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    Trinkgeld für 10.000

    Aufgrund eines Fehlers wurden rund 10.000 Bauern etwas zu hohe Betriebsprämien ausbezahlt. Aber nur ein Bruchteil muss zurückzahlen.

    von Heinrich Schwarz

    Ganze 200 Seiten lang ist die Anlage zu einem Dekret des Direktors der Landeszahlstelle, Massimo Torresani. Darin aufgelistet sind 10.021 Südtiroler Bauern – in wenigen Fällen auch Alminteressentschaften. Sie alle haben zu hohe Beiträge erhalten.

    Das Dekret betrifft die „Rückforderung von unrechtmäßig bezogenen Beiträgen aufgrund von Verwaltungsfehlern“. Konkret geht es um die sogenannten Greening-Prämien von 2016, die heuer ausbezahlt worden sind. Dabei handelt es sich um eine von der EU vorgesehene Zusatzprämie im Rahmen der allgemeinen Betriebsprämie.

    Die Berechnung erfolgt über einen bestimmten Prozentsatz, der jährlich auf nationaler Basis ermittelt wird. Die entsprechende Mitteilung über den abgeänderten Prozentsatz durch die nationale Zahlstelle AGEA trudelte beim Land allerdings erst am 5. Juni 2017 per Rundschreiben ein. Der Endtermin für die Zahlungen rund um die Betriebsprämienregelung ist laut EU-Vorgaben der 30. Juni.

    Wie im Dekret des Amtsdirektors erklärt wird, muss die Landeszahlstelle innerhalb dieser Zeit einen Algorithmus für die Zahlungen ausarbeiten, testen und bestätigen. Die entsprechende Aktualisierung des notwendigen Prozentsatzes konnte nicht rechtzeitig abgeschlossen werden.

    Dieser Fehler hat „eine unrechtmäßige Auszahlung von Beiträgen im Ausmaß von 24.157,37 Euro für 10.021 Ansuchen verursacht“, heißt es im Dekret. Es sei deshalb zweckmäßig, „die aufgrund eines Verwaltungsfehlers zu hoch ausbezahlten Beträge zurückzufordern, nach vorhergehender Eintragung ins Schuldnerregister der Landeszahlstelle und Mitteilung an die Betroffenen.“

    Der Gesamtbetrag der zu viel bezahlten Beiträge ist natürlich nicht sonderlich hoch. Im Schnitt betrifft es jeden Antragsteller mit gerade einmal 2,41 Euro. Und weil der Aufwand für die Rückforderung in solchen Fällen höher ist als der Nutzen, wird im konkreten Fall ein Gesetz angewandt, wonach unter der Schwelle von zwölf Euro von einer Rückforderung abgesehen werden kann.

    Von den über 10.000 Ansuchen sind lediglich 170 mit mehr als zwölf Euro an zu viel bezahlten Beiträgen aufgelistet. In den allermeisten Fällen betrifft es Alminteressentschaften und nur in wenigen Fällen einzelne Bauern.

    Wie Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler auf Nachfrage erklärt, müssen die 170 Betroffenen insgesamt rund 4.000 Euro zurückzahlen. Auf den restlichen 20.000 Euro bleibt das Land somit sitzen. Und die rund 10.000 Bauern unter der Zwölf-Euro-Grenze können sich über ein kleines Trinkgeld freuen.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (30)

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    • yx

      Und warum muss nicht derjenige der den Fehler gemacht hat, für den Schaden aufkommen.
      Wenn ich bei der Arbeit einen Fehler beim Kassieren mache, wird es mir auch vom Lohn abgezogen

    • silverdarkline

      Wahnsinn was bei den Bauern rumgeschwindelt wird..wie lange lässt sich das die Südtiroler Bevölkerung noch gefallen? Unglaubliche Zustände…

    • einereiner

      @silberdarkness
      Dirgeht es nicht darum was in dem Artikel steht sondern nur um Bauernbashing. Geh zum Psychologen und erzähl ihm deine Probleme.

      • silverdarkline

        Die Wahrheit ist nicht einfach zu verdauen, gell? Gehen Sie lieber zum Landesrat, ich glaube ein Beitrag ist wieder fällig..

        • einereiner

          @silberdarkness
          Du regst dich über die Bauern auf, wenn doch ein paar unfähige Beamte Fehler gemacht haben! Wahrheit, Logik, legal, illegal, schei..egal???? Redet in deinem privaten Umfeld keiner mehr mit dir, dass du solchen Blödsinn über Foren verkünden musst?

          • silverdarkline

            Und die Lobby fühlt sich wieder mal zu Unrecht angegriffen, wie immer…Ich schweige jetzt, da ich sonst noch verklagt werde, das könnt ihr ja gut..natürlich auch mit Steuergeld, wen interessierts??

    • thefirestarter

      Das kann man doch ganz einfach mit den Steuern verrechnen…
      … ach so na die Bauern zahlen ja keine.

      • einereiner

        Geht nicht, die Beiträge kommen von der EU, die Steuern ( die höher als bei Hotels und Angestellten liegen) gehen an den Staat. Noch Fragen? Ich helfe dir gerne gegen deine Unwissenheit.

        • morphi

          Ja bitte hilf doch kurz, deine These zu den höhere Steuern täte mich schon interessieren.

        • thefirestarter

          ja wirklich, meine Bauer des Vertrauens zahlt 2% Steuern und der muss es wissen er hat so ca. 70 Hektar also…

          Bauer=keine Steuern zahlen + Belasten der Umwelt und Gesundheit.

          • einereiner

            2% von was? Vom Umsatz, oder? Wieviele Bauern in Südtirol gibts mit 70ha? 4 oder 5? Dann sprich mal: Normalsystem oder Pauschalsystm? Umsatz? Kostenauflistung? Bilanzdaten? Ich mach dir die komplette Steuererklärung und den Vergleich zu deinem Lehrergehalt. Was belastet die Umwelt mehr? Dein Haus oder ein Hektar seiner Wiesen?

            • andreas

              Auf 200.000 Euro Gewinn hat mir einer erzählt, zahlt er keine 10.000 Euro Steuer. Und ja, ich kenne den Unterschied zwisxhen Umsatz und Gewinn.

            • einereiner

              @ andreas
              200000 Euro Gewinn….. dürfte sich um einen der größten Angeber ( oder bei dir Lügner) von Südtirol handeln.
              Leute, bitte liefert Daten und nicht Stammtischangebereien!

            • morphi

              Was schreibst du denn für einen Müll? Deine pauschale Aussage war, dass Bauern mehr Steuern zahlen als Angestellte. Dann fängst wieder an nach Normal oder Pauschalsystem zu fragen. Unermauere deine Aussagen mit Fakten. Du fragst immer nur nach Zahlen. Glaubst du jemand veröffentlicht hier seine Umsatz oder Gewinnzahlen?

              Abseits davon sind die Zahlen unnötig – belege erst mal wie du auf deine These kommst und geh dann gegebenenfalls ins Detail!

            • einereiner

              @morphi
              ich empfehle dir Lektüren zum Thema Pauschale Besteuerung in der Landwirtschaft. Besteuerung für Urlaub auf dem Bauernhof (sbb.it) usw.
              Du kannst auch gerne Wirtschaft an der Universität (dieses Wort schon mal gehört?) studieren oder, in Ermangelung einer Matura, Wirtschaft an der Volkshochschule nachholen.

        • andreas

          @einereiner
          Oder du bist der dümmste Bauer der rumläuft oder du hast keine Ahnung was Bauern hier verdienen. Die haben teilweise ein Hotel als Hobby.l

          • einereiner

            Wo wohnst du? Bei uns im Pustertal ist es umgekehrt, da haben die Hotelliere als Hobby einen Bauernhof.
            @morphi
            Ich hab einige Steuervergleiche erstellt, die sind jeweils einige Seiten lang. Stell deine e-Mailadresse ins Forum und ich schick sie dir. Ihr seit alle neidisch, da ihr keine Ahnung von Steuersystemen habt.

            • andreas

              Etschtal, Unterland und Vinschgau bis Laas, weiter oben kenne ich keine.

            • andreas

              Etschtal, Unterland und Vinschgau bis Laas, weiter oben kenne ich keine.

            • morphi

              Jaja. Komm lass gut sein. Jetzt willst also Emails schicken. Du hast keinen einzigen Fakt auf den Tisch gelegt, erzählst uns nur was du doch für ein Steuerfuchs bist.

              Also von mir aus. Werde glücklich, glauben tut dir eh keiner.

            • einereiner

              Dumme Populisten meinen komplizierte Dinge in kurze „Fakten“ zusammenfassen zu können. Ein seriöser Steuerberechnungen hat nun mal einige Seiten. Aber eines ist Fakt: der italienische Finanzminister würde es nie im Leben zulassen, dass ein Berufsstand wie die Bauern, zu wenig Steuern zahlen würde. Und der kann besser rechnen als eure Stammtischschwätzer.

    • erbschleicher

      bitte lasst doch den ARMEN BAUERN auch was.
      Jetzt wo Ihre geldbringenden Tiere vom Wolf und vom Bär gefressen werden, sollten wir schon zusammenhalten und für die ganzen armen Bauern spenden.
      sonst kann sich mein Nachbarsbauer nächstes Jahr keinen neuen FENDT mehr leisten, für den er natürlich auch den Stadel umbauen muss, damit der Traktor auch im Stadel Platz findet.
      IRONIE OFF!!

      Liebe Bauern aller Länder: Geld kann man NICHT FRESSEN!!!!

    • andreas

      @einereiner
      Natürlich zahlen Bauern weniger Steuern als Unternehmer.
      Wenn Bauern die MwSt. zahlen, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass sie auch die eingenommene MwSt. behalten können, welche bei gewinnbringenden Unternehmen grundsätzlich höher ist, sonst ist besser er lässt es bleiben.

      Eine pauschale niedrige Besteuerung von ein paar Prozent ist auch bei 500.000 Euro Umsatz immer noch günstiger als auf 200.000 Euro Gewinn 30-50% zu zahlen.

      Hoteliere zahlen deshalb teilweise wenig, weil sie bewusst investieren, was man an den modernen Hotels sieht und dieses Geld kommt den Südtiroler Handwerkern und Baufirmen zu gute, welche wiederum Steuern bezahlen.
      Zusätzlich schaffen Unternehmen Arbeitsplätze, Obstbauern stellen temporär ein paar Tschechen und Ungarn an und jammern da noch, dass sie ihnen etwas ordentliches zum Essen kaufen müssen oder bringen sie, wie im Vinschgau passiert, zu 20 in einem alten Stadel unter und kaufen dafür ausrangierte Matratzen bzw. kostenlose gegen Abholung.
      Das Gehalt eines Unternehmers oder Hoteliers, welches er sich auszahlt, ist nebenbei auch hoch versteuert.

      Wobei es hier um Obstbauern geht, nicht um Viehwirtschaft, diese würde ich sogar noch zusätzlich fördern, da die effektiv mit ein paar Kühen nur Arbeit und Kosten haben und so gut wie nichts übrig bleibt.
      Zusätzlich pflegen die wirklich die Landschaft, was man bei den Monokulturen nicht unbedingt behaupten kann.

      Kommentare wie deine tragen dazu bei, dass die Bauern als gierige Absahner und Jammerer wahrgenommen werden.
      Ich habe nichts gegen Bauern und auch nicht gegen Obstbauern, aber bitte schön hör auf mit dem lächerlichen Geplärre. Pusterer Bauern mit ihren 3 Erdäpfeln, was anderes kennst du anscheinend nicht, sind nebenbei nicht mit den Obstbauern im Unterland, Etschtal oder Vinschgau zu vergleichen.

    • einereiner

      Bravo Andreas, wenigstens hast du einen Teil verstanden. Aber vieles wichtige weisst du nicht! Der Bauer kauft fast alles zu MwSt. von 22% und die zahlt er voll! Er verkauft aber Lebensmittel, die einem Steuersatz von 10% unterliegen. Diese 10% darf er aber nur zum Teil behalten, bei Gebrauchtteilen sogar komplett abgeben. Mit diesen Faktoren steuert der Staat die Steuerbelastung in der pauschalierten Landwirtschaft.
      Ein Beispiel:
      Bauer kauft Traktor um 100000 + 22000 MwSt, gibt einen alten um 25000 + 5500MwSt ein. Somit zahlt er 75000 + 22000+ 5500= 102500 Euro!
      Zum Vergleich ein Handwerker im Normalsystem bei gleichen Beträgen: die MwSt ist bei ihm ein Durchlaufposten und somit irrelevant. Somit zahlt er 75000 Euro. Diese 75000 kann er auch noch Abschreiben und verringert somit seine Einkommenssteuer um die Hälfte. Somit kostet ihn das neue Gerät 37500 Euro!!!
      Nun vergleich mal 102500 mit 37500 !!!
      Der pauschalierte hat mit diesem Kauf 65000 Euro STEUERN gezahlt. Weil aber viele Bauern auch zu dumm sind dies zu verstehen, erzählen sie herum, dass sie keine Steuern zahlen.
      Du beziehst dich immer auf 3 Obstbauern in deiner Nachbarschaft. Südtirol besteht aber nicht nur aus den Talsohlen vom Etsch- und Eisacktal. Es gibt viel mehr Viehbauern als Obst- und Weinbauern

    • morphi

      Und deine Aussage war, dass Angestellte mehr Steuern zahlen. Auch für diese ist die Mwst terminal geschuldet, also kein Durchlaufposten.

      Und nu?

      • einereiner

        @morphi
        was willst du denn damit sagen? Du zeigst nur, dass du von Tuten und Blasen keine Ahnung hast.
        Bauer und Hotellier sind Unternehmen….da reden wir von Umsatz, Gewinn und der Frage, ob pauschaliert oder normal besteuert.
        Der Angestellte ist ein Privatmann…..so wie auch der Bauer, der Hotellier und der Unternehmer….komisch, ist aber so. kapiert???? Bauer, Unternehmer und Hotellier haben Doppelfunktionen im Steuersystem.
        Als Privatmänner zahlen Angestellter, Hotellier und Bauer LOGISCHERWEISE die komplette MwSt. Verkaufen tun sie alle nichts, also kriegen sie auch keine.
        Ich empfehle dir dringend Wirtschaft an der Volkshochschule.

    • morphi

      Sag mal bist du dumm? Du hattest im Eingangsposting die Behauptung aufgestellt dass Angestellte weniger Steuern zahlen als Bauern, nicht ich.

      Auch versteifst du dich auf die Mwst, unterschlägst aber Gewinnbesteuerung beim Unternehmen.

    • einereiner

      @morphi
      80% der Bauern sind so klein, dass es nicht zum Überleben reicht. Sie alle haben einen Nebenjob als Arbeiter oder Angestellter. Somit zahlen sie erstens schon mal exakt gleich viel Steuern wie ein Angestellter. Zweitens läuft der Bauernhof im pauschalierten Steuersystem, sodass sie bei jedem Einkauf kräftig MwSt. löhnen. Zähle 1 und 2 zusammen. Die Bauern zahlen mehr Steuern als die Angestellten. Quod erat demonstandum. Noch Fragen?

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