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„Das ist ein Skandal“

In der neuen Dokumentations-Ausstellung am Siegesdenkmal wurden Kindern Malvorlagen des faschistischen Denkmals ausgeteilt. Die Süd-Tiroler Freiheit spricht von einem Skandal.

Wie der Süd-Tiroler Freiheit jetzt bekanntwurde, wurden im Rahmen der letzten langen Nacht der Museen ― unter dem Titel „Christmas Card – Die schönsten Weihnachtskarten zum Basteln und Malen … kreativ-künstlerisch gestaltet mit Kindern“ ― vorgedruckte Karten an Kinder ausgeteilt, auf denen die Umrisse des Siegesdenkmals abgebildet waren, die es auszumalen galt.

Die Aktion wurde von einer Kulturpädagogin begleitet, erklärte eine Mitarbeiterin der Dokumentations-Ausstellung gegenüber Werner Thaler, Leitungsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit. Die „faschistischen Weihnachtskarten“ können noch immer im letzten Abschnitt der Ausstellung besichtigt werden.

Die Süd-Tiroler Freiheit fragt sich in diesem Zusammenhang, inwieweit auch der Stadtarchivar Hannes Obermair von der Aktion in Kenntnis gesetzt wurde bzw. ob er diese Aktion toleriert hat. „Es ist inakzeptabel, dass Kleinkindern mit Malvorlagen ein spielerisch-positiver Bezug zur faschistischen Diktatur beigebracht wird“, sagt Werner Thaler.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert eine umfassende Aufklärung des Vorfalles: „Eine solche Aktion ist durch nichts zu rechtfertigen. Man kann beinahe den Eindruck gewinnen, als ob nicht öffentliche Körperschaften die Dokumentations-Ausstellung leiten, sondern die neofaschistische Bewegung CasaPound.“

Laut Werner Thaler werden Kinder damit spielerisch und unreflektiert an das Siegesdenkmal „herangeführt“. „Welchen pädagogischen Mehrwert soll es bringen, den Faschismus bunt auszumalen und Kinder im falschen Glauben zu lassen, dass es sich beim Siegesdenkmal um ein Kulturgut handle?“

Für die Süd-Tiroler Freiheit ist dies der falsche Zugang zur Aufarbeitung der Geschichte und Bedeutung des faschistischen Denkmales. „Das Siegesdenkmal hat noch immer nichts von seiner Bedeutung verloren, es ist eine Beleidigung für die Südtiroler und glorifiziert ein Terrorregime, das tausenden Menschen den Tod gebracht hat“, so Thaler.

Da die Malaktion mit Unterstützung des Landes Südtirol durchgeführt worden ist, wird die Süd-Tiroler Freiheit den Vorfall im Landtag zur Sprache bringen und eine Anfrage an die Landesregierung richten.

Laut der Mitarbeiterin im Dokumentationszentrum soll die Aktion bei der kommenden langen Nacht der Museen wiederholt werden. Die Süd-Tiroler Freiheit will dies durch entsprechende Interventionen verhindern.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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