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Der Alperia-Verlust

Alperia beschließt das erste Halbjahr mit einem Verlust von rund 4 Millionen Euro – weil es in Südtirol zu wenig geregnet hat.

Weil es zu wenig geregnet hat, baut das Energieunternehmen Alperia Miese – 4 Millionen Euro im ersten Halbjahr.

So rechtfertigt der Betrieb das Ergebnis:

Die Unternehmensgruppe trieb eine intensive Veränderungsphase zur Neuorganisation der Gesellschaftsstruktur, die aus mehr als 40 Unternehmen besteht, voran, um Managementsynergien aufzuwerten, Effizienz zu schaffen und Kosten zu reduzieren. In diesem Sinne brachte das Unternehmen auch einen Rating-Prozess zu Ende, der im August mit der Zuteilung eines Investment-Grade-Ratings für die Alperia AG abgeschlossen worden war. Hinzuweisen ist auf den Rückgang der Nettofinanzverschuldung, was die Fähigkeiten der Alperia Gruppe bei der Cashflow-Generierung unter Beweis stellt.

Das auf die Gruppe entfallende Nettoergebnis in den ersten sechs Monaten 2017 zeigte – nach Abzug einer Berichtigung hinsichtlich einiger Vermögenswerte betreffend die Elektrizitätserzeugung aus Wasserkraft – ein Ergebnis, das im Wesentlichen mit dem von 2016 übereinstimmt und sich auf knapp weniger als minus 4 Mio. beläuft. Die oben genannte Berichtigung ist auf die Senkung des langfristigen Energiepreisszenarios zurückzuführen, die das Management stets vorsichtiger als die anderen Marktakteure bewertet und die sich auf über 10 Mio. Euro belief. Die konsolidierte Zwischenbilanz wurde unter Anwendung der internationalen Rechnungsgrundsätze erstellt, was infolge des Börsengangs der Green Bonds von Alperia notwendig ist.

Die Gesamterlöse der Gruppe belaufen sich auf 522,7 Mio. Euro und sind gegenüber dem Vorjahr um 11 % zurückgegangen, da sie von einem mangelhaften Wasserstand und einem geringeren Umsatz in den Bereichen Energie und Energietitel infolge der Änderungen der Rechtsvorschriften 2016 beeinflusst wurden. Das EBITDA belief sich auf 53,2 Mio. Euro gegenüber 66,4 Mio. im ersten Halbjahr 2016.

Als Bestätigung der wichtigen Rolle als lokaler Wirtschaftsteilnehmer ist zu betonen, dass im betreffenden Zeitraum über 16 Mio. Euro investiert wurden. Diese Investitionen betrafen insbesondere die Bereiche Stromverteilung, um die Qualität und Kontinuität der Dienstleistung zu stärken, und Energieerzeugung zur Modernisierung der Wasserkraftwerke.

Die Nettofinanzverschuldung ist im Vergleich zu den Werten im ersten Halbjahr 2016 beträchtlich gesunken und beträgt 508,2 Mio. Euro (zum 30. Juni 2016 waren 579,3 Mio. zu verzeichnen, Ende 2016 525 Mio.). Dies verweist auf die guten Fähigkeiten der Alperia-Gruppe bei der Cashflow-Generierung.

Dank der im Lauf des Jahres 2016 durchgeführten Umschuldungsmaßnahmen konnten über 1,7 Mio. Euro finanzielle Aufwendungen gespart werden. Der Gruppe gelang es auch, die Bemühungen zur Effizienzsteigerung des Personals zu bestätigen und bei den entsprechenden Kosten zirka 1,4 Mio. Euro zu sparen.

Was den Geschäftsbetrieb angeht, ist hinsichtlich der Business Unit Produktion ein auf einen besonders trockenen Winter zurückzuführender mangelhafter Wasserstand zu verzeichnen, der das erste Halbjahr 2017 prägte und sich negativ auf das -Ergebnis der Alperia Gruppe auswirkte. Die Stromerzeugung, die sich vorwiegend auf die Erzeugung aus Wasserkraft in Südtirol konzentriert, erreichte im ersten Halbjahr 1.345 GWh, d. h. 16 % weniger als in derselben Periode 2016.

Dazu gesellt sich ein Rückgang der Gewinnspannen aus dem Verkauf von Strom an Endkunden durch die Business Unit Verkauf und Trading. Die Menge des an Endkunden verkauften Stroms beläuft sich auf zirka 1.600 GWh und stimmt mit dem Ergebnis des Vorjahres überein. Im Lauf des ersten Halbjahres wurden neue Angebote auf dem freien Markt lanciert, mit einem positiven Zuspruch insbesondere in Bezug auf das Angebot zur Erhöhung der installierten Leistung von 3 auf 4,5 kW.

Von einem leichten Rückgang betroffen war die Gewinnspanne der Business Unit Netze, deren Investitionen sanken, was eine geringere Kapitalisierung der Eigenleistungen zur Folge hatte.

Die Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung und Biomassen blieb im Wesentlichen unverändert bei 264 GWh Elektro- und Wärmeenergie. Das positive Ergebnis der Business Unit Wärme und Services ist vorwiegend auf eine bessere Performance der Beteiligungsgesellschaft Biopower Sardegna zurückzuführen.

Die neue Business Unit Smart Region, die im Laufe des ersten Halbjahrs 2017 gegründet wurde, umfasst die Gesellschaft Alperia Fiber, die im Bereich Glasfaser tätig ist, und die Gesellschaft Alperia Smart Mobility, die im Bereich elektrische Mobilität tätig ist.

Der Generaldirektor Johann Wohlfarter kommentiert: Das erste Halbjahr 2017 war durch den Einfluss externer Faktoren geprägt, insbesondere durch die mangelhaften Niederschläge im letzten Winter. Trotzdem ist eine Entwicklung der Betriebskennzahlen (Personalaufwand, finanzielle Aufwendungen) zu verzeichnen, die gegenüber dem Vorjahr deutlich besser ist.
Der Vorstandsvorsitzende Wolfram Sparber kommentiert: Nach der Genehmigung des Industrieplans wurden im ersten Halbjahr 2017 die ersten konkreten Schritte zur Diversifizierung des Gruppe mit der Gründung der Gesellschaft Smart Mobility unternommen. Für das zweite Halbjahr ist eine weitere Beschleunigung bei der konkreten Umsetzung der im strategischen Fünfjahresplan festgelegten Ziele vorgesehen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (6)

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  • einereiner

    Zerschlagen und verkaufen. Die Privaten machen wenigstens Gewinn und zahlen davon Steuern, die der Allgemeinheit zugute kommen. Beamte und Vettern verramschen und verschwenden nur unser aller Steuergeld.

  • marting.

    kein Problem, dann zahlen die südtiroler Verbraucher und Steuerzahler gleich doppelt

    wichtig ist nur die gut bezahlten Posten in der Alperia bleiben bestehen

  • franz

    Alperia beschließt das erste Halbjahr mit einem Verlust von rund 4 Millionen Euro – weil es in Südtirol zu wenig geregnet hat.
    Dass Alperia Verluste schreibt hat mehrere Gründe, abgesehen von zu vielen Direktoren – Generalverwalter die Alperia einen Haufen Geld kosten ( Enel -Großwasserkraftwerke -in Südtirol wurden von einen Direktor geleitet. )
    Wesentlich schlimmer ist natürlich der Klimawandel der Alperia vermutlich in nächster Zeit in den nächsten Jahren noch wesentlich zum Schwitzen bringen dürfte:
    Weniger Niederschläge fortschreitender Gletscherschwund, um das festzustellen dazu braucht es keinen Wissenschaftler. Noch vor kurzen reichten die Gletscher oberhalb der Stauseen Grünsee oder Arzer-Stausee bis zu den Stauseen heut ist davon nichts mehr zu sehen oder nicht mehr viel zu sehen.
    Sollte es so weiter gehen werden die großen Speicherstauseen ( wie z. B der Zoggler Stausee in nächster Zukunft wohl nur mehr als Trinkwasser -Speicher benützt werden und damit nicht mehr zur Stromerzeugung dienen würde.
    ( So meinte einmal ein hoher ENEL Funktionär vor ca. 15 Jahren )
    ENEL hat diesen Aspekt beim Verkauf wohl berücksichtigt.
    Wesentlich besser läuft das Geschäft bei Alternativ-Energie wie die vom Betreiber von Frie El Gostner der wie heute in der Printausgabe zu lesen ist, mit weiteren Ankauf von Aktien im Wert von 90 Millionen€ Alerion übernehmen will. Nach Ankündigung von Fri El -Gostner Alerion zu übernehmen hat die Alerion Aktie heftig zugelegt von 2.50 € auf 3 € / Aktie

  • kleinlaut

    Damit könnte er auch der hochgelobte ( bevor er überhaupt den Beweis antreten konnte ) Wohlfarter entzaubert sein…

  • sepp

    kenn lei amol die holben direktoren und Präsidenten entlassen

  • politikverdrossener

    die Bäche laufen 24 Stunden..Wenn Politik steuert,dann geht es eben so.

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