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    Gesicherter Bahnhof

    Vier Zugbedienstete wurden von ausländischen Schwarzfahrern tätlich angegriffen. Zum Schutz des Personals und der Fahrgäste will Roland Tinkhauser die hoch frequentierten Bahnhöfe nun mit Schleusensystemen ausstatten.

    Von Matthias Kofler

    Anlässlich des landesweiten Streiks des Zugpersonals hat sich der Freiheitliche Landtagsabgeordnete mit Gewerkschaftsvertretern getroffen. Es ging darum auszuloten, wie man die Sicherheit der Bahnbediensteten künftig besser gewährleisten kann.

    In Südtirols Zügen wurden in den vergangenen zwei Wochen vier Schaffner von ausländischen Schwarzfahrern tätlich angegriffen. Einer davon musste aufgrund der Schwere seiner Verletzungen im Krankenhaus notoperiert werden.

    Für den Freiheitlichen Roland Tinkhauser ist klar: Die Kontroll- und Überwachungssysteme an Südtirols Bahnhöfen und in den Zügen müssten angesichts der sich häufenden Übergriffe dringend verbessert werden.

    Wie die TAGESZEITUNG berichtet, nimmt die Zahl von schwarzfahrenden Passagieren zu. Es handelt sich hierbei häufig um Ausländer, die morgens am Bahnhof Verona in den Zug nach Südtirol steigen, um dort Handelsware zu verkaufen. „Bis zu 150 Personen am Tag reisen ohne gültiges Ticket nach Südtirol, übertreten die geltenden Benimmregeln in den Zügen, beschimpfen bei Kontrollen das Zugpersonal und werden gegenüber diesem aggressiv und handgreiflich“, beschreibt Roland Tinkhauser das Problem. Immer wieder werde Zugpersonal dadurch an der Arbeit gehindert und manchmal sogar verletzt.

    Die Schaffner sind mit der Situation überfordert: Denn selbst wenn die Fahrgäste ohne Ticket den Zug im nächsten Bahnhof verlassen müssen, warten sie einfach ab, um bei der nächsten Gelegenheit wieder auf einen Zug aufzusteigen. „Neben dem Zugpersonal, das sich nicht mehr sicher fühlt, leiden auch die anderen Fahrgäste darunter, die sich ordnungsgemäß verhalten und ihr Ticket zahlen“, meint Tinkhauser. Diese fühlten keine Gerechtigkeit mehr. „Sie zahlen mit ihren Steuergeldern die Anschaffung der Züge und nachher auch ordnungsgemäß für die Fahrten, müssen sich aber von diesen Schwarzfahrern Sitzplätze wegnehmen lassen, werden beschimpft und fühlen sich nicht sicher. Am häufigsten treten diese Missstände bei Zügen auf, die über die Landesgrenzen verkehren und an sehr frequentierten Bahnhöfen im Landesinneren, wo diese Fahrgäste zu- und aussteigen. Es gilt also Zutrittskontrollen einzusetzen, die den Zugang ohne Ticket ausschließen und die Sicherheit auf den Zügen für die Fahrgäste und Zugpersonal garantieren“, so der Freiheitliche.

    Aus diesem Grund fordert Tinkhauser in einem Beschlussantrag, an Südtirols hoch frequentierten Bahnhöfen – etwa in Bozen, Brixen und Bruneck – sogenannte Schleusensysteme einzuführen, die die Gültigkeit der Zugtickets kontrollieren und den Zugang zum Zug/zu den Bahngleisen ohne Ticket verbieten. Darüber hinaus sollen die Überwachungssysteme in den Bahnhöfen und auf den Zügen ausgebaut und optimiert werden.

    In Europas größeren Städten sind diese Vereinzelungsanlagen längst Gang und Gäbe. Damit können zum einen Personen hinsichtlich ihrer Berechtigung kontrolliert werden, zum anderen kann der Zugang in geordnete Bahnen gelenkt werden. Zu den Vereinzelungsanlagen gehören Drehsperren, -kreuze und -tore sowie Sensor- und Personenschleusen.

    An einem Berliner Bahnhof erproben Sicherheitsbehörden derzeit automatische Gesichtserkennung bei Fahrgästen. Das Projekt soll Terror verhindern helfen. Auch in Südtirol könnten solche Überwachungskameras zum Schutze der Zugbediensteten eingesetzt werden.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (5)

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    • franz

      Neben dem Zugpersonal, das sich nicht mehr sicher fühlt, leiden auch die anderen Fahrgäste darunter, die sich ordnungsgemäß verhalten und ihr Ticket zahlen“, meint Tinkhauser. Diese fühlten keine Gerechtigkeit mehr. „Sie zahlen mit ihren Steuergeldern die Anschaffung der Züge und nachher auch ordnungsgemäß für die Fahrten, müssen sich aber von diesen Schwarzfahrern Sitzplätze wegnehmen lassen, werden beschimpft und fühlen sich nicht sicher“ [..]
      Nicht nur im Zug einmal an ihren Zielort Bozen Meran Bruneck usw. angekommen stellen sie sich vor jeden Geschäft einer auf um zu bettel und die Bürger zu belästigen und gelegentlich als Rassisten zu beschimpfen , falls jemand nicht bereit ist Geld zu spenden. ( Einige sind sogar mit einen Ausweis ausgestattet wo steht, “Lavoratore autonomo – con Partita IVA“ ) ?
      Und anstatt ihrer Plicht nachzukommen und dementsprechen mit den “Daspo Urbano “
      ( Decreto Legge, testo coordinato 20/02/2017 n° 14, G.U. 20/02/2017 )
      zu intervenieren, schauen die ( links-Grünen & SVP-Vasallen des PD ) – Bürgermeister zu.
      Wie bereits zum Thema: “der-schaffner-streik“ geschrieben http://www.tageszeitung.it/2017/08/29/der-schaffner-streik/#comment-353065

    • criticus

      Herr Tinkhauser, dieses System funktioniert leider nur an größeren Bahnhöfen. Kleinere Bahnhöfe wie Vilpian, Siebeneich usw. kann man nicht, oder nur mit aufwendigen Spesen so ausstatten. Die Schwarzfahrer würden daher auf solche Bahnhöfe ausweichen um „Gratis mit zu fahren“. Die sind flexibler als unsere dummen Politiker! Warum muss der Steuerzahler immer mehr für solche Typen zahlen? Personen die sich nicht an die Regeln halten gehören sofort abgeschoben, dann hört das ganze Theater endlich auf. Die Migranten dürfen alles, schwarzfahren, stehlen, Polizei beleidigen, öffentliche Anlagen beschädigen, Frauen vergewaltigen und…. Es passiert ihnen nichts. Leider ist unsere Demokratie so blind oder blöd, dass sie der nächsten Diktatur den Weg schon bereitet. Die Schuld schiebt man dann einfach auf dem Wähler.

    • tiroler

      Herr Tinkhauser, bei allem Respekt!
      wenn auch sie selbst damit nichts zu tun haben, die Grabenkämpfe innerhalb ihrer Partei und vor allem das geldgierige Verhalten einiger ihrer Parteigenossen haben jede Stellungsnahme der Freiheitlichen unglaubwürdig und fehlplaziert gemacht!

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