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„Außergewöhnlicher Sommer“

Einer der 100.000 Blitze, die im heurigen Sommer eingeschlagen sind, dieser wurde in der Gegend von Kaltern festgehalten. (Foto: LPA/Daniel Sölva)

Einer der wärmsten Sommer schlechthin, der mit südtirolweit 100.000 Blitzeinschlägen zudem ausgesprochen gewitterreich war, geht zu Ende. Die Bilanz des Landewetterdienstes.

Am heutigen 31. August endet der meteorologische Sommer 2017. Er wird in mehrfacher Beziehung als ein außergewöhnlicher Sommer in die Wetter-Annalen des Landes eingehen. Das Blitzortungssystem des Landeswetterdienstes registrierte südtirolweit 100.000 Blitzeinschläge – das ist der mit Abstand höchste Wert seit mindestens 10 Jahren. Als Gemeinde mit der größten Blitzdichte sticht St. Martin in Passeier mit 31 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer hervor, gefolgt von Klausen mit 30 und Villanders mit 26. Am wenigsten Blitze gab es wie üblich im Vinschgau. In den Gemeinden Martell, Stilfs und Laas schlugen nur zwei bis drei Blitze pro Quadratkilometer ein.

Der Regen und seine Schäden

Mit den Gewittern gingen auch ungewöhnlich heftige Hagelschläge einher, und zwar verteilt über alle drei Sommermonate und in allen Südtiroler Bezirken. Einige Beispiele der größten Unwetter: Am 24. Juni Muren und Hagel im Sarntal, Eisacktal und im Schlerngebiet; am 13. Juli Überflutungen in Teilen von Bozen; am 30. Juli Unwetter im Norden Südtirols mit Murenabgang in Gais; am 31. Juli Hagel unter anderem rund um Schlanders; am 5. August starke Gewitter im oberen Pustertal, mit den größten Schäden in Prags; am 9. und 10. August starker Hagel besonders im Eisacktal und Unterland.

Die hohe Gewittertätigkeit spiegelte sich auch in den Niederschlagsdaten wieder. Der Sommer war überdurchschnittlich nass, im Vergleich zu den Mittelwerten fiel in Schlanders um 10 Prozent mehr Regen, in Bozen gab es ein Plus von 50 Prozent, 60 Prozent waren es in Meran.

Landesmeteorologe Dieter Peterlin

1,5 Grad über den vieljährigen Mittel

Je nach Bezirk war es der dritt- bis viertwärmste Sommer seit dem Messbeginn im Jahre 1850. Die Temperaturen lagen rund 1,5 Grad über dem vieljährigen Mittel. Das größte Plus gab es im Juni, während der Juli nur leicht über dem Durchschnitt lag. Der heißeste Tag war der 24. Juni mit 37,2 Grad in Bozen. Leicht frostig war es hingegen am Morgen des 8. Juni im Pustertal, in St. Veit in Prags wurden -0,6 Grad gemessen.

Jetzt kommt der Herbst

„Pünktlich mit dem meteorologischen Herbstbeginn am 1. September stellt sich das Wetter um“, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin. „Am Freitag erreicht uns eine Kaltfront, die Temperaturen gehen um rund 10 Grad zurück. Was aber nicht heißt, dass es danach nicht noch einmal warm werden kann. Im September gibt es in Bozen durchschnittlich zwei Tage mit 30 Grad und 17 sommerliche Tage mit über 25 Grad.“

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