Du befindest dich hier: Home » Politik » „Die Steuer-Ungerechtigkeit“

„Die Steuer-Ungerechtigkeit“

Helmuth Renzler

Von der großen Steuerlast seien in Italien vor allem die Lohnabhängigen, die öffentlich Bediensteten, die Rentner, die Pensionisten und die Familien betroffen, kritisiert Helmuth Renzler.

Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der ArbeitnehmerInnen in der SVP Helmuth Renzler nimmt den  Gedenktag der Solidarität zum Anlass, um eine solidarische Steuerverteilung zu fordern.

Renzler schreibt am Montag in einer Aussendung:

„Wenn die Besteuerung von Vermögen und Kapital geringer ausfällt wie jene von Arbeitstätigkeit, dann ist die vielgepriesene Steuergerechtigkeit gescheitert.

Die momentanen Auswüchse der Steuer-Ungerechtigkeit gehen voll zu Lasten der Mittelschicht.

Steuergerechtigkeit bedeutet in der Theorie, dass sich die Steuern an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Steuerzahlers orientieren. Leider aber wird dieser Grundsatz in der Praxis ungerecht umgesetzt. Von der großen Steuerlast sind in Italien vor allem die Lohnabhängigen, die öffentlich Bediensteten, die Rentner, die Pensionisten und die Familien betroffen.

Dies wirkt sich zwangsläufig negativ auf ihren Lebensstandard und ihre Lebensqualität aus. Im Gegensatz zu ihnen, können gar einige Berufsgruppen aus der Wirtschaft dank verschiedenster Abschreibemöglichkeiten die Steuerbelastung leichter stemmen.

Daraus ergibt sich unweigerlich eine unterschiedliche Behandlung gegenüber jenen, die solche steuerlichen Möglichkeiten nicht haben. Diese Tatsache sorgt für großen Unmut in der Südtiroler Bevölkerung und wird als ungerecht und unverantwortlich empfunden. Mittlere Einkommen und Geringverdiener sind anders einzustufen als Kapital und Vermögen.

Ein weiteres Problem stellt die Steuergerechtigkeit innerhalb einzelner Berufsgruppen dar. Bei hoher Leistungsfähigkeit und dementsprechenden finanziellen Einnahmen sollten andere Steuerbestimmungen und Befreiungen gelten, als wie für die Leistungsschwachen derselben Berufsgruppe.

Ich bin mir sehr wohl im Klaren darüber, dass die Südtiroler Landesregierung nur geringe Spielräume im Bereich der Steuergesetzgebung hat. Jedoch sind bestehende Möglichkeiten voll auszuschöpfen. In diesem Sinne gilt es zuallererst die Steuerhinterziehung, inklusive Schwarzarbeit stärker zu bekämpfen. An die Solidarität der Vermögenden zu appellieren ist zwecklos. Die Mittelschicht muss ihre Situation endlich erkennen und die wahre Steuergerechtigkeit und Solidarität hart einfordern.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (6)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • andreas69

    Renzler hat Recht. Mehr echte Sozialpolitik ist gefordert und die Einheimischen sollten dabei nicht den Kürzeren ziehen.

  • unglaublich

    So ist es Herr Renzler, wir sind von einem steuergerechten System weit entfernt. Organisieren sie doch als Volksvertreter der Arbeitnehmer Kundgebungen, Demonstrationen, öffentliche Diskussionen zu diesem Thema.
    Aufzeigen alleine ist zu wenig, ich erwarte mir von einem gut bezahlten Volksvertreter Aktionen und härteste Auseinandersetzungen mit den Widersachern. Ihr Arbeitnehmervertreter tut endlich was!!

  • franzkarl

    Kann es in diesem Land eigentlich noch irgendeine Diskussion geben wo vielleicht einmal nicht reflexhaft ein Ausländerproblem herbeigeredet wird?

  • blb

    In letzter Zeit meldet sich Herr Renzler auffällig oft zu verschiedensten Themen. Sind bald Wahlen? ☺

  • marting.

    die SVPler sollen zuerst mal die Rentenvorschüße zurück zahlen und alle Klagen zurück ziehen

  • drago

    Außer ein paar laue Presseaussendungen haben die Arbeitnehmervertreter in der SVP seit ewigen Zeiten nichts mehr zu stande gebracht. Und im Gegensatz zur Opposition, die dasselbe tut (Presseaussendung zu verschicken), hätte sie theoretisch mehr Einflußmöglichkeiten. Aber in einem Land, in dem jeder Angestellte, der ein paar Quadratmeter mit Apfelbäumen hat, sich den Bauern zugehörig fühlt, ist ja wohl nicht mehr zu erwarten.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen