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    Explodierendes Murmeltier

    Die Fahndung nach den mutmaßlich vier Bankomat-Sprengern von Bozen/Oberau verlief bisher erfolglos. Ihre Ausbeute erweist sich als eher mager: 8.000 Euro.

    Von Thomas Vikoler

    Sie waren zu viert, fuhren mit einem gestohlenen Auto mit falschen Kennzeichen, durchbrachen die Schranke einer Autobahnstation und verwendeten ein „explodierendes Murmeltier“, wie es im Polizeijargon heißt.

    Doch von den Räubern, die in der Nacht auf Montag den Bankomat-Schalter der Sparkassen-Filiale in der Bozner Claudia-Augusta-Straße ausräumten, fehlt bislang jede Spur.

    Wie berichtet, wurden die Anwohner der Filiale gegen 2.00 Uhr früh durch einen lauten Knall geweckt. Später berichteten Zeugen von einem davonbrausenden weißen Audi.

    Dieser fuhr laut Erkenntnissen der Polizei direkt zur Autobahnausfahrt Bozen-Süd, rauschte mit bis zu 200 Stundenkilometern in kürzester Zeit bis Trient-Nord, wo der Wagen die Schranke der Mautstation durchbrach.

    Die dort postierte Polizei-Streife beobachtete dies, konnte dem Fluchtwagen aber nicht folgen. Dieser dürfte einen Fluchtweg über die Val Sugana gewählt haben.

    Die Staatsanwaltschaft Bozen, welche die Ermittlungen zu dem Raubüberfall auf den Bankomat-Schalter koordiniert, hat inzwischen einige neue Erkenntnisse zusammengetragen:

    Der weiße Audi war gestohlen gemeldet, das Kennzeichen offenbar manipuliert worden. Dass es sich bei den mutmaßlich vier Tätern um Profis handelte, steht hingegen außer Zweifel: Einer wartete im Fahrzeug, ein anderer stand Schmiere, während sich die beiden anderen (vermummt) den Bankomat-Schalter vornahmen.

    Die dabei verwendete Methode ist in Italien von zahlreichen ähnlichen Fällen bekannt: Das explodierende Murmeltier („marmotta esplosiva“).

    Dabei wird eine lange, mit Schwarzpulver bestückte Schaufel in das Bankomatgerät gestoßen. Es kommt zu einer Explosion, das zur Abhebung bereite Geld wird in Kürze von wenigen Sekunden eingesammelt.

    Der Raub in Bozen/Oberau dauerte gerade eineinhalb Minuten.

    Die Ausbeute erweist sich, wie nun feststeht, als eher mager: 8.000 Euro, also 2.000 Euro pro teilnehmenden Räuber. Ursprünglich war von 20.000 Euro die Rede.

     

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