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    Meisterausbildung im Fokus

    Das Meisterdiplom ist in den praktischen Berufen des Handwerks, des Gastgewerbes und des Handels die höchste erreichbare Qualifikation.

    Die am Donnerstag vorgestellten Studien des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen und der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt der Landesabteilung Arbeit zeigen auf, dass sich die Rolle der Meisterausbildung stark verändert hat, seit 1987 die „Meisterpflicht“ für selbständige Handwerker/innen aufgehoben worden ist.

    Während das WIFO den Fokus auf die Meisterunternehmen gelegt hat, hat das Amt für Arbeitsmarktbeobachtung parallel dazu die unselbstständig beschäftigten Meister/innen analysiert. Die Hälfte der Südtiroler Meister/innen unter 65 Jahren ist selbstständig und führt ein Unternehmen. Betrachtet man die Entwicklung der jährlich verliehenen Meistertitel, so zeigt sich, dass andere Weiterbildungsangebote immer stärker in Konkurrenz zur Meisterausbildung treten. Wurden im Zeitraum 1991 bis 2000 im Schnitt pro Jahr noch 176 Meisterabschlüsse gemacht, ist seither diese Zahl deutlich rückläufig. Im Zeitraum 2001 bis 2016 liegt die durchschnittliche Zahl der Abschlüsse nur mehr bei 96 pro Jahr. Nach der Grundausbildung bevorzugen heute viele Menschen kürzere fachspezifische Fortbildungen in ihrem Beruf.

    Meisterunternehmen sind mit durchschnittlich 4,7 Beschäftigten deutlich größer als Unternehmen ohne Meistertitel (3,1). Außerdem bilden anteilsmäßig viel mehr Meisterunternehmen (36,1 Prozent) Lehrlinge aus als Nichtmeisterunternehmen (14,7 Prozent). Meisterunternehmen exportieren auch etwas häufiger. Vergleicht man Meisterunternehmen mit Nichtmeisterunternehmen gleicher Größe und gleicher Tätigkeit, verschwinden die meisten Unterschiede bei den in der Studie untersuchten Erfolgsindikatoren. Besonders die Produktivitätsunterschiede fallen vergleichsweise gering aus.

    Die zunehmende Tendenz der Meister/innen zur abhängigen Beschäftigung betrifft die eigentlichen Handwerksberufe ebenso wie die des Handels- und des Tourismussektors. Auch findet keine plötzliche Unternehmensgründung in Zusammenhang mit der Meisterprüfung statt.

    Das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines abhängig beschäftigten Handwerksmeisters lag im Jahr 2014 bei etwa 32.500 Euro. Es gibt aber erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Berufen. Mit Ausnahme der Köche verdienen die Meister/innen, die ihren Diplom- oder einen damit verwandten Beruf ausüben, tendenziell weniger als Handwerksmeister, die vom Berufsbild ihrer Ausbildung abweichen. Im Durchschnitt verdient ein Meister, der seinen Diplomberuf ausübt, rund 4.300 Euro brutto mehr als ein „Nicht-Meister-Handwerker“, der denselben Beruf ausübt.

    „Besonders für den Schritt in die Selbstständigkeit und für die Unternehmensnachfolge ist die Meisterausbildung eine wertvolle Vorbereitung. Die zukünftigen Herausforderungen für die Verantwortlichen der Bildungs- und Wirtschaftspolitik liegen vor allem darin, die Ziele und Inhalte der Meisterausbildung ständig den neuen Entwicklungen anzupassen“, ist Handels-kammerpräsident Michl Ebner überzeugt.

    Der Landesrat für Deutsche Bildung Philipp Achammer betont die Rolle der Meister/innen als Lehrlingsausbilder/innen: „Meister/innen lernen, was für die betriebliche Ausbildung und für den Umgang mit jungen Lernenden förderlich ist: diese Kompetenzen sind für die Qualität der dualen Ausbildung grundlegend.“
    Eine Konsumentenbefragung des WIFO hat ergeben, dass viele Südtiroler Konsument/innen die Qualität der Leistungen von Meisterbetrieben hoch einschätzen. Bei der Wahl eines Handwerksbetriebes spielen aber die beruflichen Kompetenzen der Meister/innen (noch) eine vergleichsweise geringe Rolle.

    „Die Südtiroler Konsument/innen schätzen die Qualität der Leistungen von Meisterbetrieben sehr hoch ein. Dieser Vertrauensvorschuss sollte genutzt werden, um das Profil des heimischen Handwerks weiter zu stärken und insbesondere die Wertschätzung der Menschen für die ‚Meisterleistung‘ noch sichtbarer zu machen“, so die Landesrätin für Arbeit Martha Stocker.

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    Kommentare (4)

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    • sepp

      ohla des sein nett die heiligen 3könige sondern die 3 scheinheiligen und am meisten reisst der lachhammer s maul auf weil er hot jo sovl a hohe Ausbildung tat sogen zuerst selber amol an berufsausbilung abschliessen und noa fa meister reden

    • homoerektus

      Ja tatsächlich, die drei haben von Handwerker aber schon gar nichts und auch kein echter Handwerker hat hier kein Wort verloren. Kurz gefasst hat der Meistertitel keine Bedeutung mehr weil das handwerkliche können auch sehr wohl von der Politik als totale Nebensache gegenüber der aufgelegten Bürokratie hingestellt wird. Dabei nennen sich Betriebe mit 30, 40, 50 bis 100 Angestellten „Handwerksbetriebe“. Solche Betriebe sind meiner Meinung, Industriebetriebe und ohne Industriegeist können sich solche Betriebe kaum am Leben halten, wem soll ein da noch ein Meistertitel interessieren. Wirtschaftsberater ist ein Zukunft Titel und nach Handwerksmeister!!!!

    • criticus

      Den Lehrlingen will man ja bekanntlich den Lohn kürzen und die Meister bekommen nach absolvierte Prüfung gesetzlich keinen Cent mehr! Was sagen nun die 3 Hl. Könige? In all den Ämtern, die die 3 besetzen hat es natürlich vom Anfang an kein Lehrjahr gegeben. Es wurde vom Anfang an wie die Weltmeister bezahlt. Bitte spart euch euer Gerede! Ändert vorher etwas und dann tretet an die Öffentlichkeit!

    • tiroler

      Achjammwr und stockerin, unglaublich was arno für nieten ins feld schickt

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