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    „Stronzo! Finocchio!“

    Schon wieder ein krasser Vorfall auf einem Südtiroler Fußballplatz: Warum der Verein Bozner Boden hat seine Junioren-Mannschaft aus der laufenden Meisterschaft zurückgezogen hat.

    von Artur Oberhofer

    Eine 16-jährige Schiedsrichterin, die von einem A-Jugendspieler aus Meran tätlich angegriffen wird. Ein Schiri in der 3. Amateurliga, der nach dem Spiel Polizeischutz anfordern muss, weil ein Spieler des FC Arberia lauthals droht: „Cosa facciamo con questo arbitro di merda? Lo ammazziamo?“ Spieler in der 2. Amateurliga (aus Reischach), die sich Nägel in die Fußballschuhe schlagen, um auf dem harten Boden besser zurechtzukommen (aber Verletzungen des Gegners in Kauf nehmen).

    Ein Spielerbetreuer aus Schluderns, der selbst VSS-Schiedsrichter ist, der den Schiedsrichter beleidigt („Du Fock, du, du Drecksau, du wompate“) und ihm dann in dessen Umkleidekabine eine Ohrfeige und einen Faustschlag verpasst. Und zuletzt einige jugendliche Völlaner Fans, die in einem Match der 3. Amateurliga einen dunkelhäutigen Spieler mit affenähnlichen Lauten beleidigen.

    Die TAGESZEITUNG hat erst vor kurzem unter dem Titel „Tatort Fußballplatz“ über die Aggressionen auf Südtirols Fußballplätzen berichtet.

    Nun gibt es eine weitere beklemmende Episode, die damit geendet hat, dass ein Verein seine Jugendmannschaft aus der laufenden Meisterschaft abgezogen hat.

    Die Fakten: Am 7. Oktober dieses Jahres trafen die Junioren von Bozner Boden und Auswahl Ridnauntal aufeinander. Es begann damit, dass sich die Gastmannschaft aus dem Wipptal auf einem gepflasterten Fußgängerweg aufwärmen musste, weil das Spielfeld bis 15 Minuten vor dem Anpfiff besetzt war und die Heimmannschaft es den Ridnaunern nicht erlaubte, sich auf dem benachbarten Spielfeld warmzumachen. Während des Spiels soll der Linienrichter von Bozner Boden den Kapitän der Gastmannschaft immer wieder als „Stronzo“ und „Finocchio“ beleidigt haben. Außerdem sollen die Spieler der Heimmannschaft die Gegner von der ersten Minute an mit Ellbogenschlägen, Tritten gegen den Brustkorb und auch Faustschlägen abseits des Spielgeschehens traktiert haben. Ein Spieler soll damit gedroht haben, den Wipptalern die Kehle durchzuschneiden.

    Nach dem Schlusspfiff wurde der Trainer der Gäste von einem Spieler der Heimmannschaft bespuckt. Die Wipptaler gaben danach an, sie hätten „regelrecht eine Form von Angst verspürt“.

    Jetzt kam es zum Paukenschlag: Am 14. Oktober trat die Mannschaft von Bozner Boden nicht zum Spiel gegen Milland an – und wurde deswegen vom Sportgericht mit einer Geldstrafe von 100 Euro belegt.

    Das Spiel wurde mit 3:0 für Milland gewertet, und Bozner Boden wurde außerdem ein Punkt abgezogen.

    Am 18. Oktober teilte der Verein Bozner Boden der Fußballverband mit, dass der die Junioren-Mannschaft aus der laufenden Meisterschaft abziehe. Das Sportgericht belegte den Verein Bozner Boden mit einer Geldstrafe von 1.000 Euro und verfügte die Annullierung aller ausgetragenen Spiele des Vereins.

     

     

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    Kommentare (4)

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    • issy

      3 mal darf man raten aus welchem Kulturkreis derjenige kommt, der den Wipptalern gedroht hat die Kehle durchzuschneiden…

      Aber uns werden laut den Grünen mit den „Flüchtlingen“ ja neue Menschen geschenkt!

      Auf diese Geschenke kann ich verzichten

      Übrigens, so manch einer ist auf der Flucht, weil er was ausgefressen hat. Denkt mal drüber nach ihr „Refugees-Welcome“-Aktivisten!

    • watschi

      ich frage mich nur, warum diese freizeitsportler in diesen zwergligen, die eh niemandem interessieren ausser papa und mamma (eltern zwang), gerichtsverfahren riskieren.

    • gerry

      Dieser Verein hat die Verwaltung der Plätze im Talferbett erhalten. Dem Bozner F.C. der mittlerweile 400 Jugendliche in über 20 Mannschaften betreut hat man diese Plätze über eine kriminelle Ausschreibung entzogen und somit langfristig einen enormen sportlichen aber auch finanziellen Schaden zugefügt. Da der Besitzer der Anlage das Land ist u. nicht die Gemeinde wären die politischen Verantwortlichen aufgefordert schnellstens etwas zu unternehmen.

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