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    Rohe Gewalt

    Meinrad Koppmann, Wirt der Bar Weingart in Vetzan bei Schlanders, wurde Anfang August brutal zusammengeschlagen. Der Hintergrund ist unklar. Jetzt geht er in die Offensive.

    Drei Wochen nach dem Vorfall ist Meinrad Koppmann noch immer geschockt. Vier gebrochene Rippen, wovon eine die Lunge touchiert hat, eine Nasenbeinfraktur, mehrere ausgeschlagene Zähne, eine Gesichtsschädelkontusion und Verletzungen im Bereich der Augen: Das ist die erschreckende und spitalsärztlich attestierte Bilanz einer wüsten Prügelattacke auf den Wirt der Bar Weingart in Vetzan bei Schlanders, die sich in der Nacht vom 4. auf den 5. August zugetragen hat.

    „Seither ist mein Sichtfeld durch Schatten getrübt“, hat der 60-Jährige festgestellt, „der Arzt sagt, dass das vermutlich so bleiben wird“. Acht Tage musste Koppmann infolge der mysteriösen Attacke im Krankenhaus Schlanders verbringen, noch immer plagen ihn Kopfschmerzen. Vor allem aber beschäftigt ihn die Frage, weshalb der schwer wiegende Vorfall bis heute nicht publik gemacht wurde und die Beteiligten unbehelligt geblieben sind. Daher die bewusst getroffene Entscheidung, von sich aus an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Doch was ist in der fraglichen Nacht geschehen? Die Hintergründe sind unklar. Meinrad Koppmann selbst schildert den Vorfall wie folgt:

    „Es war bereits nach Mitternacht und die letzten Gäste hatten das Lokal soeben verlassen. Ich war dabei, die Bar zuzusperren und wollte im Außenbereich noch einige leere Gläser und Zigarettenpackungen wegräumen, als ich plötzlich von hinten attackiert wurde. Es waren drei Personen, zwei Männer und eine Frau, die in der Nähe wohnen. Ich wurde mit einem Bierkrug, einem Schlagring und den bloßen Fäusten im Gesicht traktiert, bis ich zu Boden ging. Dort wurde weiter auf mich eingeschlagen, die Frau hat mir in die Rippen getreten.“

    Der Wirt legt ein Foto vor. Darauf ist er selbst unmittelbar nach dem Angriff zu sehen, schwer geschockt und blutüberströmt.

    Die weitere Version von Meinrad Koppmann: „Vom Lärm alarmiert, kam mein Sohn von seiner Wohnung im ersten Stock des Hauses, in der sich auch die Bar befindet, in den Gastgarten gerannt. Er verständigte sofort die Rettung und die Carabinieri. Da war es 00.27 Uhr. Ich wollte Anzeige erstatten, doch die Carabinieri sagten, dass dies bereits von Amts wegen geschehe.“ Im Krankenhaus habe er dann zusätzlich bemerkt, dass seine Brieftasche weg war. „Darin befanden sich das Tagesinkasso und Wechselgeld, insgesamt 600 Euro“, so Koppmann bitter.

    Doch warum sollten die drei Personen auf Meinrad Koppmann derart brutal losgehen? Nachbarschaftsstreitigkeiten? Offene Rechnungen? „Ich weiß es nicht“, behauptet der Wirt, „wir hatten zwar mehrmals miteinander zu tun, es gab aber keinen offenen Streit oder jedenfalls keinen Anlass für so eine Gewalttat.“

    Meinrad Koppmann wird den Fall nicht auf sich beruhen lassen. „Ich wurde auf übelste Art und Weise zusammengeschlagen und weiß bis heute nicht warum“, sagt Koppmann, „ich habe die Täter identifiziert, es gibt Augenzeugen, die Carabinieri haben den Sachverhalt aufgenommen und an das Gericht weitergeleitet und doch ist bis dato nichts geschehen.“ Mittlerweile bange er auch um die Sicherheit seiner in demselben Haus lebenden Familie, zu der auch ein Kleinkind gehört. Er sagt: „Ich lasse das nicht auf mir sitzen und habe bereits einen Anwalt eingeschaltet. Ich werde diesen Fall bis in die letzte Instanz durchfechten und auch noch Zivilklage einreichen“.

    Die Carabinieri von Schlanders wollten sich auf Anfrage zum Fall mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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