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    „Jetzt reicht es!“

    Foto: 123RF.com

    Nach den jüngsten Raubzügen von Wölfen mit Dutzenden gerissenen Tieren schlägt der Bauernbund erneut Alarm. „Die Politik muss bei den Großraubtieren die Notbremse ziehen.“

    Der Landesbauernrat hat sich zuletzt wiederholt mit den Großraubtieren befasst. Über 80 tote Schafe am Fedaia-Pass, 30 teils qualvoll gerissene Schafe im Ultental, ein gerissenes Eselfohlen am Pordoijoch und erste Schafrisse im Grenzgebiet der Seiser Alm, wo die Bauern ihre 400 Schafe nun vorzeitig von der Alm holen, sind die schreckliche Bilanz der jüngsten Raubzüge von Wölfen. Und das, obwohl noch kein Wolfsrudel dauerhaft in Südtirol lebt.

    „Ich will mir nicht vorstellen, was mit den Tieren passiert, sobald sich bei uns ein Rudel gebildet hat“, betont Bauerbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Er fordert: „Die Politik muss bei den Großraubtieren die Notbremse ziehen.“

    Leo Tiefenthaler

    Geschehe nichts, sieht der Bauernbund die gesamte Almwirtschaft in Gefahr: „Wenn wir Südtirol nicht frei von Wölfen und Bären halten, wird es die Almbeweidung, die seit Jahrhunderten Tradition hat, bald nicht mehr geben. Darauf weisen wir bereits seit Jahren hin. Werden die Almen aufgelassen, dann haben der Tourismus und das ganze Land ein Problem.“

    Entsprechend aufgebracht sind die weideviehhaltenden Bauern. Sie wollen ihre Tiere nicht mehr den Wölfen zum Fraß aussetzen. „Unsere Befürchtungen haben sich schneller bewahrheitet, als von vielen geglaubt. Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen ganz klar, dass der Wolf ein Bewirtschaften der Almen unmöglich macht“, sagt Tiefenthaler. Daher würden immer mehr Bauern ihre Schafe, Ziegen und Rinder nicht mehr auf die Almen auftreiben.

    Der Bauernbund-Obmann warnt: „Den Bergbauern reicht es! Wird nichts unternommen, läuft Südtirol ernsthaft Gefahr, seine Almwirtschaft zu verlieren.“

    Und gehen Almen verloren, habe das ganze Land ein Problem, weist Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner hin. „Die Almen sind für das Landschaftsbild und damit den Tourismus unverzichtbar, ihre Bewirtschaftung schützt vor Naturgefahren und erhöht die Tier- und Pflanzenvielfalt. Almen sind zudem beliebte Freizeit- und Erholungsgebiete für die Bevölkerung.“

    Ein gerissenes Schaf (Foto: Lpa)

    Rinner ruft alle Südtiroler auf, diese Zusammenhänge zu berücksichtigen und sich entsprechend für eine Weiterbewirtschaftung der Almen und eine Verhinderung der Ansiedelung von Wölfen und Bären auszusprechen. „Die Bergbauern brauchen hier auch die Solidarität der städtischen Bevölkerung.“

    Von der Politik fordert der SBB, alles dafür zu tun, um die Ansiedelung von Bären und Wölfen zu stoppen. „Es muss jetzt endlich etwas passieren, sonst werden die Probleme immer größer“, betont Leo Tiefenthaler. Der Bauernbund-Obmann weist erneut darauf hin, dass Bären und Wölfe keine bedrohten Tierarten mehr sind.

    „Es macht keinen Sinn, diese Großraubtiere überall in Europa zu verbreiten. Es gibt genügend Gebiete, wo Bären und Wölfe einen geeigneten Lebensraum haben. Hier in Südtirol aber haben wir den Platz und die Voraussetzungen nicht. Südtirol ist zu dicht besiedelt, um konfliktfrei mit Großraubtieren leben zu können.“ Daher müsse das Land frei von Großraubtieren gehalten werden, fordert Tiefenthaler.

    Der Bauernbund unterstützt Politiker auf lokaler, staatlicher und EU-Ebene, die sich für einen bär- und wolfsfreien Raum einsetzen. „Wir sind auch solidarisch mit dem Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi, der die notwendige Entscheidung zum Abschuss einer Bärin getroffen hat, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren.“

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    Kommentare (18)

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    • andreas

      Nicht lange fragen, erschießen und auf dem Samstagmarkt in Bozen Bären- und Wolfswurst anbieten.

    • einereiner

      Nicht jeder hat ein Gewehr, leider. Wieviel und welches Gift verträgt ein Wolf bzw. Bär?

    • diegon.

      Gibt es eigentlich bei den letzten Zwischenfällen schon überall gentechnische Bestätigungen, dass es Wölfe waren? Man hört davon nichts mehr, immer nur „die gentechnische Analyse steht noch aus“.
      Würde mich ja nicht wundern wenn da ein paar Hunde ihr Unwesen treiben.

    • richard

      Wohl vergessen, dass das größte Raubtier der Mensch darstellt!
      Zeigt die Bilder der Schlachthöfe, der umgebrachten Tiere vom Menschen, das Innere der Transportfahrzeuge während der Fahrt zum Schlachthof; die teils unwürdigen Zustände in den Behausungen. Die Kettenhaltung und das Entfernen der Tierkinder von den Müttern. Die inhumanen Szenen an den Tieren, durch den Menschen; das nachspüren der angeschossenen Tier bei der Jagd (auch mittels Hunde)!
      Alles humane Gesten dieses Menschen!

      • hans1

        Natürlich können sich die Tierschützer hinter uneffizenten und wirklichkeitsfremden italienischen Gesetzen verstecken, und deren Durchsetzung mit Richtern die von tuten und blasen in der Wildnis keine Ahnung haben, durchsetzen.Am Beispiel Murmeltiere, wo sich die Leute vor Ort jetzt selber zu helfen wissen, sieht man die wie diese Menschen ticken: Durch Ihr kompromissloses und fanatisches Gehabe bringen sie zum Schluss den Großteil der Menschen gegen Bär und Wolf auf und schaden so der Sache mehr als mancher Gegner. Ich nenne so etwas sehr intelligent.

        • richard

          Selbstjustiz? Dies stellt eine strafbare Handlung dar und gehört streng bestraft. Auf Tierquälerei stehen bis zu 3 Jahre Haft; ist nicht viel, leider nur drei Jahre!
          „Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierliche.“
          Bertrand Russell, Mathematiker und Philosoph, 1950 Nobelpreis in Literatur.

          • einereiner

            @richard
            wenn ein Bär oder Wolf meine Schafe umbringt, bringe ich ihn um. Das ist für mich Notwehr. Leider müssen wir (wegen unserer vielen Gutmenschen und Möchtegerns) zu diesen banalen einfachen Lebensgrundsätzen zurückkehren.

          • giftzwerg

            Für das Gegenteil gibt es auch keinen objektiven Grund…

          • giftzwerg

            Pass auf Richard, was Du schreibst, wenige wirst Du überzeugen, Deine eigentlich löbliche Einstellung zu teilen, aber viele wirst Du mit Deiner Provokation zur Selbstjustiz treiben. Allerdings wirst Du mit Deinen angedrohten Konsequenzen auf dem Trockenen sitzen, da Du es mit ortskundigen und fähigen Leuten zu tun haben wirst, die sich perfekte Strategien ausdenken, um das Leben derer zu schützen, die ihrer Verantwortung unterliegen.

            • richard

              Es ist löblich das Recht auf die Freiheit der anderen darzulegen?
              Egoismus ist die Bestätigung, dass man nur im eigenen Interesse Handlungen vornimmt und dabei jedes Mittel als richtig ansieht.
              In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Wie viele Steuern werden von dieser Landwirtschaft erbracht und wie viele Förderungen liegen vor?

      • giftzwerg

        Von welcher Arbeit lebst denn Du? Vielleicht ist die Sinnhaftigeit Deiner Arbeit ja nicht anzuzweifeln.

    • rota

      @diegon &richard
      solltet ihr euch nur vegetarisch ernähren, bedenkt bitte dabei das auch in diesem Falle fleischliche und halbfleischliche Lebewesen zu gegessen werden, Würmer, Schnecken, Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller usw.
      Auch soll dabei die Möglichkeit bestehen plötzlich mehr Hirnmasse im Magen als im Kopf vorzufinden……

    • franz

      Wie Herr Leo Tiefenthaler sagt “Geschehe nichts, sieht der Bauernbund die gesamte Almwirtschaft in Gefahr: „Wenn wir Südtirol nicht frei von Wölfen und Bären halten, wird es die Almbeweidung, die seit Jahrhunderten Tradition hat, bald nicht mehr geben. Darauf weisen wir bereits seit Jahren hin. Werden die Almen aufgelassen, dann haben der Tourismus und das ganze Land ein Problem.“[..]
      So ist es,
      Wie schon zum Thema : “das-wolf-problem“ geschrieben
      http://www.tageszeitung.it/2017/08/24/das-wolf-problem/#comment-352780
      Die Bauern sollten zusammenhalten und streiken .( abgesehen davon, dass die Bauern früher oder später dazu gezwungen sind, wollen sie nicht ihre Tiere Bären und Wölfen opfern.)
      Vielleicht wäre dies das einzige was diese Bürokraten – von Politikern in Brüssel und Bozen verstehen würden.
      Welche ja immer auf der PFLEGE der Almen groß verweisen.
      EU Bürokraten die mit den Projekt das “Wiederansiedelungsprojekt Life Ursus “ mit Unterstützung von den selbsternannten “ sogenannten Tierschützer “ für den ganzen Unsinn verantwortlich sind.
      Dass diese Bürokraten und sogenannte Tierschützer von Natur und Tierkeine Ahnung haben zeigt Herr Luigi Spagnolli vom “Amt für Jagd und Fischerei “ anlässlich zum Treffen mit den erzürnten Bauern. ( Ich bezweifle, dass Herr Luigi Spagnolli jemals eine Alm gesehen hat. )
      Mit den Vorwürfen konfrontiert argumentierte Spagnolli unter anderem, dass es bisher stets gerechte Entschädigungen gegeben habe und wies darauf hin, dass es aber keine Entschädigung für gerissene Schafe laut EU-Richtlinien geben könne, wenn nicht ausreichend Schutzmaßnahmen für die Tiere ergriffen werden. ( Spagnolli meint wohl Zäune wie er einmal meinte ) https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Wegen-Wolf-Erzuernte-Bauern-bei-Spagnoll

    • franz

      @richard
      Was heißt Selbstjustiz ? ich würde sagen wenn ich im Wald von einen Bären oder einen Rudel Wölfen angriffen würde. würde ich den Bär oder den Wolf in Notwehr ( leggittima Difesa ) erschießen.
      Was beim Mensch gilt, muss auch beim Bär gelten.
      Abgesehen davon, lieber einen schmutzigen Prozess wie eine schöne Begräbnis.
      Was die Tierquälerei betrifft hast Du recht, daher müssten Politiker – bzw. die sogenannten selbsternannten Tierschützer angezeigt werden, welche verantwortlich für die Quälerei von Schafen, Esel, Kälber usw. sind. ( art. 544-ter c.p., & DL-Depenalizazione art 3 comma 1 che punisce „chiunque, per crudeltà o senza necessità, cagiona una lesione ad un animale ovvero lo sottopone a sevizie o a comportamenti o a fatiche o a lavori insopportabili per le sue caratteristiche etologiche“ multa da 10.000 € a 50.000 euro .[…] „
      richard “Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierliche.“[..]
      richard “ Schämt euch, immer über die Schwächsten herzufallen; grenzt euren Lebensraum ein und auch die Tiere werden in dem ihnen zustehenden Lebensraum bleiben.
      Wo sollen sich die Tiere aufhalten? [..]
      http://www.tageszeitung.it/2017/08/13/problembaerin-eingeschlaefert/#comment-352039
      zu antworten “
      Bären und Wölfe gehören nach Alaska, Sibirien, Kanada oder Yellowstone-Nationalpark, dort gibt genügend Lebensraum für Bären und Wölfe.
      Und nicht in ein dicht besiedeltes Gebiet.
      Unser Lebensraum ist schon durch unbegrenzte illegale Massenimmigration Terrorismus des IS
      eingegrenzt

    • george

      Ach ‚rota‘, werden Sie doch nicht so ausfällig und verirren Sie sich doch nicht so banale Aussagen. Sonst möchte man zuletzt noch glauben, dass Sie mit dem letzten Satz wirklich sich selber meinen.

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