebieten und sie sich jeder Hilfe verweigern muss eben die Staatsmacht zu Hilfe gerufen werden, ansonsten erfüllt man den Straftatbestand der „Unterlassung“

    • andreas

      @zusagen
      Als Vormund hat man die Pflicht zu helfen bzw. etwas zu unternehmen, dass es nicht zu solch prekären Situationen kommt.
      Wenn man Bruder und Mutter in einer solchen Situation sich selbst überlässt, gibt es keine Entschuldigung.

    • zusagen

      @Andreas
      Ich wette du hast selbst keine Entschuldigung dafür andere pauschal abzustempeln. Wäre es nicht auch deine Pflicht zu helfen, auch wenn du nicht verwandt bist?

      • andreas

        Nein, wäre es nicht. Was ist den das für eine Frage?
        Einem Vormund wird eine Verantwortung übertragen, welche er gefälligst wahrzunehmen hat und wenn er dieser nicht gewachsen ist, muss er sich an die zuständigen Stellen wenden, welche ihm weiterhelfen.
        Eine alte Mutter und den stark behinderten Bruder so verwahrlosen zu lassen ist unmenschlich.
        Und wenn diese sich geweigert haben Hilfe anzunehmen, gibt es Möglichkeiten, ihnen trotzdem zu helfen.
        Wenn 6 Kinder nicht die Zeit oder das Geld aufbringen um sie selbst zu betreuen oder eine Betreuung zu bezahlen, ist das erbärmlich.

        Verantwortungsbewusstsein der eigenen Mutter gegenüber scheint dir fremd zu sein.

        • yannis

          absolut korrekt betrachtet !

        • zusagen

          @Andreas
          wo liest du heraus dass hier jemand die Vormundschaftspflicht verletzt hat oder dass die Kinder nicht versucht haben zu helfen? Vielleicht hat sich die Mutter ja wirklich geweigert Hilfe anzunehmen. Das wäre nicht das erste mal dass jemand Hilfe notwendig hat aber sich nicht helfen lässt. Du spielst wieder mal den Pfaffen auf der Kanzel, der sich selbst aber zu fein ist einen Besen in die Hand zu nehmen.
          Das einzige was ich hier mit Sicherheit heraus lese, dass du versuchst Leute anzuschwärzen ohne überhaupt genaueres über sie zu wissen

          • zusagen

            Ok, hab’s jetzt gelesen, eines der Kinder wurde als Vormund eingesetzt. Das heißt aber nicht unbedingt dass nicht schon versucht wurde zu helfen.

            • andreas

              Was du herausliest, ist mir eigentlich egal, jedenfalls mussten die Carabinieri eingreifen, um der Mutter und dem behinderten Bruder ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

              Du kannst dir noch so viele Rechtfertigungen aus den Fingern saugen, jedenfalls bewahrheitet es sich hier, dass eine Mutter zwar auf 7 Kinder schauen kann, 6 Kinder aber nicht auf eine Mutter.

        • kornfelder

          schaug auf dich bitte und schreib über dich selber,weil du hast Probleme,
          und misch dich nicht in private sachen ein oder bist du scharf auf etwas?

        • kornfelder

          andreas
          wie kannst du dich wagen ,normae Leute als SCHWERBEHINDERTE ZU BEZEICHNEN;HOFFENTLICH STRAFT DICH GOTT!!!!!

          ein SPRUCH
          ;;WER ANDERE EINE GRUBE GRÄBT ;FÄLLT SELBST HINEIN;;;

          • andreas

            Im Artikel steht, dass der Sohn schwerbehindert ist.
            Was genau hast du da nicht verstanden?
            Wenn du einer der Betroffenen bist, so klingst du jedenfalls, kannst du ja deine Sicht erklären.

          • roadrunner

            Ich finde Andreas‘ Argumentation nicht falsch. Ich jedenfalls würde mich schämen, meine Mutter und den schwerbehinderten Bruder so zu verwahrlosen. Sind sie doch das eigene Fleisch und Blut!

            Btw: Ich konnte nirgendwo herauslesen, dass Andreas irgendwo normale Leute als Schwerbehinderte bezeichnet hätte. Dies steht im Artikel und es geht um einen schwerbehinderten Sohn und einer betagten Mutter. Hast du schon alles gelesen?

    • zusagen

      Da wirst du recht haben, mit Sicherheit sind wir aber beide Kinder aber keiner von uns Mutter

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