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    Blick in die Praxis

    Tauschten sich aus: Die Spitzenvertreter der Südtiroler Bauernjugend und der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend.

    Bei Betriebsbesichtigungen lernten die Vertreter der Südtiroler Bauernjugend und der Tiroler Jungbauernschaft die Landwirtschaft aus der Praxis kennen. 

    Zunächst ging es für die Teilnehmer zum Gummererhof in Pinzagen bei Brixen. Bauer Philipp Gummerer findet klare Worte, wenn es um die heimische Landwirtschaft geht: „Wir Bauern müssen bodenständig und authentisch bleiben. Dies muss sich auch in unseren Produkten wiederspiegeln.“ Davon konnten sich die Funktionäre dann auch beim gemeinsamen Törggelen überzeugen.

    Am zweiten Tag ging es für die Gruppe zunächst zur Biogasanlage in St. Lorenzen. „Die Anlage erzeugt elektrische Energie für 2.500 Wohneinheiten und Wärmeenergie für 600 Wohnungen“, erklärt SBJ-Landesobmann Wilhelm Haller, der selbst in der Biogasanlage arbeitet. Sowohl für die Betreiber, wie auch für den einzelnen Bauer ist die Anlage eine Win-Win-Situation. „Wir holen die Gülle beim Bauer ab, produzieren Strom und bringen die vergorene Gülle dann wieder zielgerichtet auf die Felder aus“, erklärt Haller weiter.

    Joachim Knapp, Jungbauer beim Ausluger-Hof in St. Lorenzen zeigte den interessierten Funktionären seinen Betrieb.

    Der persönliche Bezug zum Produkt ist sehr wichtig

    Wie vielfältig die Landwirtschaft sein kann, zeigte auch die zweite Betriebsbesichtigung bei Jungbauer Joachim Knapp vom Ausleger-Hof in St. Lorenzen. Der Hof war bis 2009 ein klassischer Milchviehbetrieb, bis der Jungbauer einen neuen Weg einschlug. Seitdem dreht sich am Hof alles ums Ei. „Unsere Freilandhühner liefern zu Spitzenzeiten rund 3.000 Eier am Tag. Das ist eine ganze Menge“, erklärt Knapp. Nach dem Einsammeln werden alle Eier sortiert und für den Verkauf abgepackt. Die meisten seiner Eier liefert Knapp an Supermärkte rund um Bruneck. Ein kleiner Hofladen ist ein weiterer Verkaufspunkt. „Immer mehr Kunden kommen auch selbst vorbei ihre Eier zu kaufen. Man merkt, dass ihnen der persönliche Bezug zum Produkt sehr wichtig ist“, unterstreicht Knapp. Für die Zukunft hat der Jungbauer, der auch gelernter Koch ist, schon viele Ideen. So will er den Hofladen ausbauen und für Gäste eine kleine Gaststube einrichten. Übrigens, den Mist den seine gackernden Lieblinge produzieren liefert auch er an die Biogasanlage von St. Lorenzen.

    Angelika Springeth, SBJ-Landesleiterin ist erfreut: „Alle drei Betriebe setzen auf ein unterschiedliches Konzept, das Erfolg hat. Sie schaffen Arbeitsplätze und geben den bäuerlichen Familien am Hof eine Zukunft.

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    Kommentare (1)

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    • drago

      „die Vertreter der Südtiroler Bauernjugend und der Tiroler Jungbauernschaft lernen die Landwirtschaft aus der Praxis kennen“. Toll, aber was tun die Jungbauern eigentlich, wenn sie die Landwirtschaft erst bei Betriebsbesichtigungen kennen lernen. Auf einem Bauernhof sind dann aber nicht aufgewachsen. Aber das braucht es heutzutage, glaube ich, ja nicht mehr. Es reicht ein Kurs und dann trägt man sich in ein Verzeichnis ein. Und wenn man die Praxis kennen lernen will, dann siehe oben.

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