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    Teure Cannabis-Therapie

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    Die Vertreter des Cannabis Social Club fordern, dass die Kosten für medizinisches Cannabis übernommen werden. Landesrätin Martha Stocker will die Sachlage prüfen.

    Am Mittwoch traf Gesundheitslandesrätin Martha Stocker mit Vertretern des Bozner Ablegers des Cannabis Social Club zusammen. Ihr Ziel sei es, dass die Kosten für medizinisches Cannabis ersetzt werden, genauso wie es für andere Medikamente in der Schmerztherapie auch gemacht werde, sagten Präsident Peter Grünfelder und sein Vize Stefano Balbo. Multiple Sklerose, spastische Lähmungen und das Tourette-Syndrom seien nur einige der Krankheitsbilder, bei denen man den Wirkstoff anwenden könne, erklärten sie und forderten einen entsprechenden Beschluss der Landesregierung. Vorbilder dafür gebe es in anderen Regionen – und auch im Trentino.

    Martha Stocker

    Ob es eine Kostenübernahme für medizinisches Cannabis geben soll, will Stocker erst dann entscheiden, wenn eine klare Beschreibung der Indikation vorliegt und wenn deutlich eingegrenzt ist, wer dieses Medikament verschreiben und ausgeben darf. Außerdem brauche es einen klaren Hinweis auf die Tarife. Diese Fragen wird der Sanitätsbetrieb jetzt beantworten. „Natürlich ist es uns ein Anliegen, die Schmerzen der Menschen zu lindern, eines aber muss uns klar sein: Cannabis ist und bleibt eine Droge“, sagte Stocker mit Blick auf einen möglichen Missbrauch.

    Derzeit geben die Krankenhausapotheken in Südtirol Cannabis nur in wenigen Einzelfällen zu Lasten des Gesundheitswesens ab. Im Jahr 2016 haben darüber hinaus rund 100 Patienten privat über eine Apotheke Cannabis bezogen. Sollte der Gesundheitsdienst diese Leistung durch direkte Vergabe über die Krankenhausapotheken übernehmen, rechnet Alfred König, Direktor des Amtes für Gesundheitsleistungen, mit Kosten in der Höhe von rund 100.000 Euro. „Und die Kosten für die Arbeitsleistung der Krankenhausapothekerinnen und -apotheker ist da noch gar nicht eingerechnet“, präzisierte er. Die Verarbeitung von Cannabis könne nämlich weder standardisiert erfolgen noch auf Vorrat. Folglich müssten die Apotheker das Medikament – das neben der klassischen Pulverform auch als Öl oder in Kapseln verabreicht wird – für jeden Patienten einzeln dosieren.

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