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Die vier Städtetheater

Rudi Ladurner, Maria Dietl, Doris Brunner, Klaus Gasperi und Anna Heiss

Die vier Südtiroler Städtetheater – Carambolage in Bozen, Stadttheater Bruneck, Gruppe Dekadenz in Brixen und Theater in der Altstadt Meran – stellen gemeinsam ihre Saison 2017/18 vor.

Kleinkunsttheater Carambolage Bozen

Die Bozner Carambolage eröffnet die Saison am 6. Oktober mit der Theaterproduktion „Der Kredit“. Die Komödie von Jordi Galceran erzählt die Geschichte von Anton Herberg, der in einer Bank um einen Kredit ansucht.

Der Filialleiter prüft den Antrag und lehnt ihn wegen mangelnder Sicherheiten ab. Der Kunde lässt sich nicht abwimmeln und eröffnet ein Spiel um Geld und Glück. Im Handumdrehen stellt der Autor die Weichen für ein erfrischend komisches Psychoduell voller überraschender Wendungen. Es spielen Günther Götsch und Peter Schorn unter der Regie von Eva Niedermeiser.

Vom 8.-10. November geht der 16. Europäische Kleinkunstwettbewerb „Niederstätter surPrize“ über die Bühne. Ins Rennen gehen 9 Künstler und -gruppen aus der internationalen Kleinkunstszene, heuer erstmals aus 9 verschiedenen Nationen.

Im Jänner steht die Theaterproduktion „Spieltrieb“ auf dem Spielplan. Im Erfolgs-Roman von Juli Zeh geht es um Ada, hochbegabt und schwer erziehbar. Zum Spaß soll sie ihren Lehrer verführen, sich von Mitschüler Alev dabei filmen lassen, um den Lehrer zu erpressen. „Spieltrieb“ ist ein Stück, das die Zuschauer zu einer Wertediskussion herausfordern wird. Auf der Bühne stehen Katharina Gschnell, Brigitte Knapp, Günther Götsch und Frederick Redavid in einer Inszenierung von Joachim Goller.

Freunde des Kabaretts können sich in der kommenden Saison auf folgende Carambolage-Gäste freuen: die Preisträgerinnen des Prix Pantheon 2015 „Suchtpotenzial“; den in Deutschland lebenden Österreicher Stefan Waghubinger;

die Sieger des letztjährigen „Niederstätter surPrize“ Compagnie Buffpapier; den britischen Stand-up-Comedian Steve Rawlings; den Polit-Satiriker Andreas Thiel; den Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2016 Thomas Maurer; Saverio Raimondo, eines der interessantesten Gesichter der neuen italienischen Satire-Szene; die Preisträgerin des Salzburger Stier 2016 Uta Köbernick und die bayrische Musikkabarettistin Martina Schwarzmann. Es gibt beste Unterhaltung mit dem Improtheater Carambolage, der Lesebühne „MundWerk“ sowie musikalische Highlights mit Markus Stockhausen & Florian Weber, Donauwellenreiter, Bayou Side, Gianni Coscia, Elsa Martin & Stefano Battaglia, Aruan Ortiz & Don Byron, Alma, Marcello Fera & Bellanöva, Gianluca Petrella & Pasquale Mirra, Hyper & Amir Elsaffar u.v.a.

Abgeschlossen wird die Saison im Mai mit einem Klassiker, und zwar der Theaterproduktion „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler. Es spielen die Südtiroler Jungschauspieler Viktoria Obermarzoner und Max G. Fischnaller unter der Regie von Stefanie Nagler. Alle drei Carambolage-Eigenproduktionen der kommenden Saison haben eine Gemeinsamkeit: Das Thema der Manipulation in zwischenmenschlichen Beziehungen zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit 2017-18.

Stadttheater Bruneck

Die Spielzeit 2017/18 im Stadttheater Bruneck wird mit der Uraufführung des Theaterstückes „Das Haus der Mutter“ (Premiere am 08.10.) von Joseph Zoderer eröffnet. In Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Bozen und dem Theater in der Altstadt Meran inszeniert Torsten Schilling Zoderers intensives Stück über Alter und Erinnerung, Einsamkeit und Abschied-nehmen. Eleonore Bürcher spielt die Rolle der älteren Frau. Ihre Tage verbringt sie im sorgfältig abgeschlossenen Zimmer, allein mit der Erinnerung an Stationen eines langen Lebens: Glück an der Seite ihres Ehemannes und ihrer Kinder, Leid der Kriegsjahre, Option, Rückkehr nach Südtirol und neue Fremdheit in der Heimat. Nachts baut sich die Mutter ein Haus aus heimlich zusammengetragenen Pappschachteln. Es ist ihre Zuflucht vor dem unerträglichen Rauschen, das nur sie zu hören scheint.

Weitere Theaterproduktionen in der Spielzeit 2017/18 sind „Die Weberischen“ von Felix Mitterer (Premiere am 12.11.). „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett (Premiere am 02.03.) bringt das Stadttheater in einer Koproduktion mit dem Kellertheater Innsbruck auf die Bühne. Es folgt „Der Letzte der feurigen Liebhaber“ von Neil Simon (Premiere am 07.04.). Die letzte Premiere der Saison ist „Mein Ungeheuer“ von Felix Mitterer (Mai 2018).

Nach 29 ausverkauften Vorstellungen in der vergangenen Spielzeit geht das Stadttheater mit der Erfolgsproduktion „Honig im Kopf“ auf Österreich-Tournee. Ebenso ist „Begegnung mit Anne Frank“ im In- und Ausland unterwegs.

Die Gäste aus dem Kabarett sind Gregor Seberg (21.09.), Lukas Lobis (01., 02.12.), Markus Linder (17.02.), Joesi Prokopetz (21.03.) und Verena Scheitz (27.04.).

Die Titel aus dem Kinderprogramm sind „Ox & Esel“ (10.12.), „Die Königin der Farben“ (23.02.), „Max Magisch“ (23.03.) und „Mama Muh und die Krähe“ (Wiederaufnahme im Frühjahr 2018).

Das Weihnachtskonzert „Verwirrte Hirten“ (22.12.) mit den Talking Horns und das Programm „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler mit Sarah Kattih im Frühjahr 2018 sind die musikalischen Abende im Stadttheater.

Beim Format „Talk Im Stadttheater“ ist Gregor Gysi im Gespräch mit Lorenz Gallmetzer (08.02.).

Gruppe Dekadenz Brixen

In Eigenproduktion zeigt die Gruppe Dekadenz „Im Abseits“ vom katalanischen Autor Sergi Belbel (Premiere 21.09.): eine Krisen-gebeutelte Kleinfamilie fürchtet ihren gesellschaftlichen Abstieg und zieht Schreckliches in Erwägung.

Die zweite Eigenproduktion im April 2018 ist „Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab. In einer frischen Inszenierung bringt Joachim Goller den Klassiker auf die Bühne.

In der Herbstsaison sind vier jüngere Acts aus dem Kabarettbereich zu sehen: Flüsterzweieck, RaDeschnig, Lennart Schilgen und el mago masin präsentieren die Generation Y. Highlight ist das Kabarett-Duo Flüsterzweieck (13., 14.10.). Das Duo hat zuletzt den Österreichischen Kabarettpreis gewonnen und gehört zu den innovativsten Figuren der Szene. Lennart Schilgen (03.11.) singt mit Engelsgesicht Songs über alltägliche first world problems eines jungen Mannes und nimmt dabei Chanson-Anleihen. el mago masin (01.12.) reflektiert in „Operation Eselsohr“ seine Österreichwanderung, auf die ihn ein Esel als Zwangs-Entschleuniger begleitet hat. Ungewöhnlich! Die Zwillinge RaDeschnig (08.12.) geben mit „Rückblendend“ ihre beliebtesten Nummern in einem neuen Programm.

Vier Herren präsentieren die Generation 40+: aus der gesellschaftlichen Mitte heraus besingt und kommentiert Christoph Spörk (24., 25.11.) österreichische Lebensrealität. „Ich kann auch anderst!“, konstatiert Christian Hölbling (20., 21.10.) und verabschiedet sich von der Kunstfigur Helfried, die er 15 Jahre lang gespielt hat. In einer bunten Dragcollage performt Kay Ray (17., 18.11.) sich durch Jahrzehnte gelebter Popkultur und verwebt sie mit seiner persönlichen Geschichte. Die lokale Szene repräsentiert in diesem Jahr Lukas Lobis (28.10., 29.10., 19.12.).

Die Gäste aus dem Bereich Jazz sind City of Dreams (11.10.), Christian Muthspiel & Steve Swallow (25.10.), E-volution (08.11.), Scott DuBois Quartett (23.11.), Sven Faller Night Music Trio (12.12.).

TIDA Meran

Das TIDA eröffnet mit einer Uraufführung zum 700. Geburtstag der Stadt Meran: „Meran Leuchtet“ (Premiere 03.10.) von Klemens Renoldner versammelt Merans berühmteste Gäste in einem Stück: im Mai 1920 besuchen die Schriftsteller Franz Kafka, Arthur Schnitzler und Stefan Zweig Meran. Wie in guten alten Zeiten, als Südtirol ein Teil Österreichs war, treffen sich die Künstler im Café „Corso“, und diskutieren, zur Verwunderung der Einheimischen, über das Theater. „Meran leuchtet“ ist ein Stück aus Dichtung und Wahrheit, angereichert mit viel Musik.

Die folgende Premiere ist „Maultasch“ von Martin Plattner (Premiere 14.11.). Die Frauentheatergruppe Phenomena setzt sich mit der berühmten Riesin auseinander. Martin Plattner erhielt für das Stück „Maultasch“ das Große Literaturstipendium des Landes Tirol, jetzt wird Maultasch uraufgeführt.

Für die jungen Gäste spielt das TIDA „Die Kuh Rosmarie“ (Premiere 16.12.) von Andri Beyerle. Das Stück bezaubert durch eine sorgfältig komponierte literarische Sprache, die es schafft zugleich poetisch, humorvoll und einfach zu sein.

Im Rahmen des Schulprojekts wird „Kollision“ von Kim Fupz Aakeson aufgeführt: Sanne und Anne, die sich zufällig in einem Wartezimmer getroffen haben, wollen gemeinsam eine Bank ausrauben, um an Geld zu kommen. Was sind die Hintergründe und was ist mit dem riesengroßen Asteroid, der mit 35.000 km/h auf die Erde zurast?

Die Koproduktion „Das Haus der Mutter“ (24., 25.10.) kommt Ende Oktober nach Meran.

Weitere Premieren sind für März 2018 und Mai 2018 geplant.

Zu den Gästen: „Solange wir noch sterben, brauchen wir den Tod“ (28.10.) ist eine Oper in sieben Szenen für vier Sänger, Klavier und präparierte Gummienten von Daniel Oberegger (Musik und Libretto). Lukas Lobis Südtirol-Kabarett „Voll des Lobis! – 50 Jahre Selbstüberschätzung“ (30.10. – 03.11.) kommt als Gastspiel auch nach Meran. Bertrand Huber stellt seinen Lyrikband „Träume Aus Weissem Salz“ am 15.11. im TIDA vor.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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