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    Der Wolf-Gipfel

    Vertreter der Politik, der Landwirtschaft und der Jagd haben am Montag auf Einladung von Landesrat Schuler vor allem das Problemfeld Wolf diskutiert.

    Bär und Wolf sind in Europa seit der Berner Konvention 1979 und der darauf aufbauenden Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie von 1992 als „streng zu schützende Tierarten“ geführt.

    Seit 2002 wird in Italien an einem „Wolfs-Plan“ gearbeitet, in dem Maßnahmen beschrieben werden, um Konflikte zwischen Wolf und Mensch zu vermeiden.

    Seit 2010 sind einzelne männliche Wölfe in Südtirol unterwegs; seit diesem Sommer bewegt sich ein neugebildetes Rudel zwischen dem Fassa- und Gadertal: Südtirol, wurde bei der heutigen Sitzung dargelegt, wird in Zukunft zunehmend mit Wölfen rechnen müssen. Bären-Bewegungen waren hingegen heuer weniger als noch im vergangenen Jahr zu verzeichnen.

    Weder von Wölfen noch von Bären gab es bis jetzt Populationen, die sich ständig in Südtirol aufhielten. Auf Landes-, italienweiter und europäischer Ebene wurde heute bei einer Sitzung in den Räumen der Abteilungen Landwirtschaft und Forstwirtschaft in Bozen das weitere Vorgehen im Hinblick auf den Wolf thematisiert.

    Neben Land- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler und Umweltlandesrat Richard Theiner, den Senatoren Hans Berger und Karl Zeller, Parlamentarier Albrecht Plangger und EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann nahmen an dem Treffen auch der Direktor des Landesamtes für Jagd und Fischerei in der Abteilung Forstwirtschaft Luigi Spagnolli, Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner, der Direktionsassistent des Jagdverbandes Benedikt Terzer und Michl Ebner in seiner Funktion als Präsident des europäischen Zusammenschlusses der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung teil.

    „Es gibt“, berichtete EU-Parlamentarier Dorfmann, „keine Region in Europa mit einer Koexistenz zwischen Wolf und Mensch – außer in der Schweiz, wo die Herdentiere aber massiv geschützt werden müssen“. Als Berichterstatter der Europäischen Volkspartei in Brüssel bereite er derzeit eine Stellungnahme vor, in der die Schwierigkeit der Koexistenz von Menschen und Wölfen in dichtbesiedelten ländlichen Gebieten hervorgehoben wird.

    Es brauche, betonte Senator Berger, ein „Mannschaftsspiel der ganzen Alpenregion, um einen gemeinsamen Weg im Umgang mit dem Wolf zu gehen“. Ein großes Problem, wies Amtsdirektor Spagnolli hin, sei die Hybridisierung, die Kreuzung zwischen Hunden und Wölfen, wobei bis jetzt in Südtirol keine Hybriden festgestellt wurden. „Wir haben“, legte Spagnolli dar, „genetische Spuren von allen Wolfs-Exemplaren, die sich in Südtirol aufgehalten haben“. Für eine „pragmatische Lösung“ sprach sich Landesrat Theiner aus.

    Der Präsident des europäischen Zusammenschlusses der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung Michl Ebner unterstrich, dass der Wolf nicht ein Problem der Jagd sei, sondern vielmehr ein Problem der Landwirtschaft und auch des Tourismus. Zudem stelle sich ein ethisches Problem, warum ein Schaf weniger wert sei als ein Wolf.

    Es gehe nicht um einen Problem-Wolf, sondern der Wolf an sich sei das Problem. Man könne nicht nur Bären und Wölfe schützen, erklärte Bauernbund-Obmann Tiefenthaler, sondern man müsse auch die vom Menschen gezüchteten Tiere schützen: „Als Vertreter der Bauern und der Landwirtschaft werden wir weiterhin eine wolfsfreie Zone fordern, damit die Politik einen Kompromiss heraushandelt“.

    Auf EU-Ebene fehle das Monitoring der durch Wölfe und auch Bären angerichteten Schäden, wies Bauernbund-Direktor Rinner hin: „Wir müssen auch die negative Seite durch die zunehmende Ausbreitung der Großraubtiere dokumentieren“.

    Was den Herdenschutz betreffe, sagte Landesrat Schuler, gelte es, eine gemeinsame Lösung mit den Bauern zu entwickeln: „Wir werden ein Projekt im Ultental beginnen und beobachten, was machbar ist“. Auch Landesrat Schuler mahnte einen Schulterschluss auf Landesebene wie in Rom und Brüssel an. In absehbarer Zeit, beschloss er die Sitzung am heutigen Nachmittag, werde wieder eine Sitzung in dieser Runde anberaumt.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (18)

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    • silverdarkline

      Alles Leute, die von der Materie keine Ahnung haben und nur ein Ziel verfolgen..na Bravo! Armer Wolf sag ich da nur..

    • morgenstern

      Wenn man einen Sumpf trocken legen will, sollte man nicht die Frösche fragen.
      Wer ist wohl der Frosch in der illustren Runde?

    • franz

      Die ganz Prominenz ist zusammengekommen um über Maßnahme zu diskutieren die sich als Luftblasen herausstellen.
      Es brauche, betonte Senator Berger, ein „Mannschaftsspiel der ganzen Alpenregion, um einen gemeinsamen Weg im Umgang mit dem Wolf zu gehen.[..]
      Einen klaren Vorschlag hat Berger nicht.
      Ein großes Problem, wies Amtsdirektor Spagnolli hin, sei die Hybridisierung, die Kreuzung zwischen Hunden und Wölfen, wobei bis jetzt in Südtirol keine Hybriden festgestellt wurden.
      Dafür gibt es diese Hybridisierung, bei Politikern zwischen SVP& PD was die letzten Jahre zu einer gefährlichen Situation geführt hat
      Landesrat Schuler schlägt eine gemeinsame Lösung mit den Bauern vor, wie er sich das vorstellt sagt er nicht.
      Ein Herdenschutz auf den Almen in Ulten unrealisierbar und ein totaler Schwachsinn.
      Fazit
      Nichts konkretes, alles nur Schaumschlägerei um die Bauern ruhig zu stellen.
      Anstatt den Bauern konkrete Hilfen anzubieten, was laut LR Schuler ja nicht möglich ist.
      “ LR- Schuler, dass es bisher stets gerechte Entschädigungen gegeben habe und wies darauf hin, dass es aber keine Entschädigung für gerissene Schafe laut EU-Richtlinien geben könne, wenn nicht ausreichend Schutzmaßnahmen für die Tiere ergriffen werden. “ […]
      “Es handelt sich dabei um öffentliche Gelder und laut EU -Grundsatz muss erst alles unternommen werden um Schäden zu vermeiden“ so LR-Schuler [..]
      ( “Dolomitenausgabe“ vom 26/27 08.2017 ) Auch bei den von LR Schuler Landesrätin Stocker und LH Kompatscher untergebrachten Immigranten handelt es sich um öffentlichen Geldern.( ca. 20.000.000 € / Jahr auf Landesebene )
      ( + Beteiligung von 5 Milliarden € / Jahr auf Staatsebene )
      ( 96 % Clandestini laut Kassationsgericht 2016 ) http://www.riscattonazionale.it/2016/12/17/la-clandestinita-reato-italia-la-cassazione-attacca-tribunali-buonisti-rispettate-la-legge/

    • ahaa

      Sie kònnten auch ùber meinen Nachbarshund diskutieren der auf òffers zum Jagen unterwegs ist.Aber ein echter Jàger hat dafùr sicher Verstàndniss!
      Schliesslich haben sie ja den gleichen Geist. 😉

    • diegon.

      Eine etwas einseitige Runde. Keinerlei Vertreter einer Nauturschutzorganisation oder eines Wolfsachverständigen. Armer Angeklagter…

    • guyfawkes

      Wie meine Vorschreiber finde ich die Zusammensetzung der „illustren Runde“ skandalös: nicht ein Wissenschafter ist dabei, Naturschutzorganisationen würden wahrscheinlich eh nur stören – dafür sind aber die Jäger vertreten. Die Jäger!! Was machen die da?? Das sind doch die allerletzten deren Standpunkt zu diesem Thema angehört werden sollte.

    • franz

      @guyfawkes
      Die Anwesenheit von pseudo -Tierschützer – Wissenschaftlern ist auch wenig hilfreich.
      Wie die Diskussion auf “rai radio südtirol “ gezeigt hat .
      Zum Wolf am 02.10.2017 auf rai südtirol “Runden Tisch“ der einzige vernünftige Vorschlag kam von Andreas Colli, Bürgermeister von Kastelruth
      .“alles was zu einen Wolf-Bär freien Land führt ist ein guter Vorschlag.
      Der größte Blödsinn kam von Roland Psenner, Universitätsprofessor für Biologie an der Universität Innsbruck und Eurac-Präsident .( Tiere wie den Wolf dürfen nicht einfach abgeschossen werden, er sprich von Tierquälerei. Und was ist wenn Schafe Kälber bei lebendigen Leibe aufgefressen werden, so ein Schwachsinn ?
      Alexander Caminada aus Kurtatsch der gerne mit den Wolf zusammenlebt.“ die Touristen brauchen ja nicht auf den Berg zu gehen wenn sie von Herdenschutzhunden angegriffen werden.
      Zum Vorschlag Herdenschutz mit Hunden oder Esel, ein Interessanter Vorschlag von einen Zuschauer, er findet den Herdenschutz mit Esel gut als Esel könnte man Tierschützer wie Alexander Caminada einsetzen.
      Volliger Blödsinn die Behauptung von Eurac-Präsident Roland Psenner , Wolfe und Bären seien keine Gefahr für den Menschen :
      Dass der Wolf kein Kuscheltier ist zeigt der Fall von der Frau die in Griechenland von Wölfen angegriffen und aufgefressen wurde.
      http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/griechenland-woelfe-toeten-englische-touristin-a-1170323.html

    • franz

      @guyfawkes
      Alexander Caminada aus Kurtatsch der gerne mit den Wolf zusammenlebt.“ die Touristen brauchen ja nicht auf den Berg zu gehen, bzw. der Mensch sollte den Tieren nicht deren Lebensraum einschränken.
      Der Mensch sollte sich zurückziehen seinen Lebensraum einschränken ?
      Unser Lebensraum wird schon von der unbegrenzten illegalen Massenimmigration eingeschränkt.
      Während Immigranten von der links grünen & SVP Gutmenschen Politik durchaus bevorzugt behandelt werden, müssen sich einheimische Bürger sich seinen Lebensraum einschränken.
      Während man für Bauern kein Geld hat
      “LR-Schuler, dass es bisher stets gerechte Entschädigungen gegeben habe und wies darauf hin, dass es aber keine Entschädigung für gerissene Schafe laut EU-Richtlinien geben könne, wenn nicht ausreichend Schutzmaßnahmen für die Tiere ergriffen werden. “ […]
      “Es handelt sich dabei um öffentliche Gelder und laut EU -Grundsatz muss erst alles unternommen werden um Schäden zu vermeiden“ so LR-Schuler [..]
      ( “Dolomitenausgabe“ vom 26/27 08.2017 )
      Genauso hat man kein Geld für Erdbebengeschädigte die seit einen Jahr immer noch auf ihr Häuschen warten, das ihnen Renzi Gentiloni versprochen hat ( gerade einmal 10 % haben so ein Häuschen bekommen wie italienische Medien berichten .
      Oder Aufbesserungen von Mindestrentner
      Während “Flüchtlinge “ ( 96 % Clandestini laut Kassationsgericht 2016 ) in 4 Sterne Hotels oder anderen Unterkünften auf Kosten des Steuerzahler 35€ / Tag und Mann mit allem drum und dran leben
      Bevorzugt auch beim WOBI durch Falscherklärungen.
      http://www.tageszeitung.it/2017/05/13/wir-schauen-auf-suedtirol/#comment-346324

    • jennifer

      Drei verschiedene Szenarien zur Lösung des Problems:
      A) Der Wolfbestand wird durch Entnahme reguliert
      B) Weiden werden abgeriegelt, mit teilweise öffentlichem Geld
      C) oder die Eigentümer der gerissenen Tiere erhalten eine „grosszügige“ Entschädigung, weit mehr als der Wert des Tieres.

      Es wird vermutlich auf eine Mischung aus B und C hinauslaufen.

      • einereiner

        @jennilein
        B ist nicht möglich, da die Almen sehr gross sind und bis auf auf die Bergspitzen von 3000 Metern gehen. Allein auf meiner Alm wären 10 km Zaun notwendig. Ein Zaun, der vor den Wölfen schützt, müsste 3 Meter hoch und einen Meter tief unter die Erde gehen. Würde sich in unserer Landschaft SUPER machen.
        C wird von den Tierbesitzern, die ihre Tiere lieben, nicht akzeptiert werden.
        Es bleibt nur D oder E übrig:
        D: Alle Wölfe einfangen und nach Sibirien bringen
        E: Wir schiessen ALLE ab.
        An der Möglichkeit E werde ich mich aktiv beteiligen und mich auf Notwehr berufen. Wer die Wölfe schützen will, kann sich gerne in die Schusslinie stellen.

        • silverdarkline

          Notwehr??? Dann glauben Sie also doch immer noch an das Märchen vom bösen Wolf, hatte ich doch Recht! Und solche Leute werden natürlich auch haufenweise Kinder in die Welt setzen und das Märchen geht weiter…traurige Gesellschaft.
          Ich stell mich gern in die Schusslinie, dann schaun wir mal, ob Sie großen Worten auch Taten folgen lassen.
          Immer dasselbe mit eurer Zunft, lärmen, plärren, die einfachste Lösung suchen..bei uns geht das net, bei uns funktioniert das net…plärr,plärr..in der Schweiz ist ja alles flach, gell?? Idioten…euch geht’s doch nur ums Geld.
          Und ich sage Ihnen, der Wolf ist noch gar kein Problem..schon mal was vom Schakal gehört?? Der wird sich in den nächsten Jahren erst so richtig bei uns breit machen und dann seid ihr froh um den Wolf! Vielleicht informieren Sie sich mal, bevor sie den Rambo raushängen lassen..täte eurer Zunft ganz gut.

          • einereiner

            @silverdarkness
            Notwehr gilt nicht nur beim eigenen Leben sondern auch bei dem Leben von anvertrauten Lebewesen. Ich werde dir die Schusslinie aufzeigen….aber die Giftköderpositionen werde ich dir nicht verraten.
            Der Schakal wird dem Wolf unter die Erde folgen (oder an den Ortstafeln hängen).
            Schon vergessen: auch Bär Bruno lebt nicht mehr.
            PS: zu deinem Märchen…die Gebrüder Grimm waren ganz schön brutal

            • silverdarkline

              Na dann wünsch ich Ihnen mal viel Spaß…1.000e machen sich auf den Weg zu uns, deren natürlicher Feind ist der Wolf, wo der Wolf ist, gibt es keinen Schakal, ganz einfach. Ihre Giftköder können Sie ruhig verstecken, die fressen dann eh Ihre tollwütigen Hunde, das kratzt niemanden..und Bär Bruno war wohl ein völlig anderes Thema.
              Auf Ihre Schusslinie wäre ich echt gespannt…

            • einereiner

              Tausende? Bitte untertreib nicht! Es sind Millionen, ach, was sag ich, Milliarden von Schakalen. Wir müssen in Zukunft keine Kühe und Schweine schlachten, wir werden uns nur noch von Schakalen ernähren.

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