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„Hässliche Blöcke“

Die grüne Bozner Stadträtin Maria Laura Lorenzin will die hässlichen Antiterror-Betonblöcke künstlerisch verschönern. 

von Silvia Ramoser

Auch wenn sie manchen ein Dorn im Auge sind – Bozen wird sich wohl an die Präsenz der Betonblöcke gewöhnen müssen.

Anlässlich des Bozner Altstadtfestes wurden an allen Zufahrtsstraßen der Stadt Betonblöcke positioniert, die voraussichtlich für längere Zeit dort bleiben werden.

Wie die Stadträtin Maria Laura Lorenzini sagt, habe die Stadt in dieser Sache wenig Spielraum: „Nach den schrecklichen Vorfällen in Nizza, Berlin und Barcelona sind die Betonblöcke eine Vorgabe vom Ministerium, an die sich auch die Stadt Bozen halten muss.“

Trotz dieser unschönen Tatsache, passiert etwas Interessantes in der Stadt Bozen, wie die Stadträtin sagt: „Ich und mein Kollege Ivan Moroder erhalten zur Zeit viele Vorschläge und Ideen, wie man die grauen Betonblöcke verschönern kann. Das Schlechte des Terrorismus wird in eine künstlerische Kreativität umgewandelt. Das ist eine positive Dynamik, die wir hier sehen. Ich freue mich sehr darüber.“

Die ein Dutzend Vorschläge, die von einer malerischen Verschönerung bis hin zur Verdeckung der Betonblöcke mit Blumen reichen, werden laut Lorenzini in den nächsten Wochen analysier. Man will schauen, ob sie in Zusammenarbeit mit dem Museion oder der Universität verwirklicht werden können.

„Die Betonblöcke sind hässlich, aber wir können eine künstlerische Lösung dafür finden, sie sozusagen in Kunst umwandeln“, meint die Stadträtin. Man wolle damit nicht das Offensichtliche verstecken, aber man könne aus der Pflicht eine Tugend machen, so Maria Laura Lorenzini.

Die Vorschrift Betonblöcke in der ganzen Stadt zu positionieren, hat natürlich auch Auswirkungen auf die Mobilität und bedeutet eine gewisse Einschränkung. So mussten Straßen für den Verkehr gesperrt werden und Busse von der Südtirolerstraße umgeleitet werden.

„Die Zufahrt von Notfallfahrzeugen ist auf jeden Fall gewährleistet“, versichert die Stadträtin.

Für die Berufsfeuerwehr Bozen stellen die Betonblöcke kein Hindernis dar, um zu den Einsatzorten zu gelangen, wie Florian Schroffenegger sagt: „Für uns als Feuerwehr sind die Betonblöcke unproblematisch. Die Durchfahrtsmöglichkeit unserer Einsatzwägen wurde vor der Positionierung der Blöcke getestet.“

Die Distanz der Blöcke wurde so an die Fahrzeuge der Feuerwehr angepasst, dass die Zufahrt auch für größere Fahrzeuge sicher gestellt ist. Die Fahrzeuge, die in der Altstadt zum Einsatz kommen sind vor allem Tanklöschfahrzeuge und Fahrzeuge mit Drehleiter.

„Die Einsatzfahrzeuge müssen zwar langsam in Slalom fahren, aber in der Stadt müssen wir sowieso immer langsam fahren. Es gibt also keine Zeitverzögerung aufgrund der Betonblöcke“, meint Schroffenegger.

Auch Lastwagen, die die Geschäfte im Zentrum der Stadt beliefern, könnten ihre Ware ohne größere Umstände abladen, so Stadträtin Lorenzini. Somit halten die Betonblöcke auch größere Lastwägen nicht davon ab, ins Zentrum der Altstadt zu gelangen. Es ist also nur die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die mit den Betonblöcken verringert wird.

 

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