Du befindest dich hier: Home » Chronik » Die verbotene Fahne

    Die verbotene Fahne

    Die Süd-Tiroler Freiheit protestiert: Gemeinde St. Ulrich lasse die Tiroler Fahne entfernen und behindere eine Bürgerinitiative zur Abschaffung faschistischer Ortsnamendekrete.

    Die Gemeinde St. Ulrich in Gröden hat mit Demokratie und Kultur offenbar ihre liebe Not, schreibt die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung.

    Auf dem Jahrmarkt am Montag wollten Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit mobil Unterschriften für die Bürgerinitiative zur Abschaffung der faschistischen Ortsnamen-Dekrete sammeln. Obwohl kein öffentlicher Grund besetzt wurde, verhinderte die Gemeinde ─ mit Hilfe der Ortspolizei ─ das weitere Sammeln von Unterschriften.

    In St. Ulrich besteht nämlich die sonderbare Regelung, wonach jede Unterschriftensammlung (auch wenn diese nur mobil durchgeführt wird) genehmigungspflichtig ist. Damit ist in St. Ulrich eine Unterschriftensammlung vom Wohlwollen des Bürgermeisters abhängig, kritisiert die STF. Dies gilt für öffentliche Flächen sowie auch (!) für öffentlich zugängliche Flächen, z.B. Gastgarten, usw. Dagegen will sich die Süd-Tiroler Freiheit nun wehren.

    Doch damit nicht genug, die örtliche Schützenkompanie sei auch noch aufgefordert worden, die Tiroler Fahne am Hauptplatz zu entfernen, da diese angeblich ein politisches Symbol sei.

    Die Süd-Tiroler Freiheit vertritt die Meinung, dass das Sammeln von Unterschriften für eine demokratische Bürgerbeteiligung von einer Gemeinde gar nicht nach Gutdünken des Bürgermeisters untersagt werden kann. „Offenkundig lag das Problem aber nicht in der Sammlung von Unterschriften an sich, sondern am Gegenstand der Bürgerinitiative, nämlich der Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete. In dieses Bild paßt auch das Verbot der Tiroler Fahne“, vermutet die STF.

    In der Aussendung heißt es:

    Es ist skandalös, dass die Gemeinde St. Ulrich glaubt, darüber entscheiden zu können, zu welchen Themen sich die Bürger äußern dürfen und zu welchen nicht. Die Süd-Tiroler Freiheit wird diesen eklatanten Fall der Einschränkung demokratischer Beteiligungsprozesse nicht auf sich sitzen lassen und zum Gegenstand einer Landtagsanfrage machen.

    Die Bewohner der Gemeinde St. Ulrich, denen die Gemeinde heute eine Beteiligung an der Bürgerinitiative zur Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete untersagt hat, können einstweilen online unter www.suedtiroler-freiheit.com/petition unterschreiben.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (2)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • watschi

      langsam wird euch klar werden, dass in südtirol die wenigsten auf eurer seite stehen. nein, nicht weil sie sich nicht als echte südtiroler fühlen, sondern weil südtirol vom tourismus lebt und viele gäste aus italien kommen. dazu kommt eine seit jahrzehnten aufgekommene mischkultur zwischen südtirolern und italienern, d.h., viele mischehen, dazugewonnene verwandtschaft, arbeitskollegen und freundeskreis. in poche parole: jeder liebt oder kennt einen sympatischen italiener

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen