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    Urlaub auf dem Bauernhof boomt

    Foto: 123RF

    Über 2,5 Millionen Nächtigungen entfallen auf den Urlaub auf dem Bauernhof. Der Anteil an den Gesamtübernachtungen macht mittlerweile acht Prozent aus.

    Damit das so bleibt, hat sich der Südtiroler Bauernbund drei zentrale Themen gesetzt: den Genuss am Bauernhof ausbauen, das Winterangebot erweitern und den Betrieben in den unteren Kategorien unter die Arme greifen, hießt es am Dienstag auf der Fachtagung für den Urlaub auf dem Bauernhof.

    Der Urlaub auf dem Bauernhof wird immer mehr zu einer bedeutenden Nische im heimischen Tourismusangebot. Der Anteil an den Gesamtübernachtungen macht mittlerweile acht Prozent aus, über 2.800 Betriebe bieten Ferienwohnungen oder Zimmer an.

    „Damit die positive Entwicklung anhält, muss das Genussangebot am Bauernhof weiter ausgebaut werden. Genuss ist das Schlüsselelement für die Zukunft. Dazu gehören ein Frühstück, Produktecken oder Hofläden“, appellierte Hans J. Kienzl, der Leiter der Abteilung Marketing im Südtiroler Bauernbund, an die knapp 800 Teilnehmer an der heutigen Fachtagung für den Urlaub auf dem Bauernhof im Kongresszentrum der Messe Bozen. Einiges habe sich bereits getan, freute sich Kienzl.

    „Alleine im letzten Jahr sind auf 40 Höfen neue Produktecken und auf 15 Betrieben neue Hofläden entstanden. Ein Frühstück gibt es mittlerweile auf vier von zehn Höfen. Neue Betriebe bieten fast alle ein Frühstück an.“

    Hans J. Kienzl

    Der zweite Schwerpunkt, den der Südtiroler Bauernbund im Visier hat, ist das Angebot im Winter. „Zwar haben wir mittlerweile im Winter die größten Zuwächse, dennoch wäre noch mehr herauszuholen“, zeigte sich Kienzl überzeugt. Dazu müssten aber die Winterkommunikation mit entsprechenden Winterbildern verbessert, eigene Winterangebote für den Gast geknüpft und ein Frühstück angeboten werden. Zudem muss die Wohnung noch behaglicher sein als etwa im Sommer.

    „Eine Wohnung, die für den Sommergast gutgeht, muss nicht unbedingt auch für den Wintergast attraktiv sein.“ Im Winter sei eine angenehme Atmosphäre noch entscheidender.

    Verstärkt will sich die Abteilung Marketing im SBB um Bauernhöfe mit einer oder zwei Blumen kümmern. „Sie haben es bei den Buchungen am schwersten. Wir haben ein spezielles Angebot genau für diese Betriebe geschaffen – mit einer gezielten Beratung und einem Lehrgang. Ziel muss es sein, dass diese Betriebe eine höhere Einstufungskategorie erreichen. Zumindest drei Blumen sollten es schon sein.“

    Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler dankte den Bäuerinnen und Bauern für ihren Einsatz beim Urlaub auf dem Bauernhof und bei der Pflege der Kulturlandschaft, die die Voraussetzung für den Tourismus bilde. Auch er unterstich die Wichtigkeit, den Ein- und Zwei-Blumen-Betriebe unter die Arme zu greifen.

    Was sich alle Betriebe, unabhängig von der Kategorie, wünschen, ist eine hohe Zahl an Stammgästen. Wie aus Gästen Stammgäste werden, darüber sprach der Tiroler Tourismustrainer Norbert Waldnig. „Die Stärken des Urlaubs auf dem Bauernhof sind die Gastfreundschaft, die Naturerlebnisse und die hofeigenen Produkte. Diese Stärken müssen ausgebaut werden. Wichtig für die Betriebe ist zudem, sich klar zu positionieren und das Angebot besser zu kommunizieren.“

    Außerdem rief Waldnig wie zuvor bereits Hans J. Kienzl dazu auf, ein Frühstück anzubieten. Nicht unterschätzen dürften die UaB-Betreiber die Sozialen Medien. Instragram und Facebook seien fast schon ein Muss.

    Neben den Zimmern und Wohnungen muss auch die Hof- und Gartengestaltung den Gast beeindrucken. Die bekannte Münchner Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard verriet, wie am Bauernhof Erholungsräume für Gäste geschaffen werden können, die in Erinnerung bleiben. Sie appellierte, authentisch zu sein und hochwertige Materialien zu verwenden, besonders Naturmaterialien.

    Über die Lebendigkeit der Seele referierte der Schweizer Buchautor und Theologe Pierre Stutz. Er riet u. a. zu engagierter Gelassenheit und zu mehr Achtsamkeit. Gerade Urlaub auf dem Bauernhof-Betreiber dürften nicht nur für die Gäste da sein, sondern müssten sich auch Zeit für sich selbst nehmen.

    Wie Urlaub auf dem Bauernhof erfolgreich funktioniert, machen Johanna und Clemens Margesin vom Greiterhof in Lana sowie Paula und Thomas Kompatscher vom Funtnatscherhof in Völs vor. Sie gaben den Teilnehmern auf der Fachtagung einen Einblick in ihre Betriebe.

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    Kommentare (18)

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    • sepp

      och diebauern denken olm lei an unterstüzung

    • silverdarkline

      Glaub ich sofort..Umbau und Ausbau wird ja größtenteils vom Steuerzahler übernommen..

    • yx

      Die Steuern sind ein Tropfen auf dem heissen Stein, was die Bauern bezahlen, lächerlich da von Steuern zu reden.
      Fragt mal einen Wirtschaftstreibenden, was der an Steuern bezahlt, oder noch besser , einen Arbeiter.
      Desshalb ziehen die Bauern den Kindern schon im Kindergarten viiiiiel zu kleine Schuhe an, dass sie ja gleich, das Jammern lernen

    • cliktrip

      @unouno…

      ja, ist schon gewaltig die Steuerlast von den armen Bauern….

      https://www.sbb.it/docs/default-source/dokumenteroterhahn/urlaub-auf-dem-bauernhof—erstinformationen.pdf

      Bei diesen Sätzen würden die Unternehmer und Angestellten auch vor Schmerzen aufheulen…

      • rambo

        des isch jo a Wahnsinn wos die Bauern Steuern bezohln!

      • einereiner

        Bravo cliktrip, du hast dir die Mühe gemacht, die richtige Information zu suchen.
        Frage: hast du dir das Kapitel Steuern auch durchgelesen?
        Dort steht (etwas verklausuliert aber doch) eindeutig, dass dem Bauern 25% Gewinn unterstellt werden und er darauf ganz normal wie jeder andere Wirtschaftstreibende Steuern zahlt.
        Ja, alle anderen Wirtschaftstreibenden können davon nur träumen…man nennt das Albtraum. Denn welcher Wirtschaftstreibende (nehmen wir mal die Hotels) weißt denn 25% Gewinn aus und zahlt darauf Steuern?????
        Wer kann mir ein, auch nur ein Hotel in Südtirol nennen, das 25% Gewinn ausweisst und darauf auch noch Steuern zahlt?
        Die Hotelliere würden reihenweise pleite machen, wenn sie auf 25% des Umsatzes Steuern zahlen müssten!!!!!!!!!!!!
        Zum Thema MwSt. : ja, der Bauer darf die die Hälte der MwSt. behalten. Aber auf der anderen Seite muss er die volle MwSt. für Strom, Lebensmittel, die Ferienwohnung selbst usw. bezahlen. Wer auch nur 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß relativ schnell, dass es besser wäre KEINE MwSt. zu zahlen und auch KEINE eingenommene behalten zu dürfen. Also wieder eine Schlechterstellung der Bauern!!
        xy, andreas und all die anderen plärrenden nichtswissenden Neidhammel…..lest euch diese Information mal durch.
        Und überlegt mal……WELCHE FIRMA ZAHLT AUF 40000 EURO UMSATZ 5253 EURO STEUERN ??????
        Vielleicht 3% der Firmen von ganz Europa!!!!!!!!!!!
        Also hört mit den Lügen auf, dass Bauern wenig Steuern zahlen, in der Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall.

        • andreas

          Ich kenne einige Hotels mit 25% Gewinn, aber warum sollten sie diesen ausweisen?

        • sogeatsschungornet

          Wenn ich von meinem Umsatz nicht 25% Gewinn machen würde, käme ich nicht über die Runden!
          Und ja, ich würde liebend gern für das Pauschalsystem (mit 25% IRPEF und 50% IVA) optieren!

          • andreas

            Das kommt jetzt aber auf den Sektor an.
            Mit hohen Fremdkosten sind 25% schwierig, teilweise unmöglich.
            Ackermann, der Ex-Chef der Deutschen Bank, hat mal diese Vorgabe gemacht, welche dann nicht mal mit Betrug eingehalten werden konnte.

            Wenn dir monatlich 10.000 Euro Gehalt ausbezahlst, reichen auch weniger als 25% Gewinn zum Leben. 🙂

          • einereiner

            @sogeatsschungornet
            dann erzähl doch mal, in welchem Gewerbe du tätig bist. Vielleicht können wir dir ja helfen.
            PS: Ackermann von der Deutschen Bank hat mal 25% Gewinn als Ziel reklamiert. Man hat ihn gelinde gesagt für größenwahnsinnig erklärt und er hats auch nie erreicht.

    • sogeatsschungornet

      „Keine Förderungen“
      „Keine Abschreibungen“
      „Steuerzahlung wie alle anderen auch“

      Glaubt ihr, dann würden die UaB’s so aus dem Boden sprießen?

    • yannis

      Steuer für 25 % Umsatz und und bla Bla ……………………

      Kann mir als Tourist jemand mal nachvollziehbar erklären wenn der Ferienwohnung Betreiber ganz selbstverständlich KEINE Rechnung ausstellt und ebenso selbstverständlich NUR Bargeld als Zahlungsmittel akzeptiert.

      Danke !!!

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