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    Drohende Engpässe

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    In Südtirol fehlen aktuell 74 Hausärzte – und mindestens 31 gehen in den nächsten drei Jahren in Pension.

    von Heinrich Schwarz

    Derzeit sind in Südtirol 277 Hausärzte mit dem Sanitätsbetrieb konventioniert. Das sind im Hinblick auf die neuen rechtlichen Bestimmungen viel zu wenig. Die Gewerkschaft FIMMG hat nämlich ein Gerichtsverfahren gewonnen, wonach das Land den staatlichen Kollektivvertrag anwenden muss. Und dieser sieht eine niedrigere Höchstgrenze von 1.575 Patienten pro Arzt vor. Die optimale Patientenzahl liegt sogar nur bei 1.300. Letztere Zahl muss der Sanitätsbetrieb für die Berechnung der nicht besetzten Arztstellen berücksichtigen.

    Demnach – so hat der Betrieb in seiner aktualisierten Liste festgestellt – fehlen in Südtirol aktuell 74 Hausärzte in allen Landesteilen (Grafik mit allen Gesundheitssprengeln in der Print-Ausgabe vom Freitag).

    Im Wipptal etwa kam es Anfang dieses Jahres bereits zu einer Krise. Wegen einer Pensionierung und dem Umstand, dass die anderen Hausärzte die Obergrenze bereits überschritten hatten, standen hunderte Patienten plötzlich ohne Arzt da. Inzwischen gibt es eine vertragliche Einigung zwischen Gewerkschaften und Land, um solche Problemfälle zu vermeiden.

    Dennoch ist der Hausärzte-Mangel noch nicht vom Tisch: Bisher gab es eher Einzelfälle von Pensionierungen – in den nächsten Jahren steht aber eine regelrechte Pensionierungswelle an. Ein großer Teil der Südtiroler Hausärzte ist nämlich über 60 Jahre alt. Ab 65 können die Ärzte in Rente gehen, spätestens mit 70 müssen sie. Die meisten hängen ihren Kittel aber schon frühzeitig an den Nagel.

    Allein heuer erreichen fast 60 Hausärzte das 65. Lebensjahr. Wer von ihnen in Pension geht, erfährt der Sanitätsbetrieb in der Regel aber erst sehr kurzfristig: Die Ärzte müssen nur zwei Monate vorher mitteilen, dass sie sich zur Ruhe setzen.

    Was Land und Sanitätsbetrieb sehr wohl schon wissen: Zu Jahresende verabschieden sich mindestens acht Hausärzte, im nächsten Jahr erreichen dann fünf Ärzte das Alter von 70 Jahren, 2019 sind es ebenfalls fünf und 2020 sogar 13. Insgesamt fallen in den nächsten drei Jahren also mindestens 31 Hausärzte weg.

    WO AKTUELL ÄRZTE FEHLEN UND WIE LANDESRÄTIN MARTHA STOCKER DEN DROHENDEN ENGPÄSSEN ENTGEGENWIRKEN WILL, LESEN SIE IN DER FREITAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (6)

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    • politikverdrossener

      Verdienen viel zu wenig ,wie sie sagen,aber ausser Rezepte verschreiben tuan sie ja sowieso nichts,dann wäre ein Sekretärinnengehalt auch schon genug.Do will jeder 20000 netto verdienen sonst konn er mit den Politikern nicht mithalten.

      • andreas

        Sie dürfen 1.575 Patienten haben und für jeden bekommen sie jährlich ca. 60 Euro, also insg. keine 100.000 Euro Einnahmen.
        Die Praxis zahlt sich nicht von selbst, die Sprechstundenhilfe auch nicht und etwas Einrichtung und laufenden Kosten wie Strom, Heizung, usw. haben sie auch.

        Sie müssen zwar nicht verhungern, doch wegen Reichtum hat auch noch keiner von denen geschlossen.

        • rota

          Zu den Patientenzuweisungen kommen noch extra die Flüchtlinge, Diabetiker, Invaliden, chronisch Patienten, ecc .
          Am Einfachsten wäre die Durchschnitts -Einkommensteuererklärung der Haus- Ärzte zu veröffentlichen.

    • holzmichl

      Politikverdrossener

      Ist dir eigentlich bewusst, was ein Medizinstudium ( 12 Jahre) überhaupt kostet ?

    • politikverdrossener

      holzmichl
      Ist Dir eigentlich bewusst daß Du da fleißig mitgezahlt hast?
      wenn sie wenigstens eine Sprechstundenhilfe hätten! ,dann müsste man nicht soviel Zeit verlieren.

    • ich

      Uiuiui die wutbürger ! Keinen blassen Schimmer von der ganzen Materie Stammtischgeheul überall schlauer als der Rest der Welt dauernd den Mund offen,denken erst nach dem Sprechen ..Wenn überhaupt. Einfach alles nur dummes geplärr

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