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    Handwerk unter Strom

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    Trotz Kritik und Protest der Handwerksunternehmer hat sich in den letzten Jahren wenig getan: Die Strompreise stellen für viele Betriebe nach wie vor eine großen Belastung dar. Laut einer national durchgeführten Untersuchung zahlen die italienischen KMU 29 Prozent mehr als Betriebe in den anderen europäischen Ländern. 

    „Bereits mehrmals hat das Handwerk auf die hohen Energiekosten aufmerksam gemacht und gerechtere Strompreise verlangt. Bis dato leider ohne Erfolg. Eine Verbesserung scheint sich auch in Zukunft nicht abzuzeichnen, im Gegenteil. Der nationale Handwerkerverband hat jüngst eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass italienische Betriebe im europäischen Vergleich 29 Prozent mehr Stromkosten zu tragen haben. Konkret bedeutet dies jährlich einen zusätzlichen Kostenaufwand von 2.572 Euro pro Betrieb“, schreibt der lvh in einer Aussendung.

    Allein im dritten Trimester diesen Jahres wurde laut lvh im Vergleich zu drei Monaten zuvor, eine Erhöhung von 383 Euro verzeichnet.

    Gert Lanz

    „Warum sie mit zusätzlichen Spesen bestraft werden, ist für die Betriebe schwer nachvollziehbar. In die Höhe getrieben werden die Energiepreise vor allem aufgrund von steuerlichen und sozialversicherungstechnischen Verpflichtungen, welche 39,7 Prozent des Gesamtbetrages der Stromrechnung ausmachen. Gleichzeitig weist Italien die höchsten Steuern auf Energiekonsum auf, sodass Unternehmen und Familien insgesamt 15 Milliarden Euro mehr zahlen als die Einwohner der restlichen Eurozone. Hart trifft es vor allem die kleinen Betriebe, die prozentuell gesehen einen höheren Anteil schultern müssen als Großunternehmen“, so die Kritik.

    „Bedrückend ist, dass sich die Situation kurz- und mittelfristig nicht verbessern wird und diese zusätzlichen Kosten negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben“, betont lvh-Präsident Gert Lanz. Absurd sei auch, dass gerade die Kleinen dem Mechanismus „wer weniger konsumiert, zahlt mehr“ zum Opfer fallen. Gemeinsam mit der Confartigianato-Spitze werde man sich auch weiterhin für angemessenere Preise und einen nachhaltigeren Energiekosten-Strategieplan einsetzen. Der lvh überprüft für Mitglieder kostenlos die Stromrechnungen und weist auf Optimierungsmöglichkeiten hin. Im November ist eine Tagung zum Thema geplant.

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    Kommentare (5)

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    • guyfawkes

      „Absurd sei auch, dass gerade die Kleinen dem Mechanismus „wer weniger konsumiert, zahlt mehr“ zum Opfer fallen.“
      Was bitte soll daran absurd sein?

    • thefirestarter

      Na, der LVH kann ja alle seine Schäfchen zusammen tun und dann zum LB gehen und um eine Stromleitung von Österreich nach Bozen bitten.
      Wenn die MEMC das bekommen hat… wieso unsere Handwerker nicht?

      Oder man könnte endlich auf die Einhaltung von Versprechen pochen.
      Hätte nicht durch die „Heimholung“ des Stroms und durch Alperia alles besser und billiger werden sollen????

    • meinemeinung

      wo war der LVH wenn es um die Stromdebatte ging ??
      jeder größere Betrieb hat mit Beihilfen Photovoltaik montiert und kassiert jetzt ,dass mit der Subventionierung der Strompreis um ca. 20 % gestiegen ist ,kümmerte niemand ,auch dem LVH nicht ,aber jetzt klagen das der Strom zu teuer ist ,lach
      Staatliche vorgaben sollten von diesen Herrn (Zeller,…und wie die alle heißen) besser kommuniziert werden das sich jeder Bürger ein Bild machen kann was abläuft und selber entscheiden kann wo und wann er jammern soll

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