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    Die neuen Diakone

    Bischof Ivo Muser hat am heutigen Sonntag im Dom von Brixen Michael Lezuo und Peter Kocevar zu Diakonen geweiht.

    „Vor Gott kommt es nicht auf das Ja-Sagen, sondern auf das Ja-Tun an“, sagte Bischof Ivo Muser in seiner Predigt und spielte dabei auf jene Fragen an, die er den beiden Kandidaten vor der Handauflegung stellt und worauf diese mit einem „Ja“, dem „Ich bin bereit, ich verspreche es“, antworten.

    Auf drei dieser Fragen ist der Bischof in seiner Predigt näher eingegangen. Eine Frage lautet: „Seid ihr bereit, zum Zeichen eurer Hingabe an Christus, den Herrn, um des Himmelreiches willen ehelos zu leben und für immer eurem Vorsatz treu zu bleiben, in dieser Lebensform Gott und den Menschen zu dienen?“ „Ist das nicht eine Zumutung? Wird da nicht von euch verlangt, ein entscheidendes Stück eures Menschseins wegzugeben?“, fragte Bischof Muser und fügte an: „Ganz gleich, wie die Auseinandersetzung und die Entscheidung der Kirche weitergehen werden, ihr müsst heute wissen, was ihr versprecht, wofür ihr euch heute entscheidet und warum ihr in der Lebensform der Ehelosigkeit Gott und den Menschen dienen wollt.“ Dann machte der Bischof den Grund für die ehelose Lebensform deutlich: „Jesus Christus“.

    Eine weitere Frage lautete: „Seid ihr bereit, aus dem Geist der Innerlichkeit zu leben, Männer des Gebetes zu werden und in diesem Geist das Stundengebet als euren Dienst zusammen mit dem Volk Gottes und für dieses Volk, ja für die ganze Welt treu zu verrichten?“ Bischof Ivo hat in seiner Predigt deutlich gemacht, dass es dabei nicht nur um die Bereitschaft zum regelmäßigen Stundengebet geht, sondern dieses Versprechen weit darüber hinaus reicht, weshalb das Gebet zu einer Lebensregel werden soll. „Wenn ihr nicht Männer des Gebetes seid, wird euer diakonale Dienst leer sein“, sagte der Bischof und erinnerte daran, dass die Kandidaten als Diakone gleichsam „Augen und Ohren“ der Kirche für die Mitmenschen sein sollen.

    Eine weitere Frage, die der Bischof den Kandidaten gestellt hat, lautet: „Versprichst du mir und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam?“ „Hat das nicht mit Begrenzung der eigenen Freiheit zu tun, mit Fremdbestimmung, mit Entmündigung?“, fragte der Bischof und gab zu bedenken, dass die Kandidaten dem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam versprechen und sich damit an die konkrete Kirche von Bozen–Brixen binden. „Die Weihe ist keine persönliche Auszeichnung! Ihr sollt ein Sakrament für die anderen sein!“, so der Bischof, der am Ende seiner Predigt noch einen besonderen Gruß an die Pilger aus Slowenien richtete.

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