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Absurde Situation

Dutzende Jungärzte würden gerne in Südtirol zu arbeiten beginnen, doch sie können nicht. Die ärgerlichen Verhandlungen zur Facharztausbildung sind noch nicht beendet.

von Heinrich Schwarz

Schon wieder hat ein Jahrgang an Südtiroler Jungmedizinern das Studium in Österreich abgeschlossen. Jetzt ist für die meisten von ihnen eine Facharztausbildung dran, die fünf bis sechs Jahre dauert. Einige der Jungärzte bleiben dafür bewusst im Ausland, da sie dort mehr Perspektiven sehen. Viele andere wollen in ihre Heimat zurückkehren. Allerdings können sie das nicht. Denn seit einigen Jahren werden Ausbildungszeiten in Südtirol nicht mehr für den Facharzttitel anerkannt.

Es war das italienische Ministerium, das die Handbremse gezogen hatte. Die Anerkennung sei nur noch möglich, wenn Ausbildungsstrukturen von italienischen Universitäten akkreditiert, also anerkannt sind. Österreich, wo die Ausbildung von den Ärztekammern abhängt, hat sich daraufhin auch zurückgezogen und die Ausbildungsorte ebenfalls nicht mehr anerkannt.

Seit Jahren verhandelt Sanitätslandesrätin Martha Stocker nun schon mit Italien und Österreich, um das Problem zu lösen. Südtirol leidet ohnehin schon am Ärztemangel – und dann wird Jungärzten auch noch die Rückkehr versperrt.

Universitäts-Professor Walter Obwexer, der in die Verhandlungen in Österreich als Berater miteinbezogen ist, sagte der TAGESZEITUNG vor zwei Monaten, dass man vor dem Durchbruch stehe. Auf neuerliche Nachfrage sagt Obwexer nun: „Noch gibt es nichts Neues, der Durchbruch sollte bevorstehen. Als Berater darf ich aber nicht mehr sagen. Bitte wenden Sie sich an Frau Stocker.“

Und aus der Landesrätin ist nicht viel herauszulocken. Von Italien gebe es aber grünes Licht.

Artur Wechselberger, Präsident der Tiroler Ärztekammer, sagt hingegen, dass die Sache auf österreichischer Seite eigentlich gelöst sei: „Sobald wir wieder die ersten Ansuchen von Jungärzten aus Südtirol erhalten, geht es weiter. Der einzige Unterschied zu früher ist, dass wir jetzt einer EU-Richtlinie entsprechend darauf schauen müssen, ob die Ausbildungsstelle nach italienischem Recht anerkannt ist.“

EINEN AUSFÜHRLICHEN ARTIKEL DAZU LESEN SIE IN DER FREITAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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